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Die Schalker Ibrahim Afellay (l) und Christian Fuchs feiern das 1:0 im Revierderby gegen den BVB.

Die Schalker Ibrahim Afellay (l) und Christian Fuchs feiern das 1:0 im Revierderby gegen den BVB. © Bernd Thissen

Fußball

Empfindlicher Rückschlag für Dortmund - 1:2 gegen S04

Die einstige Klasse schwindet, der Abstand auf die Bayern wächst - für Borussia Dortmund wird die Titelverteidigung langsam aber sicher zur "Mission impossible".

Dortmund. Mit hängenden Köpfen flüchteten die einstmals stolzen Meister nach dem 1:2 (0:1) gegen den FC Schalke 04 in die Kabine - begleitet von den Triumphgesängen der gegnerischen Fans. Ähnlich ernüchtert wie seine Profis reagierte Jürgen Klopp auf die Schlappe im 141. Revierderby. Kleinlaut räumte der Dortmunder Fußball-Lehrer Fehler bei der Ausrichtung seiner Notelf ein: "Diese Niederlage nehme ich auf meine Kappe. Ich wollte der Mannschaft durch die Systemumstellung helfen", sagte er beim Pay-TV-Sender Sky.

Ausgerechnet im prestigeträchtigen Duell mit dem Erzrivalen ging die 17 Spiele währende Serie ohne Heimniederlage zu Ende. Zudem wuchs der Rückstand zum Tabellenführer aus München auf fast uneinholbare zwölf Punkte an. Der Schalker Neuzugang Ibrahim Afellay (14. Minute) und Marco Höger (48.) sorgten vor 80 645 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park beim BVB für Frust. Den Anschlusstreffer besorgte Robert Lewandowski (55.).

"Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht da, wo wir hinwollen", kommentierte Trainer Huub Stevens den ersten Sieg der Schalker in einem Big-Point-Spiel gegen ein Topteam seit über einem Jahr. "Die Mannschaft hat heute nicht das erkennen lassen wie sonst in den Spitzenspielen. Ich bin stolz auf die Mannschaft und das Trainerteam", lobte Manager Horst Heldt.

Es passte ins Bild von einem wankenden Meister, dass auch der Trainer kein glückliches Händchen bewies. Aufgrund der Ausfälle von Mario Götze, Jakub Blaszczykowski, Ilkay Gündogan und Marcel Schmelzer hatte Klopp sein Team nicht nur personell, sondern auch taktisch mächtig umgestellt. Doch der mutige Versuch, auf eine Dreierkette mit Innenverteidiger Sven Bender zu setzen, ging schief. Die anfängliche Verwirrung in der BVB-Deckung nutzte Afellay mit einem Volleyschuss aus 14 Metern zur frühen Führung der Gäste. "Wir haben ein bisschen was ausprobiert", meinte Sven Bender vielsagend.

Auch die danach eingeleitete Maßnahme von Klopp, mit einer Umstellung auf eine Vierer-Abwehrkette den Schaden zu begrenzen, nutzte wenig. Anders als in den vergangenen vier Derbys bestimmte der FC Schalke das Geschehen.

Alle Hoffnungen der Dortmunder auf eine Trendwende erwiesen sich auch in der zweiten Halbzeit als Wunschdenken. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff schlug Schalke mit einem Konter eiskalt zu. Ein sehenswertes Zuspiel von Lewis Holtby nutzte Höger zum vorentscheidenden 2:0. Der Kopfball von Lewandowski weckte beim BVB zwar neue Hoffnungen, sorgte aber nicht für das erwünschte Happy End. In der hektischen Schlussphase retteten die Königsblauen den Vorsprung ohne große Not über die Zeit und waren dem Ausbau der Führung näher als die Dortmunder dem Ausgleich.

Überschattet wurde die Partie von Ausschreitungen. So eskaliert wie diesmal war die Situation in den vergangenen Jahren nicht. "Dortmunder und Schalker Gewalttäter haben unser Sicherheitskonzept bewusst unterlaufen, um die gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Unbeteiligten und dem Gegner zu suchen", kommentierte der Einsatzleiter der Polizei, Dieter Keil.

Bereits vor Spielbeginn war es immer wieder zu Prügeleien und Sachbeschädigungen gekommen. Einige Ultra-Fans hätten Straßen blockiert. Während die Stimmung im Signal-Iduna-Park weitgehend friedlich blieb, musste die Polizei vor dem Stadion hart durchgreifen. Mehrere hundert Dortmunder - einige davon vermummt - attackierten etwa 600 Schalke-Fans bei deren Ankunft. Mit Flaschen und Farbbeuteln ausgerüstet griffen die Fans auch Polizisten an.

Andernorts bewarfen Dortmunder Hooligans Polizisten mit Pflastersteinen. Unmittelbar vor dem Stadion setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein, um Schalke-Anhänger davon abzuhalten, einen Zaun niederzudrücken. Etwa 100 Schalke-Fans hatte die Polizei schon bei deren Anreise in Gewahrsam genommen.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 51,6 - 48,4

Torschüsse: 8 - 7

gew. Zweikämpfe in %: 45,3 - 54,7

Fouls: 18 - 14

Ecken: 4 - 5

Quelle: optasports.com

dpa


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