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Schalke-Coach André Breitenreiter kann mit dem Trainingslager in Fort Lauderdale nur bedingt zufrieden sein.

Schalke-Coach André Breitenreiter kann mit dem Trainingslager in Fort Lauderdale nur bedingt zufrieden sein. © Maja Hitij

Fußball

Breitenreiter fördert Konkurrenzkampf - Wirbel um Sané

Das Trainingslager der Schalker in Florida läuft nicht ganz so reibungslos wie erhofft. Ständige Spekulationen um Sané, die Verletzung von Höwedes und wenig optimale Bedingungen stören.

Fort Lauderdale. Im sonnigen Florida wollte der FC Schalke 04 die Grundlage für eine Aufholjagd in der Bundesliga-Rückrunde legen, doch so reibungslos wie erhofft verlief das Trainingslager in den USA nicht.

Spekulationen um den begehrten Jungstar Leroy Sané, die Verletzung von Kapitän Benedikt Höwedes und nicht optimale Trainingsbedingungen störten die Vorbereitung bei der Knappen-Werbetour im "Soccer"-Land. Selbst das Wetter spielte nicht recht mit.

"Für den Verein ist es wichtig, neue Märkte zu erschließen und sich zu präsentieren - da bin ich zu hundert Prozent dabei", sagte Trainer André Breitenreiter im Interview von "Funke Sport". "Gegen das Wetter können wir uns nicht wehren, es regnet ja auch nicht jeden Tag." Dass Höwedes bereits im ersten Testspiel gegen Fort Lauderdale einen Muskelfaserriss im Oberschenkel erlitt, mehrere Wochen ausfällt und nicht nur zum Rückrundenstart am 24. Januar gegen Werder Bremen fehlt, findet Breitenreiter "sehr bitter".

Der Coach führte die Höwedes-Blessur auch darauf zurück, dass sein Team sich vor der Partie nicht richtig aufwärmen konnte, weil man von einem Platz auf den anderen geschickt worden sei. Mit dem Ausfall des bereits in die Heimat gereisten Kapitäns habe man "wieder Qualität verloren". Auch der Lärmpegel bei den Übungseinheiten nervte. "Man sieht, dass der Fußball hier nicht die Nummer eins ist. Da haben wir mit einigen Hindernissen umzugehen. Es ist natürlich nicht so schön, wenn eine Woche lang auf unserem Trainingsgelände eine Großveranstaltung ist und man nicht ungestört arbeiten kann", sagte Breitenreiter heiser.

Hinzu kamen ständige Medienberichte über die Zukunft des angeblich von zahlreichen europäischen Spitzenclubs wie Manchester City, Real Madrid oder FC Barcelona gejagten Leroy Sané. Zwar dementierte der zum Saisonende auf Schalke wohl scheidende Manager Horst Heldt eine Ausstiegsklausel im bis 2019 datierten Kontrakt des Fußball-Juwels für diesen Winter und den kommenden Sommer. Mit der Vermutung, der 20-jährige Sané könne den Club von 2017 an für eine festgeschriebene Ablösesumme verlassen, räumte Heldt aber nicht auf - und öffnete damit Tür und Tor für weitere Spekulationen.

Der Trainer ist fast erstaunt, dass Jungnationalspieler Sané, der laut "Sport Bild" bereits einen dicken Werbevertrag (Nike) in der Tasche hat, den Trubel so gut wegsteckt. "Nur ganz wenige können nachvollziehen, was auf den Jungen einprasselt - das ist immens." Gleichwohl ist Breitenreiter mit dem locker und stets für einen Spaß aufgelegten Sané zufrieden. "Er reagiert sofort, wenn ich ihm etwas sage, und zeigt danach super Trainingsleistungen. Leroy ist als Typ eine coole Sau, diese Unbekümmertheit zeichnet ihn aus."

Zwar bekam Breitenreiter nicht seine Wunschspieler wie etwa Renato Augusto oder Gökhan Inler, aber die Neuzugänge Younes Belhanda und Alessandro Schöpf sollen den Konkurrenzkampf erhöhen. Den aus Nürnberg geholten U21-Nationalspieler Schöpf betrachtet der Coach als "Investition in die Zukunft". Der von Dynamo Kiew ausgeliehene Belhanda habe zuvor in Frankreich sein Leistungsvermögen nachgewiesen.

"Wir haben Spieler dazu gewonnen, aber die Qualität von Julian Draxler haben wir augenscheinlich noch nicht ersetzen können", räumte Breitenreiter ein. Eine Prognose für die Rückrunde des Bundesliga-Sechsten mit Ambitionen auf einen Champions-League-Platz wagt er nicht: "Wir wollen uns verbessern und auch mehr Punkte holen als in der Hinserie, aber versprechen kann man das nicht."

dpa


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