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Die BVB-Spieler waren nach dem späten Ausgleich der Darmstädter bedient.

Die BVB-Spieler waren nach dem späten Ausgleich der Darmstädter bedient. © Marius Becker

Fußball

Darmstadt schockt den BVB mit spätem Ausgleich

In letzter Minute entführt der tapfere Aufsteiger Darmstadt ein 2:2 aus Dortmund. Damit reist der BVB mit vier Punkten Rückstand zum Spitzenspiel nach München. Dabei hatte Aubameyang die Weichen schon auf Sieg gestellt.

Dortmund. Borussia Dortmund hat vor dem Gipfeltreffen beim FC Bayern ein böses Erwachen erlebt. Durch den Ausgleichstreffer von Aytac Sulu in der letzten Minute kamen die Westfalen trotz deutlicher Überlegenheit nicht über ein 2:2 (0:1) gegen den krassen Außenseiter SV Darmstadt 98 hinaus.

Die Dortmunder liegen damit vor dem Gastspiel in München schon vier Punkte hinter der Spitze. Der BVB, der mit elf Pflichtspielsiegen in die Saison gestartet war, gab nach dem 1:1 bei 1899 Hoffenheim am Mittwoch schon zum zweiten Mal nacheinander zwei wichtige Zähler ab.

Dabei hatte Pierre-Emerick Aubameyang mit seinen Saisontoren Nummer acht und neun den BVB auf die Siegerstraße gebracht (63. und 71.), ehe Sulu für den Schock sorgte. Darmstadt war in der ersten Halbzeit durch Marcel Heller in Führung gegangen (17.). Auch wenn die Elf von Trainer Dirk Schuster den ersten Sieg gegen den BVB seit dem 7. Oktober 1978 verpasste, gelang ihr doch ein weiterer Überraschungscoup. Schon auf Schalke (1:1) und in Leverkusen (1:0) hatten die Hessen, die zehn Punkte aufweisen, die Großen geärgert.

"Hoffenheim war schon ärgerlich, hier das Spiel genauso. Wir wissen aber auch, dass die erste Halbzeit nicht unseren Ansprüchen genügt", sagte Ilkay Gündogan und Kapitän Mats Hummels ärgerte sich über die "Einstellung" beim späten Gegentor. "Fünf, sechs Spieler stehen 20 Meter vor dem Tor. Das ist keine Verteidigung", schimpfte Hummels und ergänzte: "Das ist ein Spiel, dass du normalerweise klar gewinnst. Das war Glück pur von Darmstadt. Wir haben jetzt zwei unnötige Punktverluste hinnehmen müssen."

Darmstadts Peter Niemeyer war dagegen überglücklich: "Mentalität schlägt Qualität. Das leben wir brutal. Bis jetzt haben wir aber noch nichts erreicht."

Dortmund war zwar klar spielbestimmend und besaß hohe Ballbesitz-Anteile, doch gegen die tief stehende Abwehr der Lilien fehlten den Schwarz-Gelben die Ideen. Erst recht, nachdem die Hessen überraschend in Führung gegangen waren. Nach einem blitzschnellen Konter über Konstantin Rausch und Jerome Gondorf traf Heller mit einem sehenswerten Volleyschuss zur Führung. Für den Mittelfeldspieler war es das dritte Saisontor. Schon fünf Minuten zuvor hatte Luca Caldirola eine gute Gelegenheit für den Aufsteiger, nachdem BVB-Keeper Roman Bürki einen Schuss nur abklatschen ließ.

Die Dortmunder reagierten nach dem Rückstand mit wütenden Angriffen. Die beste Gelegenheit hatte dabei Aubameyang, der nach einer scharfen Hereingabe von Marco Reus den Ball gut einen Meter vor dem Tor nicht richtig traf und somit das Ziel knapp verfehlte (20.). Danach setzte Marcel Schmelzer einen Schuss über das Tor (24.), ehe Julian Weigl den Darmstädter Keeper Christian Mathenia prüfte (31.).

Vor allem in den ersten 45 Minuten waren die Dortmunder von ihrer Bestform weit entfernt. Von dem zuletzt so überragenden Henrich Mchitarjan war diesmal wenig zu sehen, Reus verfing sich häufig in Zweikämpfen und wurde in der 59. Minute bereits ausgewechselt. Dazu leistete sich der Japaner Shinji Kagawa einige Fehlpässe.

Ein unverändertes Bild bot auch die zweite Halbzeit. Der BVB drängte, Darmstadt verteidigte zum Teil mit zehn Feldspielern den eigenen Strafraum. So kamen die Gastgeber nur mühsam zu Chancen, wie etwa durch Mchitarjan, der an Mathenia scheiterte (60.). Dann platzte aber doch der Knoten: Nach einer Kombination über Kagawa und Matthias Ginter war Aubameyang zur Stelle. Und der Torjäger setzte mit einer Einzelaktion noch einen drauf. In der 78. Minute hätte Aubameyang bei einer weiteren Großchance gar seinen Hattrick perfekt machen können.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 76,5 - 23,5

Torschüsse: 16 - 4

gew. Zweikämpfe in %: 50,8 - 49,2

Fouls: 16 - 13

Ecken: 8 - 0

Quelle: optasports.com

dpa


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