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Werder Bremen droht der erste Bundesliga-Abstieg seit 1980.

Werder Bremen droht der erste Bundesliga-Abstieg seit 1980. © Carmen Jaspersen

Fußball

Abstiegskampf im Schneckentempo

Sie wollen, aber sie können nicht! Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf, der FC Augsburg und 1899 Hoffenheim liefern sich einen Abstiegskampf im Schneckentempo. Das Quartett verpasste durch Niederlagen am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga Big Points auf dem Weg zum erhofften Klassenerhalt.

Stuttgart. Nur Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth ist schon abgeschlagen. Eine Bestandsaufnahme.

 

WERDER BREMEN (14. Platz, 32 Punkte):

 

Desolat - anders lässt sich das 0:3 im Nord-Duell gegen den VfL Wolfsburg nicht beschreiben. Für mehr Aufregung als sein Team sorgte ausgerechnet Werder-Coach Thomas Schaaf mit einer scheinbar unbedachten Äußerung. "Wenn ich im Weg stehen sollte, geh' ich gerne zur Seite, dass ist überhaupt nicht das Problem", sagte er. Amtsmüde? Eher nicht. Der Coach rief sein Team unmittelbar nach der Pleite in die Kabine, teilweise wurden die Profis sogar aus Interviews herausgerissen. "Der Trainer hat deutliche Worte gefunden", berichtete Kapitän Clemens Fritz über den Auftritt Schaafs.

Noch haben die Hanseaten fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, doch nach nunmehr neun Spielen ohne Sieg droht weiter der erste Bundesliga-Abstieg seit 1980. Er mache sich Sorgen um den Klassenverbleib, räumte Geschäftsführer Thomas Eichin ein: "Wenn man das Spiel heute sieht und die erste Halbzeit sieht, ja." Bayer Leverkusen wartet am Samstag.

 

FORTUNA DÜSSELDORF (15. Platz, 30 Punkte):

 

Das 1:2 beim Hamburger SV war eine vertane Chance. In den ersten 20 Minuten war bei den Rheinländern die Verunsicherung nach sieben Partien ohne Sieg fast spürbar. Dann hatten die Gäste sogar zwingendere Torchancen als der HSV. Es war weit mehr drin als der Treffer von Dani Schahin (35.), der drei Jahre in der HSV-Reserve gespielt hatte, aber für die Profis zu schlecht befunden wurde.

"Wir müssen den Einsatz dahin treiben, dass wir über 90 Minuten gut spielen", analysierte Trainer Norbert Meier, der die Fehler zu Beginn scharf kritisierte. "Wir dürfen uns nicht dahinter verkriechen, dass die Moral intakt ist", betonte Meier, der nun vor der schwierigen Aufgabe steht, sein Team auf Borussia Dortmund einzustellen. "Wir haben jetzt eine Woche Pause, Dortmund hat noch ein schönes Spiel gegen Real Madrid vor sich."

 

FC AUGSBURG (16. Platz, 27 Punkte):

 

"Wir haben es noch immer in der eigenen Hand, den Klassenerhalt zu schaffen", sagte Abwehrspieler Matthias Ostrzolek nach dem 0:1 bei Borussia Mönchengladbach. Für Ärger sorgte die Schlüsselszene des Spiels. Erst pfiff Schiedsrichter Jochen Drees nach dem Foul von Kevin Vogt an Peniel Mlapa (26. Minute) Elfmeter, dann kassierte der Verteidiger noch Rot. "Bis dahin waren wir nicht schlechter als der Gegner", befand FCA-Trainer Markus Weinzierl.

Kommende Woche empfängt Augsburg den VfB Stuttgart - das vorletzte Heimspiel ist bereits ausverkauft. Und unterkriegen lassen will sich der Tabellen-16., der an den letzten vier Spieltagen mindestens den Relegationsplatz verteidigen will, nicht. "Wir sind ein Team und werden auch diesen Rückschlag wegstecken", sagte André Hahn.

 

1899 HOFFENHEIM (17. Platz, 24 Punkte):

 

Der Aufwärtstrend ist gebremst worden. Nach zuletzt vier Zählern aus zwei Partien erlebten die Kraichgauer einen herben Rückschlag mit dem deftigen 0:5 bei Bayer Leverkusen. "Wir haben gegen einen Gegner gespielt, der einen Sahnetag erwischt hat", erkannte 1899-Trainer Markus Gisdol die Leistung des Champions-League-Aspiranten an.

Ein Knackpunkt: Nach der Roten Karte für Eugen Polanski (23.) wegen einer Notbremse an Stefan Kießling geriet die TSG früh in Unterzahl. "Die Mannschaft ist noch nicht stabil genug, um so einen Rückschlag wegzustecken", kommentierte Gisdol. Das Restprogramm mit Heimpartien gegen Nürnberg und Hamburg sowie in Bremen und Dortmund lässt nicht viel Raum für Hoffnung. "Die Rettung wird schwer, aber es ist nicht unmöglich", meinte Kapitän Andreas Beck.

dpa


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