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FUSSBALL

EM-Aus für Khedira, Hummels gesperrt: Löw muss umbauen

Mats Hummels ist gesperrt, Sami Khedira fällt für den Rest der EM aus, Jerome Boateng ist angeschlagen: Joachim Löw muss im EM-Halbfinale Veränderungen in seiner Defensive vornehmen.

Bordeaux . Sami Khedira war schon am Samstagabend skeptisch gewesen. Ob es für das Halbfinale reiche? "Kann ich nicht sagen", erklärte er. Keine 24 Stunden später war klar: Es wird nicht reichen. Nicht für das Halbfinale am Donnerstag. Und auch nicht für ein mögliches Finale am Sonntag. Für Khedira ist die EM vorzeitig gelaufen.

Im Viertelfinale gegen Italien, in dem er nach 15 Minuten ausgewechselt worden war, erlitt er nach Informationen des kicker "zumindest einen Anriss der Adduktoren im linken Oberschenkel". Bundestrainer Joachim Löw wird also mindestens zwei Position neu besetzen müssen.

Nach dem Ausfall des gelbgesperrten Mats Hummels auch jene im Mittelfeld neben Toni Kroos. Am Samstagabend nahm diese Bastian Schweinsteiger ein, der Kapitän kam in der 16. Minute, in der Verlängerung ging ihm aber erkennbar die Puste aus.

Khedira kann schon das zweite Turnier nacheinander nicht zu Ende spielen: Bei der WM 2014 hatte er sich nach dem Aufwärmen für das Endspiel gegen Argentinien abgemeldet, wegen Beschwerden in der linken Wade. Hinzu kommt nun der Ausfall von Hummels, der sich nach dem Spiel in Galgenhumor flüchtete. "Jetzt habe ich drei Tage länger Regeneration als andere", sagte er nach dem Elfmeter-Drama gegen Italien.

Glücklich sah der Innenverteidiger nicht aus. "Ich bin zum ersten Mal gelbgesperrt in meinem Leben", sagte er, er haderte auch, weil seine erste Gelbe Karte gegen Nordirland im letzten Gruppenspiel eher lächerlich war. "Es ist sehr hart für mich, im Halbfinale nur zuschauen zu können." Niemand widersprach.

Hummels' Ausfall trifft Löw besonders hart. Ein Gegentor erst hat die deutsche Defensive in fünf Turnierspielen bei der EURO erst kassiert - gegen Italien, und nur durch einen Elfmeter. Ausgerechnet vor dem entscheidenden Spiel um den Finaleinzug droht Löws Bollwerk auseinanderzubrechen.

Jerome Boateng, der schon nach dem Spiel gegen Nordirland mit einer "neurogenen Verhärtung" in der rechten Wade zu kämpfen hatte, lief in der Schlussphase gegen Italien nicht mehr rund. Doch zunächst schmerzt der Ausfall von Hummels. Beim Turnierauftakt gegen die Ukraine (2:0) fehlte er verletzt, die deutsche Abwehr wackelte in einigen Situationen bedenklich.

Im Halbfinale dürfte Löw im Gegensatz zum Krimi gegen die Squadra Azzurra zu einer Viererkette zurückkehren. Shkodran Mustafi, Torschütze, aber auch Unsicherheitsfaktor gegen die Ukraine, und Benedikt Höwedes stehen als Ersatz für Hummels bereit.

Löw schloss aber auch nicht aus, erneut mit einer Dreierkette zu spielen. "Ob es eine weitere Option sein wird, muss man sehen", sagte der Bundestrainer. Darüber hinaus muss sich Löw über die Besetzung im defensiven Mittelfeld Gedanken machen.

Schweinsteiger ist nach zahlreichen Verletzungen in diesem Jahr und wenig Spielpraxis bei Manchester United noch nicht bei hundert Prozent. In der Verlängerung schleppte er sich über den Platz. "Es war nicht leicht, es war sein erstes Spiel seit langem über so eine lange Distanz", sagte Löw. Das zweite könnte nach dem Ausfall von Khedira am Donnerstag folgen.


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