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Nürnbergs Trainer Michael Wiesinger rechnet sich trotz Unterlegenheit Chancen aus.

Nürnbergs Trainer Michael Wiesinger rechnet sich trotz Unterlegenheit Chancen aus. © Peter Steffen

Fußball

"Club" hofft auf perfekten Derby-Tag

Ein bisschen klingt es nach dem berühmten Pfeifen im Walde. "Wir sind auch wer. Wir können es jedem Gegner schwer machen – auch Bayern München", trichtert Trainer Michael Wiesinger den Fußball-Profis vom 1. FC Nürnberg vor dem bayerisch-fränkischen Derby beim Meister FC Bayern ein.

München. Und tatsächlich: Im 186. Derby treffen am Samstag in München die beiden Teams aufeinander, die aktuell in der Liga am längsten ungeschlagen sind - die Münchner seit 19 Partien, der "Club" immerhin schon seit neun Spielen.

Doch im Gegensatz zu dem in dieser Saison überragende FC Bayern ist bei den Franken Maloche pur angesagt. Und die jüngste Erfolgsserie gibt den Franken recht. Der Abstiegszone sind die Nürnberger, die das viertbeste Rückrundenteam stellen, längst entrückt. Und bei nur noch vier Punkten Rückstand auf Platz sechs ist plötzlich sogar ein europäischer Startplatz in Reichweite.

Davon will Wiesinger, der still und beharrlich um seinen Verbleib beim "Club" über die Saison hinaus kämpft, aber nichts wissen. "Ich kann das alles gut einordnen", betonte der 40-Jährige, der als Spieler für beide Teams aktiv war. "Wir sind absolut realistisch."

Angesichts der jüngsten Bayern-Auftritte und der letzten "Club"-Gastspiele in München schadet dies nicht. In den vergangenen beiden Spielzeiten blieb Nürnberg beim großen Rivalen aus der Landeshauptstadt jeweils ohne eigenen Treffer - dafür setzte es sieben Gegentore. Da fällt die Erinnerung an den 28. März 1992 leichter: Damals feierten die Franken ihren bislang letzten Bundesliga-Sieg in München, dank "Zaubermaus" Sergio Zarate.

Auf Vergleichbares am Samstag hoffen wohl nur fränkische Voll-Optimisten. "Die Bayern spielen derzeit in einer anderen Liga", weiß Wiesinger. "Das ist eine Mannschaft, die derzeit einen Fußball zeigt, den man in der Art und Weise so konstant selten gesehen hat." Auch Profi Hanno Balitsch ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst: "Wir spielen gegen die mit Abstand beste Mannschaft in Deutschland, wahrscheinlich im Moment auch die beste Mannschaft in Europa."

Aus seinem erfolgreichen Turin-Team wird Bayern-Coach Jupp Heynckes wohl manchem Akteur eine Pause gönnen. Immerhin geht die Münchner Titeljagd schon am Dienstag mit dem Halbfinale im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg weiter. "Dass ich einige andere Spieler einsetzen werde, das bietet sich natürlich an", kündigte Heynckes an. Doch Rotation hin oder her: "Egal, wer bei den Bayern aufläuft: Die haben ein Heimspiel vor 70 000 Zuschauern", sagte Wiesinger.

"Wir werden uns teuer verkaufen, das entspricht dem Charakter unserer Mannschaft", kündigte der "Club"-Coach selbstbewusst an. Vielleicht ist nach dem Bayern-Jubel in der Champions League und vor dem Halbfinale im DFB-Pokal am Samstag sogar der beste Moment, um in München anzutreten. Wiesinger hält allerdings von derlei Gedankenspielen nichts: "Für mich gibt es keinen guten Zeitpunkt. Es muss schon ein perfekter Nachmittag werden, um da was mitzunehmen."

dpa


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