VON SIMON LANGE
HANNOVER. Die TUI-Arena bleibt das beliebteste Reiseziel der DEL: Gestern machten sich die Iserlohn Roosters auf den Weg nach Hannover – und auch für sie hatten die Scorpions ein großzügiges Gastgeschenk parat: drei enorm wichtige Punkte im Kampf um die Play-offs. Diese können sich die Scorpions nach dem 1:3 wohl langsam, aber sicher abschminken. Es war die zehnte Heimniederlage in Folge. Der letzte Sieg in der TUI-Arena – die älteren unter den Scorpions-Anhängern werden sich erinnern – war am 30. Oktober beim 4:3 nach Verlängerung gegen Köln geglückt.
Die drei verlorenen Punkte sind in vielerlei Hinsicht schmerzhaft: Platz zehn rückt in immer weitere Ferne, die historische Heimpleiten-Serie wird zur schlimmen Gewohnheit. Nürnberg räumt nach einem Sieg gegen Meister Berlin den letzten Platz für die Scorpions, die damit am Ende angelangt sind. Und auch das Selbstvertrauen dürfte wieder im Keller sein. Das Team von Trainer Toni Krinner verlor den gestrigen Heimauftritt nach gewohntem Schema: engagierter Start, verdiente Führung, Gegentreffer, Verunsicherung, Einbruch.
Die 1:0-Führung durch Marvin Krügers zweiten Saisontreffer nach guter Vorarbeit durch Sachar Blank (13.) gab nur bis zur ersten ernsthaften Gegenoffensive der Roosters Sicherheit. Die drückten im zweiten Drittel fünf Minuten das Gaspedal durch und überrumpelten die hilflosen Scorpions. Der Pfostentreffer von Robert Hock (26.) galt noch als Warnschuss. Lasse Kopitz’ Hammer unweit der Blauen Linie landete zum 1:1 im Netz (26.). 26 Sekunden später schoss Michael Wolf aus kurzer Distanz scharf. Dem sonst soliden Jonas Langmann rutschte die Scheibe unterm rechten Arm durch – 1:2.
Der zuverlässig wacklige Scorpions-Verteidiger Bryce Lampman gab anschließend mit seiner Zeitstrafe dem drittbesten Power-Play-Team der Liga die Gelegenheit, alles klar zu machen. Wolf fackelte nicht lange und erhöhte nach zehn Sekunden in Überzahl zum 3:1 (29.) – die Entscheidung nach der Hälfte des Spiels. Krinner war verbittert: „Es ist für uns sehr enttäuschend“, sagte der Scorpions-Coach, „uns fehlt im Angriff die Durchschlagskraft, das ist das Hauptübel. Aber das ist der Sport – manchmal kann er grausam sein.“
Einziger Aufreger im Schlussabschnitt: Schiedsrichter Robert Aumüller verwies zwei Roosters-Fans aus der Arena. Die hatten in seine Richtung einen Bierbecher geworfen, der allerdings an der Plastikscheibe abprallte und Aumüller nie erreichte.