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Julian Draxler (l) und Benedikt Höwedes feiern Draxlers frühes Führungstor im Derby gegen den BVB.

Julian Draxler (l) und Benedikt Höwedes feiern Draxlers frühes Führungstor im Derby gegen den BVB. © Kevin Kurek

Fußball

2:1 im Derby: Schalke feiert zweiten Sieg über BVB

Für die Fans war es ein Festtag, für die Profis ein Erfolgserlebnis der besonderen Art. Noch Minuten nach dem 2:1 (2:0) des FC Schalke 04 im hochklassigen Revierderby über Borussia Dortmund bebte die Veltins-Arena.

Gelsenkirchen. Ausgelassen feierten Mannschaft und Anhänger den zweiten Coup der Königsblauen über den deutschen Meister binnen einer Saison. "Das ist Balsam für unsere Seelen", kommentierte Sportmanager Horst Heldt die glänzende Stimmung auf den Tribünen und in der Kabine. Besonderen Grund zur Freude hatte Jens Keller. Der seit seinem Amtsantritt kurz vor Weihnachten kritisch beäugte Fußball-Lehrer gewann mit dem dritten Bundesliga-Sieg in Serie weiter an Renommee. Gleichwohl trat Keller gewohnt zurückhaltend auf. "So wie ich vorher bei Niederlagen nicht in Depressionen verfallen bin, mache ich jetzt keine Luftsprünge", kommentierte er die erfreuliche Entwicklung der vergangenen Wochen.

In der 142. Auflage des Klassikers vor 61 673 Zuschauern sorgten die Torschützen Julian Draxler (12.) und Klaas-Jan Huntelaar (35.) für den verdienten Erfolg der Schalker, die sich wieder Hoffnung auf einen erneuten Platz in der Champions League machen können. Den Anschlusstreffer für die nur in der zweiten Halbzeit gleichwertige Borussia erzielte Robert Lewandowski (59.). "Beide Derbys verloren zu haben tut weh", bekannte BVB-Mittelfeldspieler Nuri Sahin.

Anders als bei der umjubelten Gala in der Champions League gegen Donezk blieb die Borussia vor allem in der ersten Halbzeit unter ihren Möglichkeiten. Mit der fünften Saisonschlappe verspielte sie die Chance, sich im Kampf um die europäische Königsklasse weiter abzusetzen. "Die 2. Halbzeit war richtig gut, deswegen wäre ein Unentschieden nicht völlig unverdient gewesen", befand Trainer Jürgen Klopp.

Erst mit der Einwechslung von Marco Reus direkt nach der Pause gewann das Angriffsspiel der Borussia an Durchschlagskraft. Klopp rechtfertigte dennoch die Entscheidung, den Nationalspieler in den ersten 45 Minuten geschont zu haben: "Wir würden es wieder so machen. Wenn alle fit sind, müssen wir bei unserem Programm der vergangenen Tage solche Momente nutzen, um den ein oder anderen Spieler zu schonen."

Der bessere Start der Gastgeber brachte den BVB schon früh ins Hintertreffen. Am Ende eines mustergültigen Angriffs bediente Atsuto Uchida Schalkes Jungstar Draxler, dem mit einem Schuss aus zwölf Metern der siebte Saisontreffer gelang. Diese Führung ermutigte die Schalker zu einer offensiven Gangart. Einen Kopfball von Joel Matip (25.) klärte Mario Götze auf der Linie, BVB-Keeper Roman Weidenfeller parierte einen Schuss von Draxler (29.) aus kurzer Distanz. Doch beim Kopfball des Niederländers Huntelaar nach Flanke von Uchida war auch Weidenfeller machtlos.

Auf den Rückstand reagierte Klopp und wechselte nach der Pause Reus für Kevin Großkreutz und Sahin für Mads Hummels ein. Das zeigte Wirkung: Götzes Chance (48.) eröffnete eine Dortmunder Offensive. Der 17. Saisontreffer von Lewandowski aus kurzer Distanz brachte die durch den verletzungsbedingten Ausfall von Torjäger Huntelaar geschwächten Schalker ins Wanken. Eine sehenswerte Schlussphase mit großen Chancen hüben wie drüben rundeten das Bild vom einem guten Derby ab.

Einzig die Verletzung von Torschütze Huntelaar trübte die Freude der Schalker. Der in der 53. Minute ausgewechselte Niederländer zog sich nach erster Diagnose eine Knieverletzung zu und wurde noch am Abend im Krankenhaus untersucht. "Es sieht so aus, als ob er länger ausfällt", orakelte Keller.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 39 - 61

Torschüsse: 20 - 16

gew. Zweikämpfe in %: 51,4 - 48,6

Fouls: 16 - 13

Ecken: 3 - 2

Quelle: optasports.com

dpa


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