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In der Bundesliga fielen, verglichen mit Spanien, Frankreich, Italien und England, im Schnitt die meisten Tore pro Spiel.

In der Bundesliga fielen, verglichen mit Spanien, Frankreich, Italien und England, im Schnitt die meisten Tore pro Spiel. © Andreas Gebert

Fußball

Bundesliga im Europa-Vergleich: Mehr Tore, mehr Fans

Die beste Mannschaft Europas ist mit dem FC Barcelona als Champions-League-Sieger gekürt. Doch welche nationale Liga war in der vergangenen Saison die stärkste? Trends und Fakten aus Europas Top-Ligen Deutschland, Italien, Spanien, England und Frankreich.

Berlin. TORE: Die wenigsten Treffer pro Spiel gab es in der abgelaufenen Saison in Frankreich, nur durchschnittlich 2,49 Tore fielen in einer Partie. Am anderen Ende der Tabelle liegt die Bundesliga mit dem Spitzenwert von 2,75 Toren pro Spiel. In keiner anderen europäischen Top-Liga fallen so viele Tore. Italien, einst berühmt für seinen Catenaccio-Fußball, folgt auf Rang zwei. Das für seine Offensiv-Spektakel à la Messi, Neymar und Ronaldo bekannte Spanien ist Dritter vor England. In nackten Zahlen sind das in 380 Spielen in Italien 1024 Tore, in Spanien 1009, in England 975 und in Frankreich 947. In Deutschland spielen mit 18 Clubs zwei Vereine weniger als bei der europäischen Top-Konkurrenz. Daher gibt es nur 306 Spiele, in denen der Ball 843 Mal im Netz landete.

ELFMETER: Ob ein Grund für die vielen Tore der exzellente Wert im Verwandeln von Elfmetern ist? Auch hier ist die Bundesliga zusammen mit Frankreich an der Spitze. Wird ein Strafstoß gepfiffen, verwandeln ihn die Bundesliga-Profis zu mehr als 80 Prozent. Doch der Elfmeterpfiff ertönt in Deutschland am seltensten. Nur 71-mal zeigte der Schiedsrichter in der vergangenen Saison auf den Punkt, 13 Strafstöße wurden nicht verwandelt. Nur in England gab es im Schnitt weniger Elfer.

FAIRNESS: In puncto Fairness ist die Bundesliga ebenfalls führend - zumindest gemessen an den Schiedsrichterentscheidungen. Die wenigsten Roten Karten pro Spiel gab es nämlich in Deutschland. 0,17-mal pro Spiel verwiesen die Referees einen Spieler vom Platz. In England (0,19) und Frankreich (0,20) sind es nur unwesentlich mehr. Am häufigsten schicken die Unparteiischen in Italien (0,31) einen Spieler vorzeitig zum Duschen. Doch auch in Spanien wird mehr gepfiffen als in Deutschland. In der Primera División sahen im Schnitt 5,19 Spieler pro Partie die Gelbe Karte, es folgt Italien mit 4,63 Verwarnungen pro Spiel. Deutschland liegt mit 3,53 Verwarnungen im Mittelfeld. In England (3,48) und Frankreich (3,28) wurden noch weniger Gelbe Karten gezückt.

TRAINERWECHSEL: Wer als Trainer einen sicheren Job haben will, sollte nicht in der Bundesliga anheuern. Aber auch in England oder Spanien ist die Situation für die Trainer alles andere als entspannt. In Deutschland gab es in der vergangenen Saison zehn Trainerwechsel. Damit tauschte mehr als die Hälfte der Clubs ihre Coaches aus. In England gab es 14 Trainerwechsel. Auch in Spanien sitzen Trainer auf dem Schleudersitz. 15 von 20 Vereinen wechselten in der abgelaufenen Saison den Übungsleiter. Vergleichsweise sicher ist das Coachen in der italienischen Serie A (8 Rauswürfe) oder in der französischen Ligue 1, wo lediglich fünf Trainer ihren Job verloren. ZUSCHAUER: Die Bundesliga ist die zuschauerstärkste Liga Europas - mit Abstand. Insgesamt mehr als 13 Millionen Fans pilgerten vergangene Saison in die deutschen Erstliga-Stadien. Das entspricht rund 43 600 Zuschauern pro Spiel. Von solch stimmungsvollen Kulissen kann in anderen Ligen nur geträumt werden. In Italien sehen im Schnitt lediglich 19 800 Zuschauer eine Partie, in Frankreich sind es 22 200. Auf Rang zwei liegt die englische Premier League mit 36 000 Besuchern pro Match, es folgt Spanien mit 26 800 Fans.

dpa


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