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Rund um die Welt Die Grotta Gigante bei Triest
Reisereporter Rund um die Welt Die Grotta Gigante bei Triest
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11:25 28.08.2018
Düster und recht frisch ist es in der größten Schauhöhle der Welt: Die Dimensionen der Grotta Gigante sind gewaltig. Quelle: Archivio Grotta Gigante
Sgonico

Viel Werbung gibt es nicht für eine der größten Höhlen der Welt. In den Bergen rund 20 Minuten von Triest entfernt, in der Nähe des Ortes Sgonico, verrät ein kleines Straßenschild, wohin man laufen muss, wenn man die

Grotta Gigante besichtigen will.

Und von der Höhle ist auch nichts zu sehen. Sie liegt ja unter der Erde. Das Volumen der großen Halle in der Grotte beträgt 600.000 Kubikmeter, 107 Meter misst sie am höchsten Punkt, 65 Meter ist sie breit, 130 Meter lang: Damit hat es die Grotta Gigante 1995 als größte Schauhöhle der Welt ins "Guiness-Buch der Rekorde" geschafft. Dabei gibt es größere Höhlen. Aber von denen, die Touristen ansehen können, sind alle kleiner. Wirklich vorstellen kann man sich die Ausmaße nicht. Dafür muss man hinab.

Der Eingang zur Grotte sieht nach Museum aus, und tatsächlich folgt nach der Kasse zunächst ein zweistöckiger Raum, in dem die Geschichte der Grotte erklärt wird. "Keine Fotos während des Abstiegs machen!", mahnt Führerin Federica Papi. Die Treppen sind steil. Wer aufs Kameradisplay schaut, kann ausrutschen.

Die Gruppe hört auf Papi. Ohnehin sind alle merkwürdig still beim Eintritt in die Höhle, in der es ein wenig wie in Omas Kartoffelkeller riecht. Selbst die italienische Schulklasse verstummt, als hätte sie das Tor zu einer fremden Welt betreten, von der nicht ganz klar ist, wie man sich in ihr verhalten darf.

Lichter erhellen die Treppenstufen und die Wände, deren verwachsene Oberfläche an Hunderte Schichten Kerzenwachs erinnert. Das Ausmaß der Höhle ist auf den ersten paar Metern schwer auszumachen, es geht vor allem nach unten, und die Grotte ist sehr verwinkelt.

"Das Gehirn kann die Dimension nicht erfassen", sagt Papi, die Höhlen-Biologin ist. Manche unterschätzten die Tiefe. 500 Stufen geht es runter, bis man am tiefsten Punkt ist und auf die Haupthalle blickt. "Und manche haben auch Angst." Tatsächlich hat die Höhle etwas Unheimliches. Es würde nicht wundern, wenn unten auf dem Boden ein alter Drache wartete. Ist das doch das Tor zu einer anderen Welt?

"Das hier ist einfach das Werk der Natur", ruft Papi begeistert. Immer wieder legt die 40-jährige Italienerin Pausen ein, um den Besuchern die Höhle zu erklären, die vor zehn Millionen Jahren entstanden ist. Die Menschheit weiß dagegen erst seit kurzem von ihr: 1840 wurde sie entdeckt, als im Karstgebirge neue Wasserquellen für Triest gesucht wurden, ab 1890 wurde sie erforscht.

Seit 1908 ist die Grotta Gigante für

Touristen zugänglich. Die Höhle ist eine von mehr als 6000 Grotten in der Region Friaul-Julisch Venetien, die zu den höhlenreichsten Gegenden Italiens zählt. Grund ist der Karst: Das Gebirge besteht aus Kalk- und Dolomitstein, der reich an Karbonat ist - und damit löslich bei Regenwasser.

Der größte Stalagmit ist zwölf Meter hoch und nennt sich Ruggero - deutsch: Rüdiger. Auch wenn man ihn minutenlang betrachtet, ist schwer vorstellbar, dass er ein Produkt der Natur sein soll. Andererseits hatte diese 150.000 Jahre Zeit, ihn zu formen.

"Schließt die Augen und hört die Stimme der Höhle an!", ruft Papi. Mittlerweile ist die Gruppe am untersten Punkt angelangt. Die Kinder schließen artig die Augen. Es ist still, bis auf ein unregelmäßiges Tropfen. Es klingt wie eine Dusche, die gerade jemand benutzt hat.

Die Zeit scheint in der Grotte stillzustehen. Seit Millionen Jahren herrscht die gleiche Temperatur, es gibt nie Wind und nie Regen. Von Menschenhand stammen nur die Beleuchtung, die Treppe, die Mülleimer. Und die Technik. Forscher erkunden die Höhle immer noch.

Nach 500 weiteren Stufen - diesmal bergauf - ist man wieder draußen in den ruhigen Bergen. Im Sonnenlicht erscheint der Gedanke an die Höhle unwirklich. Ein Souvenirladen verkauft Plastikstalagmiten, Miniatur-Ausgaben von Rüdiger. Doch natürlich sind sie gar nichts im Vergleich zum Original.

dpa

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