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EM 2012

Deutschland ist im Viertelfinale!

Jubiläums-Poldi schießt Deutschland in Führung. Doch erst Ersatzmann Bender beendet die Zitter Nummer.

Lemberg. Puuh, schon wieder so viele enge, hitzige Szenen bei diesem 2:1 – geht das nicht mal entspannter? Dabei sehen wir ja jetzt schon TV-Bilder vom Hubschrauber, wie der Mannschaftsbus zum Stadion fährt. Auf dem deutschen Bus steht geschrieben: „Von Spiel zu Spiel zum großen Ziel.“ Wir könnten auch darunter schreiben: „Dazu braucht ihr gute Nerven!“

So cool, wie sich Jogi Löw vor dem Anpfiff auf dem Fotografen-Podest fläzte, kommt unsere Mannschaft durch keine Partie. Das lag gestern aber auch daran, dass die Dänen nach ihrem Bus-Motto auftraten: „Wikinger ohne Furcht.“
Ihr Plan war klar: Die Deutschen kommen lassen, und dann zurückschlagen – nach alter Wikingersitte.

Dabei ging Jogi auf Nummer sicher. Er schonte keine Stammkraft. Für den gesperrten Jerome Boateng setzte Löw jedoch mutig auf den jungen Lars Bender. Lieber eine junge, frische Lösung, als die alte Notlösung mit dem Schalker Benedikt Höwedes. Bender hatte noch nie rechts verteidigt, weder für Bayer Leverkusen, noch in der Nationalelf.

Der zurückgebliebene Zwilling – der für Dortmund spielende Meister-Bruder Sven wurde nach der Vorbereitung aussortiert – machte das lange gut, letztlich sogar sehr gut.
Im Zentrum des verfrühten ersten Jubels stand jedoch Lukas Podolski. In seinem 100. Länderspiel erwischte er die perfekte Zahlenkombination – und schoss das 1:0 (19.). Ein Jubiläums-Treffer, der scheinbar das Tor zum Viertelfinale weit öffnete. 
Jogis Team war klar überlegen,   machte das Spiel und vergab viele Chancen. Genau das erinnerte an den Sieg der Dänen gegen die Niederlande im ersten Gruppenspiel. „Ungerecht“ fand der Bundestrainer den.

Nun musste Löw Ähnliches mit ansehen. Der Ausgleich fiel überraschend, aber gut vorbereitet. Der kopfballstarke Nicklas Bendtner hatte sich an den Strafraumrand zurückgezogen – eine Variante, die die deutsche Abwehr offenbar nicht auf dem Schirm hatte, obwohl die Dänen sie Minuten vorher bereits probiert hatten. Bendtner gewann das Duell gegen Bender, köpfte in die Mitte, wo Michael Krohn-Dehli verlängerte (24.).

Das war der Treffer, der den Deutschen die Angst in die Beine fahren ließ. 

Sie hatten zwar weitere Chancen, mehr als genug für einen klaren Erfolg. Doch von Minute zu Minute wurde es zäher. Jogi verzog ärgerlich sein Gesicht, schlug mit der Faust in die Hand. Man sah jetzt den Unterschied zwischen gewinnen müssen – und können. Der Druck lag auf unserem Team, als Favorit nicht  noch zu scheitern. Bloß keine Fehler machen. Die Dänen konnten ihre Chance befreiter suchen – sie hielten sich dabei streng an ihren Defensiv-Plan. Sie riskierten wenig, standen hinten drin.

Und bei all dem ging der Blick  immer noch der Blick auf die andere Partie. Als Portugal 2:1 führte, wäre das dänische Siegtor unser K.o. gewesen. Die Dänen brauchten aber unbedingt einen Erfolg. Ein Zitterspiel, nervenaufreibend.

Jogis Team wollte nichts riskieren, spielte vorsichtig abwartend. Doch dann die Erlösung durch – ja, wieder mal hat Jogi so richtig gelegen: Bender machts (80.). Entschlossen war er in den Strafraum gelaufen und schob den durchrutschenden Ball sicher ins Tor.

Der dritte Sieg – wir spielen am Freitag (20.45 Uhr) in Danzig das Viertelfinale gegen Griechenland. Mit 15 000 deutschen Fans, die unermüdlich gesungen hatten, gab es dann doch wieder schöne Jubelbilder.


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