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Heribert Bruchhagen warnte vor einer zunehmenden Dominanz der regelmäßigen CL-Teilnehmer.

Heribert Bruchhagen warnte vor einer zunehmenden Dominanz der regelmäßigen CL-Teilnehmer. © Kevin Kurek

Fußball

Bald spanische Verhältnisse in der Bundesliga?

Joachim Löw tut es. Der FC Bayern versucht es in der nächsten Spielzeit mit Startrainer Josep Guardiola auch. Spanien zu kopieren, ist schwer en vogue - nur in einer Sache soll der Fußball aus dem Land des Welt- und Europameisters für Deutschland kein Vorbild werden.

Frankfurt/Main. "Mich bedrückt der Gedanke, dass die Vereine, die schon seit Jahren an den Fleischtöpfen der Champions League sitzen, in den nationalen Wettbewerben immer dominanter werden, so dass man um diese mittelfristig Angst haben muss", warnte Heribert Bruchhagen nach dem schnellsten Titel der Ligageschichte durch den FC Bayern München.

Dieses Szenario zeichnet sich ab. Wie in Spanien der FC Barcelona und Real Madrid könnten in der Bundesliga künftig der FC Bayern und Borussia Dortmund das Geschehen diktieren - zu überlegen scheinen die Großmächte der Konkurrenz. Eintracht Frankfurts Vorstandschef Bruchhagen gehört zur Fraktion der Mahner, die das europäische Sondermerkmal der Liga bedroht sehen - die große Ausgeglichenheit bis hinein in die Spitze.

In den vergangenen zehn Jahren durften immerhin fünf verschiedene Vereine, neben den Bayern und Vorgänger Borussia Dortmund noch Werder

 

Bremen, der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg, am Saisonende die Meisterschale schwenken. Von Europas Top-Ligen verzeichnete lediglich Frankreichs Ligue 1 einen ebenso spannenden und abwechslungsreichen Wettbewerb, ermittelte eine jüngst veröffentlichte Studie. Vier verschiedene Meister gab es in diesem Zeitraum in England, jeweils nur drei in Italien und Spanien, wo der FC Valencia 2004 letztmals die Phalanx von Real und Barça durchbrechen konnte.

 

Drohen der Bundesliga also Verhältnisse wie in Spanien? Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser glaubt nicht daran. "Die Historie der Bundesliga zeigt, dass immer wieder andere Vereine in die Spitze vorstoßen können. Das wird auch in den kommenden Jahren nicht auszuschließen sein. Deshalb erwarte ich langfristig in der Bundesliga auch keinen Trend, der spanische Verhältnisse widerspiegelt", sagte Holzhäuser der Nachrichtenagentur dpa.

Die verbalen Muskelspiele der Bayern nach dem schnellsten Gewinn der Meisterschaft in der Bundesliga-Geschichte lassen befürchten, dass der deutsche Branchenprimus sich nach zwei titellosen Jahren nun wieder dauerhaft an der Spitze einzurichten gedenkt. "Normalerweise ärgert uns ein Verein nur einmal. Dortmund hat es zweimal geschafft. Dafür müssen wir ihnen Respekt zollen. Das haben sie super gemacht. Aber unsere Antwort war eindeutig. 20 Punkte sind eine deutliche Antwort. Damit müssen sie jetzt leben", erklärte Bayern-Präsident Uli Hoeneß mit vor Stolz geschwellter Brust.

Doch der BVB wird dies nicht kampflos hinnehmen, so dass Bruchhagens Befürchtungen nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Schon nach dem Pokal-Aus in München hatte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp für die Zukunft versprochen: "Wir werden nicht als chancenloser Konkurrent dastehen."

Allein in dieser Saison hat die Borussia in der europäischen Königsklasse rund 45 Millionen Euro verdient. Bei einem Vorstoß ins Halbfinale kämen knapp fünf Millionen Euro hinzu. In der gleichen Größenordnung bewegen sich die bisherigen Einnahmen der Bayern. Hinzu kommen für die beiden deutschen Topvereine noch die Gelder aus dem Marktpool der UEFA, die insgesamt 409,6 Millionen Euro ausschüttet.

Kein Wunder, dass Bruchhagen für die Bundesliga mittelfristig Schwarz sieht. "Die Kluft zwischen den in der Champions League spielenden Mannschaften und den anderen Vereinen ist riesengroß - und sie wird immer größer", betonte der Eintracht-Boss.

Holzhäuser glaubt zwar nicht, dass sich die totale Dominanz der Bayern in der kommenden Spielzeit wiederholen wird. "Allerdings ist der FC Bayern München nun mal sportlich und wirtschaftlich allen anderen Vereinen weit voraus", sagte Holzhäuser und fügte hinzu: "Dortmund ist am nächsten dran und kann sich auch dahin entwickeln."

dpa


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