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Das Niedersachsen-Derby zwischen Wolfsburg und Hannover endete ohne Sieger.

Das Niedersachsen-Derby zwischen Wolfsburg und Hannover endete ohne Sieger. © Peter Steffen

Fußball

Frontzecks Lage nach 1:1 in Wolfsburg etwas entspannter

Hannover 96 wartet weiter auf den ersten Saisonsieg - aber dem Team von Michael Frontzeck gelang im Niedersachsen-Derby immerhin ein Achtungserfolg. Der Coach darf durchatmen.

Wolfsburg. Michael Frontzeck ballte kurz die Faust. Der unter Druck geratene Coach von Hannover 96 freute sich zumindest einen kleinen Moment über den zweiten Punkt der Saison.

Nach dem 1:1 (0:1) im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg darf der Fußball-Lehrer ein bisschen durchatmen. "Ich kann nicht verhehlen, dass ich mich sehr freue nach der komplizierten Woche", sagte der Coach. Seiner Mannschaft gab er zwei Tage frei. Anschließend geht es in ein Kurz-Trainingslager.

"Ich freue mich für den Trainer", sagte Clubchef Martin Kind nach dem Achtungserfolg. Auf die Frage zur brenzligen Situation für den Coach antwortete der wichtigste Mann im Verein: "Diese Diskussion ist nicht unsere Diskussion." Das Spiel "macht Hoffnung", sagte Kind.

Während Frontzeck sich über den Zähler in Wolfsburg freute, war die Partie für Frontzecks Kollegen Dieter Hecking enttäuschend. "Aus meiner Sicht ist es nicht ganz so erfreulich",  sagte der VfL-Coach, dessen Elf vier Tage nach dem 1:5-Desaster bei Bayern München kein versöhnlicher Sieg und nur ein Treffer durch Bas Dost (40.) gelang. Für Hannover traf in seinem 100. Erstligaspiel der Japaner Hiroshi Kiyotake (57.).

Augenzeuge im Stadion war auch Martin Bader, der am 1. Oktober als Geschäftsführer bei Hannover 96 anfängt. Der neben Clubchef Kind sitzende Bader sah, wie sein neuer Club bis zur Wolfsburger Führung mit zwei Vierer-Reihen in der Defensive verteidigte und nach dem Wechsel für seinen Mut und Engagement mit einem Punkt belohnt wurde.

Für die Offensive fast allein zuständig waren im Mittelfeld der quirlige Kiyotake und Stürmer Artur Sobiech, der bei der besten 96-Chance der ersten Hälfte (26.) von Naldo abgedrängt wurde. Die meisten Versuche, nach Balleroberung schnell nach vorne zu spielen, scheiterten jedoch an technischen Unzulänglichkeiten bei Ballannahme und beim Passspiel.

Wolfsburg dominierte das Geschehen und war fast andauernd in Ballbesitz. Der Gastgeber versuchte, mit hoher Passsicherheit und vielen Seitenwechseln Lücken zu finden. Dabei war der VfL allerdings zu umständlich. Vor allem André Schürrle suchte auf der linken Seite meistens den komplizierten Weg und schlug seine Flanken zu ungenau. Oder der Gastgeber scheiterte an Ron-Robert Zieler. "Wir hatten sie eigentlich im Griff", sagte VfL-Kapitän Diego Benaglio und bemängelte: "Uns ist es nicht gelungen, vehement zum zweiten Tor zu gehen." 

Insgesamt spielte der VfL zu ideenlos. Nur eine Aktion bestach durch ihre Klarheit. Mit einer ganz klassischen Angriffsvariante kam Wolfsburg kurz vor der Pause zur Führung, als Caligiuri von rechts flankte und Bas Dost - von Marcelo und Christian Schulz unbehelligt - per Kopf traf. Der Niederländer musste den Ball für seinen fünften Saisontreffer nur einnicken.

In der zweiten Halbzeit wurde Hannover notgedrungen mutiger und griff die Wolfsburger früher an. Belohnt wurde der Mut durch das schöne Tor von Kiyotake, der einen Pass von Manuel Schmiedebach mit der Brust annahm und mit einem Seitfallzieher ins Netz schoss.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 68,3 - 31,7

Torschüsse: 23 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 48,2 - 51,8

Fouls: 11 - 9

Ecken: 9 - 0

Quelle: optasports.com

dpa


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