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GELEUNGENE AKTION? Mit diesem Foto erregt der Deinster SV bundesweit Aufmerksamkeit.© Jörg Struwe, Facebook Deinster SV

KREISLIGIST

Deinster SV setzt mit Mannschaftsfoto Zeichen gegen Rassismus

Sie wollten Aufmerksamkeit auf sich ziehen und ein Zeichen setzen, beides ist ihnen gelungen. Mit ihrem neuen Mannschaftsfoto hat die erste Herren-Mannschaft des Kreisligisten SV Deinste (bei Stade, in Niedersachsen)  bundesweit Aufsehen erregt. Warum alle Spieler sich ihre Gesichter - per Bildbearbeitungsprogramm - dunkelbraun färbten?

Deinste. Es ist ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit. Ob es gelungen ist, oder nicht, wird in sozialen Netzwerken offen debattiert. Die Mehrheit meint offenbar noch "JA".

Weil ein Mitspieler der Herrenmanschaft am Rande eines Osterfeuers am vergangenen Sonnabend (26. März) angegriffen worden sei, solidarisiert sich das ganze Team. Alle Spieler färbten sich ihre Gesichter, quasi um Farbe zu bekennen, in dunklem Braun. Der Angriff soll einen rassistischen Hintergrund haben.

Bei Facebook schreiben Verantwortliche aus dem Verein: "Unser Freund und Mitspieler Emad wurde am Samstag, aus rassistischen Gründen, beschimpft und geschlagen. Das ist einfach nur traurig! Gewalt gegenüber Flüchtlingen ist erbärmlich!! Emad und Amar - ihr gehört zu uns, wie jeder andere vom Deinster Sportverein und wir freuen uns, dass ihr bei uns seid!!!"

Die Polizei aus Stade sieht den Fall jedoch etwas anders: "Der Spieler wurde von unseren Kollegen vor Ort als Verursacher des Vorfalls ausgemacht", erklärt Sprecher Rainer Bohmbach. Und er fügt hinzu: "Der war nicht nüchtern." Anzeigen seien bisher bei der Polizei keine eingegangen. Ein rassistisch motivierter Tathintergrund sei der Polizei nicht bekannt.

Auf Vereinsseite hält man sich noch bedeckt: "Die Aktion bleibt erstmal bestehen", sagte Vereinssprecher Frank Sandmann der NP. "Es müssen jetzt aber alle Fakten auf den Tisch", mahnte er an. Er glaube den Schilderungen der beim Vorfall anwesenden Mitspieler, schließt eine Disziplinarstrafe gegen die Beteiligten  - sollten die vereinsinternen Untersuchungen den Bericht der Polizei bestätigen - jedoch nicht aus. "Wir werden das wohl bekannt geben, wenn wir ein Ergebnis haben", sagte Sandmann.

Ging der Angriff tatsächlich von dem Spieler des Deinster SV aus, wurde er dann rassistisch beleidigt, sind beide Aktionen und die Akteure auf beiden Seiten dafür zu verurteilen.

von Tobias Welz


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