VON TIM BURCHARDT
UND TONI LIETO
HANNOVER. Diese Notiz hätten sich die Hannover Scorpions liebend gern erspart, denn das 2:3 gestern gegen Meister Berlin war die neunte Heimniederlage am Stück. So viele hatte es für den Klub in der DEL noch nie gegeben. Und hätte es auch nicht geben müssen, wenn die Mannschaft von Trainer Toni Krinner bei den acht Spielen in der TUI-Arena zuvor ähnlich engagiert und motiviert aufgetreten wäre wie gestern. Der Trainer sprach von einer „kämpferischen Topleistung“.
Nicht viel hat gefehlt und der „Meister-Besieger“ hätte wie schon am 6. Dezember beim 3:2 in Berlin zugeschlagen. Vor allem Scott King hatte viel Spaß. Nach drei Minuten ließ er sich die Scheibe von Niki Mondt auflegen und schob im Alleingang zur Führung ein. Der König der Scorpions weiterhin mit lang vermisster Leichtigkeit: Mit dem Gefühl der Führung jonglierte der Kanadier gleich dreimal den Puck auf dem Schläger, Tennis-Star Roger Federer wäre stolz gewesen.
Hannovers Abwehr arbeitete gegen den Meister vieles weg, passte dann aber nicht auf. Darin Olver zeigte feinstes Vorhand-Rückhand-Dribbling und traf zum 1:1 (10.).
Zwar kämpften die Scorpions unbeeindruckt weiter, allerdings hatten die Eisbären einen Trick drauf, der schon beim Ausgleich vorzüglich funktioniert hatte und beim 1:2 gleich noch einmal vorgeführt wurde. Wieder blockte mit James Sharrow ein Berliner die Scheibe frei, so dass Tyson Mulock (23.) in Ruhe einschieben konnte. Für einen Moment verloren die Scorpions die Übersicht und standen kurz unter Dauerbeschuss. Doch die Abwehr um Andy Reiss und Dimitri Pätzold verhinderte Schlimmeres. Vor allem der Scorpions-Torwart bot Artistisches. Und noch besser: Die Abwehr der Gäste war sich nicht einig, Jeff Hoggan schob einen Berliner weg, und King traf zum 2:2 (39.). Was folgte, war ein Schlagabtausch mit Chancen im Minutentakt.
Nach 48 Minuten war Schluss mit lustig, jedenfalls für die Scorpions. Pätzold musste verletzt vom Eis. Jonas Langmann kam und fing sich in Unterzahl das 2:3 (52.). Bryce Lampman saß draußen und brummte eine Zehn-Minuten-Strafe ab, als Richard Regehr zur Berliner Führung traf. Hannover versuchte alles und nahm Langmann runter. Doch auch eine doppelte Überzahl reichte am Ende nicht mehr.