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Darmstadt wehrte sich erfolgreich gegen den vorzeitigen Abstieg und besiegte Schalke mit 2:1. 

Darmstadt wehrte sich erfolgreich gegen den vorzeitigen Abstieg und besiegte Schalke mit 2:1. © Thomas Frey

Fußball

Darmstadt verhindert vorzeitigen Abstieg mit Last-Minute-Tor

Schalke hat sich vier Tage vor dem Europa-League-Rückspiel in Amsterdam kräftig blamiert und erstmals eine Bundesliga-Niederlage in Darmstadt eingesteckt. In der Nachspielzeit wurde der Kampf des designierten Absteigers mit dem dritten Rückrundensieg belohnt.

Darmstadt. Darmstadt 98 hat den vorzeitigen Bundesliga-Abstieg abgewendet und dem FC Schalke 04 einen großen Sprung Richtung Europa-League-Plätze verbaut. Durch Tore von Mario Vrancic in der 11. Minute und Jerome Gondorf in der Nachspielzeit gewann der Tabellenletzte überraschend 2:1 (1:1).

Im Falle eines Unentschiedens oder einer weiteren Niederlage der "Lilien" wäre die Rückkehr in die Zweite Liga auch rechnerisch nicht mehr zu vermeiden gewesen. Der Spanier Coke hatte mit seinem ersten Tor in seinem dritten Bundesliga-Spiel nach 75 Minuten für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt. "Wir haben heute alles getan, um die Konkurrenz-Situation weiter aufrechtzuerhalten", sagte Sieg-Torschütze Gondorf.

"Wir haben heute nie daran gedacht, dass wir bei einer Niederlage abgestiegen wären", ergänzte Marcel Heller nach dem überraschenden Erfolg in letzter Sekunde. "Es war ein sehr schwer erkämpfter Sieg, man hat gesehen, dass Schalke viel Qualität hat", fügte er hinzu. "Wir werden uns auch weiterhin nicht aufgeben und zeigen, was wir können", kündigte Heller an, der beide Darmstädter Tore vorbereitete.

Für Schalke war nur drei Tage nach ihrem 0:2 in der Europa League bei Ajax Amsterdam ein arger Rückschlag im Kampf um die Europa-League-Plätze. Mit einer Leistung wie dieser lässt sich der Rückstand im Viertelfinal-Duell mit den Niederländern in der zweiten Partie am kommenden Donnerstag kaum noch drehen. In der Fußball-Bundesliga fiel die Mannschaft von Markus Weinzierl auf Rang elf zurück, statt auf den siebten Platz vorzurücken.

Die Niederlagen der Konkurrenten aus Freiburg, Köln oder Mönchengladbach konnte Schalke somit nicht nutzen. In den letzten Minuten mussten die Schalker mit zehn Spielern auskommen, weil Thilo Kehrer wegen einer Notbremse die Rote Karte (81.) sah. "Das war heute eine total bittere Niederlage, wir haben 100-prozentige Chancen liegengelassen", bedauerte Schalke-Trainer Weinzierl. "Am Donnerstag brauchen gegen Ajax wir eine andere Leistung. Aber wir wissen, dass wir das können", fügte er hinzu.

Die Gäste hatten vor 17 400 im ausverkauften Stadion von Anbeginn mehr vom Spiel, vergaben aber zunächst selbst beste Chancen. Guido Burgstaller verschoss nach 58 Minuten sogar einen Foulelfmeter: Michael Esser im Tor der Gastgeber reagierte glänzend und wehrte den schlecht geschossenen Ball mit dem linken Fuß ab. Er wurde damit von den Anhängern begeistert gefeiert. Schon in Halbzeit eins hatten Torjäger Burgstaller per Kopfball und Donis Avdijaj mit einem Schuss aus Nahdistanz ihre Einschussmöglichkeiten überhastet vergeben.

Dem Treffer der Gastgeber durch das vierte Saisontor von Vrancic ging ein schöner Spielzug über Gondorf und Heller voraus. Vrancic war nach einer Wadenverletzung vor dem Spiel gerade wieder fit geworden. Darmstadt, das die letzten vier Bundesliga-Spiele verloren hatte, wehrte sich mit einfachen Mitteln, und verdiente sich mit kämpferischem Einsatz den dritten Sieg in der Rückrunde. Euphorisch feierten die Fans den Last-Minute-Treffer von Gondorf in der 93. Minute.

"Wir müssen nicht drum herum reden: Natürlich war es ein glücklicher Sieg, aber das war in den vergangenen Wochen häufig auch anders herum. Heute habe wir Moral und Charakter belohnt", kommentierte Darmstadt-Coach Torsten Frings.

dpa


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