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Änis Ben-Hatira war an beiden Frankfurter Toren beteiligt.

Änis Ben-Hatira war an beiden Frankfurter Toren beteiligt. © Frank Rumpenhorst

Fußball

Ben-Hatira führt Frankfurt zum Derbysieg gegen Mainz

Eintracht Frankfurt sendet wieder ein Lebenszeichen im sportlichen Überlebenskampf. Im Derby gegen Mainz feiern die Hessen einen späten Sieg. Held des Tages ist wieder Änis Ben-Hatira, dessen Schuss der Mainzer Bell ins eigene Tor abfälscht.

Frankfurt/Main. Abgekämpft, aber überglücklich sackten die Frankfurter Spieler zu Boden. Die Erleichterung stand den Eintracht-Profis um Matchwinner Änis Ben-Hatira ins Gesicht geschrieben, als sie sich nach dem 2:1 (1:1) gegen den FSV Mainz 05 langsam auf die Ehrenrunde begaben.

Mit dem Sieg im Nachbarschaftsduell schaffte die Mannschaft von Trainer Niko Kovac den so dringend benötigten Befreiungsschlag und darf wieder auf die Rettung in der Fußball-Bundesliga hoffen. "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt und den Willen und Glauben hat, das Unmögliche zu schaffen", sagte Kovac erleichtert. "Die Art und Weise, wie sie agiert hat, war richtig stark. Wir haben Leidenschaft an den Tag gelegt."

Nach den Niederlagen der Konkurrenz haben die Hessen mit 30 Punkten nur noch einen Zähler Rückstand auf den Relegationsrang, bis zum rettenden 15. Platz sind es noch drei Punkte. Durch den Frankfurter Erfolg wurde zugleich auch der Abstieg des Tabellenletzten Hannover 96 besiegelt. Die Mainzer verbleiben mit 45 Zählern auf dem sechsten Tabellenplatz, haben aber trotz der erneuten Niederlage weiter gute Chancen auf die Europacup-Teilnahme.

"Wir haben einen riesigen Aufwand betrieben und sind dafür endlich einmal belohnt worden. Es wäre fatal gewesen, wenn wir aus diesem Spiel nur einen Punkt mitgenommen hätten. Jetzt sind alle wieder voller Hoffnung, dass uns die Wende gelingt", sagte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Linksverteidiger Bastian Oczipka ergänzte: "Dieser Sieg ist eine Initialzündung für die ganze Stadt."

Erst in der 84. Minute gelang der Eintracht der Siegtreffer, als Ben-Hatira das 2:1 erzwang. Der Schuss des Ex-Berliners wurde dabei unhaltbar von Stefan Bell ins eigene Tor abgefälscht. "Das Gefühl, als der Ball reinging, kann ich gar nicht in Worte fassen. Diesen Sieg haben alle gebraucht, aber wir müssen ihn nächste Woche in Darmstadt krönen", betonte Ben-Hatira.

Vor 50 300 Zuschauern in der Frankfurter WM-Arena war Mainz durch ein sehenswertes Freistoßtor von Daniel Brosinski in Führung gegangen (18.). Marco Russ leitete noch vor der Pause die Frankfurter Wende mit dem Ausgleich ein (28.). Für die Frankfurter war es erst der zweite Sieg aus den letzten 13 Spielen. Angesichts des Restprogramms mit nur noch einem Heimspiel (gegen Borussia Dortmund) war der Erfolg aber dringend notwendig. Schon beim 1:0 gegen Hannover 96 hatte Ben-Hatira das entscheidende Tor erzielt.

Das frühe Gegentor machte die Angelegenheit für die Frankfurter nicht einfach, entmutigen ließ sich die Kovac-Elf aber nicht. Auch nicht durch das Aus von Stefan Aigner, der nach 24 Minuten vom Platz musste. Bei einem Zusammenprall mit dem Mainzer Giulio Donati zog sich der Eintracht-Profi eine Gehirnerschütterung zu.

Nach 28 Minuten hellte sich die Miene von Kovac dann aber doch auf, als seiner Mannschaft auf kuriose Weise der Ausgleich gelang. Nach einem Freistoß von Szabolcs Huszti rutschte Ben-Hatira beim Torschuss, brachte den Ball aber im Sitzen noch in die Mitte, wo Russ goldrichtig stand. Der Kapitän war unter der Woche noch gesundheitlich angeschlagen und hatte Antibiotika nehmen müssen.

Noch vor der Pause wäre Haris Sferovic fast die Führung gelungen, doch er scheiterte frei an Mainz-Keeper Loris Karius. Auch im zweiten Durchgang waren die Frankfurter die spielbestimmende Mannschaft und hatten Möglichkeiten, wie etwa bei einem Drehschuss von Ben-Hatira (58.). Kurz darauf zwang Seferovic mit einem Kopfball Karius erneut zu einer Glanzparade. Mainz war bei den wenigen Kontern aber nicht ungefährlich. Jhon Córdoba scheiterte in der 65. Minute an Eintracht-Torwart Lukas Hradecky, der sich am Ende mit seinen Vorderleuten jubelnd in den Armen lag.

dpa


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