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Michel Platini wird sich erklären müssen. Foto: Walter Bieri

Michel Platini wird sich erklären müssen. Foto: Walter Bieri

Fußball

Debatten über Platini - UEFA-Exko will mehr Informationen

In Nyon diskutieren die europäischen Fußball-Gremien über die Zukunft des suspendierten UEFA-Chefs Michel Platini. Journalisten ist der Zugang zur Verbandszentrale am Genfer See verwehrt. Die Mitglieder des Exekutivkomitees fordern mehr Informationen.

Nyon. Was wird aus dem suspendierten UEFA-Präsidenten Michel Platini? Lässt das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union den Franzosen fallen oder geben die Funktionäre um DFB-Chef Wolfgang Niersbach ihrem Verbandsboss eine weitere Chance?

In der UEFA-Zentrale in Nyon haben die Krisensitzungen der europäischen Gremien begonnen. Seit 11.00 Uhr tagt das Exekutivkomitee mit Niersbach und Karl-Heinz Rummenigge, anschließend wollten sich die Verbandspräsidenten der 54 UEFA-Mitgliedsverbände zusammensetzen.

Das Exko erhofft sich vor allem eine bessere Erklärung von Platini zur umstrittenen Millionen-Zahlung durch FIFA-Präsident Joseph Blatter. Er erwarte, dass man weitere Informationen dazu erhalte, sagte das dänische Exekutivkomitee-Mitglied Allan Hansen vor der Sitzung am Donnerstag. "Denn bisher habe ich die nicht bekommen."

Platini ist wie auch FIFA-Präsident Blatter von der Ethikkommission des Weltverbandes für 90 Tage gesperrt worden. Platini darf die UEFA-Zentrale in Nyon derzeit nicht betreten und wird dementsprechend auch nicht an der Sitzung teilnehmen können.

Der Franzose hatte für Dienste zwischen Januar 1999 und Juni 2002 erst knapp neun Jahre später von Blatter zwei Millionen Schweizer Franken erhalten. Von einem BBC-Reporter am Mittwochabend in Genf angesprochen, wollte sich der 60 Jahre alte Franzose nicht äußern. Für 18.00 Uhr war am Donnerstagabend eine Pressekonferenz unter der Leitung von UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino angesetzt.

Doch nicht nur Platini steht unter massivem Druck. Auch sein Vize Angel Maria Villar Llona wurde nun sogar von der spanischen Regierung in die Pflicht genommen. Der höchste Vertreter Platinis hatte sich bislang noch nicht zur aktuellen Krise der UEFA geäußert.

"Diese Korruption erfordert eine sofortige Antwort", sagte Sport-Staatssekretär Miguel Cardenal beim TV-Sender Telemadrid. Die Menschen würden sich fragen, ob Villar Llona etwas über die Probleme beim Weltverband FIFA oder der UEFA wisse. Javier Tebas, Chef der spanischen Primera Division, erklärte, Villar Llona müsse "entweder sehr schlau oder sehr dumm sein", dass ihm nicht aufgefallen sei, dass etwas Falsches um ihn herum passiere.

Ob Platini weiterhin als Blatter-Nachfolger an der FIFA-Spitze in Frage kommt, ist fraglich. Sein Konkurrent Prinz Ali bin al-Hussein jedenfalls reichte am Donnerstag nun auch offiziell seine Kandidatur ein. Der Jordanier ließ in seiner Mitteilung offen, welche fünf Mitgliedsländer des Fußball-Weltverbands ihn unterstützen. "Ich bin zuversichtlich, dass die FIFA mit wiederhergestellter Reputation aus dieser schwierigen Phase hervortreten kann und eine Organisation wird, die wieder mit Respekt angesehen wird", teilte al-Hussein mit. Die Wahl soll am 26. Februar 2016 in Zürich stattfinden, könnte aber angesichts des Korruptionsskandals noch verschoben werden.

dpa


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