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Reinhard Grindel scheint der Favorit für die Nachfolge von Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident zu sein.

Reinhard Grindel scheint der Favorit für die Nachfolge von Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident zu sein. © Jens Wolf

Fußball

Das DFB-Präsidentenrennen nimmt Schwung auf

Eigentlich gilt neben Schatzmeister Reinhard Grindel auch Rainer Koch als aussichtsreicher Kandidat für die DFB-Präsidentschaft. Doch nun erklärt ein Landeschef, dass die Interimslösung nicht dauerhaft zur Verfügung steht.

Frankfurt/Main. Drei Tage nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach ist das Rennen um die Nachfolge als Präsident des Deutschen Fußball-Bunds hinter den Kulissen in vollem Gange.

Am Freitag trifft sich in Paris am Rande des Spiels gegen Frankreich die Übergangs- Doppelspitze Rainer Koch und Reinhard Rauball mit Schatzmeister Reinhard Grindel sowie Generalsekretär Helmut Sandrock, um das weitere Vorgehen in der WM-Affäre zu besprechen.

Zuvor überraschte der frühere Vizepräsident Karl Rothmund mit der Aussage, dass Koch nicht für den dauerhaften Chefposten antreten werde. "Da Rainer Koch aber nicht kandidiert, sondern Reinhard Grindel unterstützt - das weiß ich seit zwei Tagen und das wissen viele seit zwei Tagen -, glaube ich, dass Reinhard Grindel gute Chancen hat, gewählt zu werden", sagte Rothmund, Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes, der Deutschen Presse-Agentur.

Mit einem Verzicht von Koch wäre der CDU-Bundestagsabgeordnete Grindel voraussichtlich Favorit der Amateurvertreter im DFB. Koch war der Frage nach eigenen Ambitionen auf das Präsidentenamt zuletzt ausgewichen und nach dem Vorpreschen von Rothmund nicht zu erreichen.

Grindel selbst hielt sich mit Aussagen zu einer Kandidatur zurück. "Ich konzentriere mich völlig auf die Aufklärungsarbeit der Vorwürfe im Zusammenhang mit der WM 2006 und beteilige mich nicht an Personalspekulationen", sagte der DFB-Schatzmeister.

Zuspruch erhielt er von einem Präsidiumskollegen. "Es wundert mich nicht, dass sein Name bei der Suche nach einem Nachfolger für Wolfgang Niersbach schnell fällt. Er ist sehr präsidiabel. Er kennt den DFB jetzt seit einiger Zeit von innen und ist von seiner Persönlichkeit her absolut ein Kandidat", sagte DFB-Vizepräsident Hans-Dieter Drewitz der "Bild". Er betonte jedoch: "Wichtig ist aber, dass die Entscheidung nur in Abstimmung mit der Liga getroffen werden kann."

Eine schnelle öffentliche Festlegung auf Grindel durch die Landesverbände ohne vorherige Absprache dürfte die Ligavertreter brüskieren. Ligapräsident Rauball hatte schon gemahnt, dass Schnellschüsse "nicht sinnvoll" seien und man die Zeit bis zum turnusmäßigen Bundestag im November 2016 in Erfurt nutzen müsse. Koch hatte erklärt, dass man bis zur Europameisterschaft im Sommer 2016 "vollständig geordnet aufgestellt sein" wolle.

Möglicherweise wird sich nun schon in der kommenden Woche eine Lösung in der Frage der Niersbach-Nachfolge abzeichnen. Dann tagt das DFB-Präsidium erstmals ohne den zurückgetretenen DFB-Chef. Auch die Landesverbände werden sich nach Angaben des hessischen Verbandschefs Rolf Hocke am Dienstag in Hannover treffen.

Konkret solle darüber diskutiert werden, ob sich die Regional-Organisationen für die Einberufung eines außerordentlichen DFB-Bundestags und eine damit verbundene Präsidentenneuwahl aussprechen. Oder ob mit dem neuen Führungsduo Koch/Reinhard Rauball bis zum Bundestag in einem Jahr gearbeitet werden könne.

dpa


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