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Der Hamburger SV muss langsam wieder zittern.

Der Hamburger SV muss langsam wieder zittern. © Christian Charisius

Fußball

Beim HSV geht die Angst vor Relegation wieder um

Mit dem Thema Abstieg wollte der HSV in dieser Saison nichts zu tun haben. Nach dem 1:3 zu Hause gegen Abstiegskandidat Hoffenheim ist die Angst aber zurück.

Hamburg. Allmählich rutscht der Hamburger SV wieder in Relegations-Nähe. Als wären die nervenaufreibenden Zittereinlagen in den beiden Vorjahren nicht Mahnung genug, muss der hanseatische Fußball-Bundesligist auch in dieser Saison bangen.

Jüngster Verursacher der Misere ist Abstiegskandidat 1899 Hoffenheim, der als schlechteste Auswärtsmannschaft der Bundesliga an die Elbe gereist war und mit 3:1 siegte. Die Sicherheitszone zu Platz 16 beträgt nur noch vier Punkte. "Die Situation ist nicht besser geworden. Aber ich habe keine Angst", sagte Abwehrspieler Matthias Ostrzolek.

Dabei hatten die Hamburger noch Glück, dass Schiedsrichter Knut Kircher nicht seinen besten Tag hatte. Anderenfalls wäre Torhüter René Adler bei seiner Strafraumattacke auf den einschussbereiten Hoffenheim-Stürmer Kevin Volland vom Platz geflogen. So gab es nur Gelb und Elfmeter. "Knut Kircher ist ein innovativer Schiedsrichter und pfeift schon nach dem Regelwerk, das ab Juli gilt", spottete Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen. Der Gescholtene räumte ein: "Nach Betrachten der Bilder wäre Rot für Adler möglich gewesen."

Auch über einen gegebenen und einen nicht gegebenen Handelfmeter für den HSV gab es Streit. Die Entscheidung hätte in beiden Situationen auch andersrum fallen können. Ebenso löste der indirekte Freistoß für Hoffenheim im HSV-Strafraum Diskussionen aus, weil Torhüter Adler einen Rückpass von Ostrzolek mit der Hand annahm. "Das war kein Rückpass. Der Ball sollte ins Aus", behauptete Ostrzolek. Den Freistoß von der Fünf-Meter-Linie hatte Volland überlegt eingeschoben.

Mit lediglich neun Punkten gehört der HSV zu den schlechtesten Rückrunden-Teams. In der Hinrunde war das noch 1899 Hoffenheim mit 13 Zählern. Nach zehn Partien der Rückrunde haben die Kraichgauer schon 14 Punkte und rufen dem HSV brutal ins Bewusstsein, wie der Abstiegskampf geführt werden muss.  

"Wir sind an uns selbst gescheitert", resümierte Trainer Bruno Labbadia. "Wir hatten extrem viele Möglichkeiten, haben sie aber nicht genutzt." Schon vor dem Spiel hatte der Trainer zwar eine positive Entwicklung in seinem Team erkannt, aber ein großes Defizit ausgemacht: "Jetzt bekommen wir Torchancen. Jetzt müssen wir sie aber auch reinmachen." Das aber passiert nicht. "Wir müssen das schleunigst ändern, sonst wird es auch nächstes Mal nicht klappen", meinte HSV-Profi Aaron Hunt, der mit einem lässig verwandelten Elfmeter sein 50. Bundesliga-Tor erzielte.

Ostrzolek mahnt: "Jetzt kommen die wichtigen Spiele." Nach der Bundesliga-Spielpause tritt der HSV beim Tabellenletzten Hannover 96 an, eine Woche später kommt der ebenso absteigsgefährdete Tabellennachbar Darmstadt 98 ins Volksparkstadion. Eigentlich wollen sich die Norddeutschen dann aller Sorgen entledigt haben.

dpa


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