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Auf Tour - Reisetipps für den Urlaub zwischendurch Bis nächsten Sommer
Reisereporter Auf Tour - Reisetipps für den Urlaub zwischendurch Bis nächsten Sommer
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22:59 11.10.2018
Schier endlos: Am weißen feinen Sandstrand können Inselbesucher lange Spaziergänge machen.
Terschelling

Ich habe Gänsehaut am ganzen Körper. Aus den Lautsprechern der „Frisia II“ schallt der Akkordeon- Mega-Hit „Biscaya“ von James Last, bedächtig legt die Fähre ab. Morgendlicher Sonnenschein taucht die kleine ostfriesische Insel Juist in sanfte Farben. Am Hafen heben die Menschen die Hände zum Abschied. „Bis nächsten Sommer“ oder „Kommt bald wieder“ rufen sie, ihre Gäste winken fröhlich und gleichzeitig ein bisschen wehmütig zurück. Stimmungsvoller kann eine Abreise nicht sein. Und auch ich denke schon in diesem Moment darüber nach, wie ich es am besten anstellen kann, dieses herrliche Stückchen Erde bald wieder anzusteuern. Dabei habe ich doch nur zwei Tage auf Juist verbracht und die Insel ist mit nur 17 Kilometern Länge und maximal 500 Metern Breite wirklich sehr überschaubar.

Mystische, herbe Natur

Was ist das Besondere an ihr, das mich so in ihren Bann gezogen hat? Sicherlich vor allem die karge, von hohen Dünen, windgeschüttelten Bäumen und gedrungenen Büschen, weiten Salzwiesen und schier unendlichen weißen Sandstränden geprägte, herbe Natur. Ein großer Teil der Fläche steht unter strengem Naturschutz, gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Welche Kraft und Mystik diese Natur ausstrahlt, wenn man genau hinhört und auch mal schweigt, habe ich auf einer zweistündigen Wanderung zu den Juister Kraftplätzen erfahren. Astrid Witschorke, auf der Insel geboren und aufgewachsen, führt jeden Sonnabend durch die Dünen – ein Geheimtipp!

Entspannende Stille: Die Ruhe der Insel hat Autorin Sigrid Krings wohlig ergriffen. Quelle: Sigrid Krings

Wohlig ergriffen hat mich die Ruhe der Insel. Juist ist konsequent autofrei, zur schnelleren Fortbewegung dienen hier Fahrräder und Pferdewagen. Mal hört man Hufgetrappel, mal eine Fahrradklingel – und natürlich ständig den frischen Wind. Eine einzige gepflasterte „Landstraße“ verbindet den Ost- mit dem Westzipfel des Eilandes. Kurze befestigte Straßen gibt es in der bebauten Mitte von Juist, über der das prächtige Kurhaus thront. Der Rest sind schmale Wanderwege oder Stege im Sand, auf denen (und wirklich nur dort!) Gäste die Dünen erkunden dürfen.

Essen aus der Region

Kommen zu Natur und Ruhe noch eine heimelige Unterkunft und leckeres Essen hinzu, brauche ich nicht mehr zum Glück. Erstere fand ich im Hotel AnNatur, dem einzigen komplett Bio-zertifizierten Hotel auf Juist, das liebevoll von Katrin Wilhelm und ihrem Mann geführt wird. Hier bekommt man sogar ayurvedisches Essen und kann sich mit unterschiedlichsten Anwendungen und Massagen verwöhnen lassen. Kulinarisch stand die Insel an diesem Wochenende zum ersten Mal ganz im Zeichen der „Slow-Food-Bewegung“: 16 Restaurant boten zwei Tage ausschließlich Gerichte an, die aus regional angebauten Lebensmitteln gekocht waren.

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