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Bremens Anthony Ujah (M) erzielt nach Vorlage von Pizarro gegen Hoffenheim-Torwart Oliver Baumann das Tor zum 2.1.

Bremens Anthony Ujah (M) erzielt nach Vorlage von Pizarro gegen Hoffenheim-Torwart Oliver Baumann das Tor zum 2.1. © Uwe Anspach

Fußball

"Dann kam Piza": Bremen feiert Rückkehrer Pizarro

Claudio Pizarro, der fast 37 Jahre alte Stürmer, ist bei Werder Bremen zurück - und immer noch sein Geld wert. Pizarro, Anthony Ujah und Zlatko Junuzovic waren die Garanten beim Sieg in Hoffenheim.

Sinsheim. Die Fans feierten den Rückkehrer mit seligen "Pizaaarroooo"-Gesängen, die Mitspieler fielen dem peruanischen Stürmer in die Arme. 20 Tage vor seinem 37. Geburtstag hat Claudio Pizarro Werder Bremen bei seinem umjubelten Kurz-Comeback zum 3:1 (1:0)-Sieg bei 1899 Hoffenheim verholfen.

"Dann kam Piza, legt das Tor auf - und so stehen wir überglücklich mit drei Punkten da", schwärmte Doppel-Torschütze Zlatko Junuzovic von der Szene in der Nachspielzeit. Da hatte der Ex-Bayern-Profi seinem Kollegen Anthony Ujah die Vorlage zum 2:1 geben - genau zehn Minuten nach seiner Einwechslung.

"Ich wollte selbst schießen, konnte aber nicht", beschrieb Pizarro später beim TV-Sender Sky grinsend den entscheidenden Treffer im Sonntagsspiel der Fußball-Bundesliga. "Deshalb der Pass zu Tony, das hat er dann super gemacht." Der starke österreichische Nationalspieler Junuzovic, der die Gäste in der 44. Minute auch in Führung gebracht hatte, setzte dann noch den Schlusspunkt (90.+3).

"Was Claudio wert sein kann, hat man eindrucksvoll gesehen", sagte Werder-Manager Thomas Eichin. "Wenn ich vorher aufgeschrieben hätte, was ich mir gewünscht hätte für dieses Spiel, dann hätte ich es genauso geschrieben." Trainer Viktor Skripnik konstatierte: "So einen Typen zu haben, kann helfen."

Pizarro - mit 176 Treffern erfolgreichster ausländischer Torschütze der Bundesliga - musste erstmal wie erwartet auf der Bank Platz nehmen. Er war erst am Dienstag ins Training eingestiegen. "Wir müssen so weiter kämpfen wie heute, dann können wir noch viel erreichen", sagte Pizarro und verriet: "Ich habe gedacht, ich spiele ein bisschen länger."

Für Hoffenheim war die Partie gegen den Angstgegner Werder wieder einmal ein böses Erwachen: Vor zwei Jahren führte die TSG mit 2:0 und 4:2 und musste noch ein 4:4 hinnehmen. Nur eines der vergangenen 14 Duelle gegen Bremen konnten die Kraichgauer für sich entscheiden (4:1 2010).

"Ich glaube, dass wir einfach zu wenig gemacht haben. Wir müssen in den nächsten Spielen mehr Wille zeigen", meinte Torwart Oliver Baumann nach dem schlechtesten Saisonstart im achten Bundesliga-Jahr. Mit nur einem Punkt nach vier Spieltagen steht Hoffenheim ganz schlecht da. "Momentan kriegen wir brutale Nackenschläge, momentan ist es sehr, sehr schwer", räumte Kapitän Pirmin Schwegler ein. Für Trainer Markus Gisdol war es "schwierig, die richtigen Worte zu finden".

Ein kleiner Lichtblick war der chilenische Neuzugang Eduardo Vargas, der kurz nach seiner Einwechslung zum 1:1 (49.) ausglich. Dennoch fehlt Nationalspieler Kevin Volland weiterhin einfach ein kongenialer Mitspieler wie der zum FC Liverpool abgewanderte 41-Millionen-Euro-Mann Roberto Firmino. Und Ex-Nationalstürmer Kevin Kuranyi, weiter ohne Treffer für seinen neuen Arbeitgeber, konnte sich selten in Szene setzen. Der 33-Jährige musste zur Pause raus und könnte sich erstmal aus der Mannschaft gespielt haben.

In der hektischen Schlussphase feierten die Werder-Fans dann Pizarro, der in der 82. Minute erstmals seit 2012 wieder das grüne Trikot auf dem Platz trug. Ein Kopfballtreffer des Peruaners wurde zunächst nicht gegeben, weil er sich aufgestützt hatte. Wenig später legte er für Ujah auf - und ließ Bremen jubeln. "Über Piza", sagte dessen früherer Mitspieler und heutiger Chefcoach Skripnik bei der Pressekonferenz, "kann man ohne Ende erzählen".

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 61,1 - 38,9

Torschüsse: 10 - 16

gew. Zweikämpfe in %: 43 - 57

Fouls: 13 - 22

Ecken: 7 - 3

Quelle: optasports.com

dpa


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