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Bei der FIFA steht ein weiterer unruhiger Tag ins Haus.

Bei der FIFA steht ein weiterer unruhiger Tag ins Haus. © Walter Bieri

Fußball

FIFA drohen neue Enthüllungen - Ethikhüter informieren

Es bleibt turbulent im Weltfußball. Nachdem die FIFA-Regierung den Termin für die Wahl eines neuen Präsidenten bestätig hat, ist nun die Ethikkommission am Zug. Erstmals darf sie über laufende Verfahren informieren: "Führende Repräsentanten" stehen im Fokus.

Zürich. Einen Tag nach der erhofften Weichenstellung in eine korruptionsfreie Zukunft droht der FIFA die nächste Enthüllungswelle. Mit den neu errungenen Befugnissen will die unabhängige Ethikkommission am Mittwochnachmittag über "anhängige Verfahren" gegen einzelne Funktionäre informieren.

Zuvor hatte das Exekutivkomitee (Exko)des Weltverbandes die Verschwiegenheitsklausel für die Ethikhüter gekippt, die zuvor über keinerlei laufende Ermittlungen Auskunft geben durften.

Die Ankündigung, dass man nun "die Eröffnung von Verfahren gegen führende Repräsentanten des Weltfußballs bestätigen" könne, dürfte bei diesen für unruhige Stunden sorgen. Vor dem Gang an die Öffentlichkeit sollen die Betroffenen selbst informiert werden, teilten die Ethikhüter um Chef-Ermittler Cornel Borbely und Hans-Joachim Eckert, Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer, weiter mit.

Die Nachrichtenagentur AP hatte zuletzt berichtet, dass gegen den Spanier Angel Maria Villar Llona - Vizepräsident der FIFA und UEFA - ermittelt werde. Die Untersuchungen sollen im Zusammenhang mit den skandalträchtigen Vergaben der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar stehen. Nach der 90-Tage-Sperre gegen Michel Platini ist Villar Llona aktuell de facto der höchste amtierende Funktionär der Europäischen Fußball-Union.

Ende Mai hatte die Ethikkommission zudem bestätigt, dass noch ein Verfahren gegen Franz Beckenbauer laufe. Dieser hatte wie alle Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees, die bei den WM-Vergaben im Dezember 2010 beteiligt gewesen waren, vor den Ermittlern der Kommission aussagen müssen.

Auch weitere Entwicklungen im Weltfußball dürften die kommenden Tage für Aufsehen sorgen.

BEWERBUNGSENDE: Bei der außerplanmäßigen Sitzung bestätigte das FIFA-Exko den 26. Februar 2016 als Termin für die Wahl eines Nachfolgers des scheidenden Präsidenten Joseph Blatter. Die Bewerbungsfrist endet damit kommenden Montag. Bislang haben nur Platini, der zuletzt bei der FIFA-Wahl gegen Joseph Blatter unterlegene Jordanier Prinz Ali bin al-Hussein und Ex-Profi David Nakhid aus Trinidad und Tobago offiziell bestätigt, dass sie die Unterstützerstimmen von fünf FIFA-Mitgliedsverbände eingereicht haben. Dies wird unter anderem auch vom Präsidenten der asiatischen Konföderation (AFC), Scheich Salman bin Ebrahim al-Khalifa, erwartet.

PLATINIS VERTEIDIGUNG: Dem französischen UEFA-Chef wurde vom FIFA-Exekutivkomitee noch eine Hintertür zur Kandidatur eröffnet. Die notwendige Überprüfung der Integrität für die Wahlzulassung wird nicht durchgeführt, solange ein Kandidat gesperrt ist. Um doch noch antreten zu können, müsste damit Platinis Sperre aufgehoben werden - und er damit eine schlüssige Erklärung für die erhaltene Zahlung in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken durch den ebenfalls gesperrten FIFA-Chef Joseph Blatter liefern. Sein jüngstes Interview, in dem er sich durch "den Dreck gezogen" fühlte, verminderten die Zweifel daran jedoch nicht.

EUROPAS KANDIDAT: Da ein Antreten Platinis bei der Wahl immer noch unwahrscheinlich erscheint, arbeiten Europas Verbände bereits hinter den Kulissen an einem Plan B. Sollte keine Einigung auf Unterstützung eines Bewerbers von einem anderen Kontinent erzielt werden, könnte der Niederländer Michael van Praag als Notfall-Kandidat einspringen.

Mit Stolz hatte das Reform-Komitee des Weltverbands am Dienstag auf fünf Seiten einen Maßnahmenkatalog präsentiert, mit dem die FIFA erneuert werden soll. Bei der nächsten Exko-Sitzung am 2./3. Dezember steht eine Abstimmung über das Paket an. Die Schlagzeilen dürften vorerst aber noch andere Themen bestimmen.

dpa


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