Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Auf Tour - Reisetipps für den Urlaub zwischendurch Klein, aber fein
Reisereporter Auf Tour - Reisetipps für den Urlaub zwischendurch Klein, aber fein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:54 11.10.2018
Luzern liegt malerisch am Vierwaldstättersee. Hier der Blick auf die Jesuitenkirche. Quelle: Gabriel Ammon / AURA

Beeindruckende Architektur, idyllische Landschaft und besondere Shopping-Erlebnisse: In Neuchâtel, Basel und Luzern gibt es einiges zu entdecken. Ein Überblick über die Highlights:

NEUCHÂTEL

Der Blick über den Neuchâteler See auf das Alpenpanorama ist atemberaubend. Ganz im Osten ist der Titlis zu erahnen, auch Eiger, Mönch und Jungfrau sieht man. Und bei gutem Wetter, ganz im Westen, den Mont Blanc. Dennoch sollte man sich abwenden und den Blick um 180 Grad schweifen lassen. Dann nämlich sieht man die in gelbem Sandstein erbaute Altstadt von Neuchâtel, die zu einem Spaziergang einlädt. Mit seinen 32 000 Einwohnern und seiner südländischen Atmosphäre ist das tausendjährige Neuchâtel ein relaxtes Städtchen mit unglaublich viel Charme. Wer durch seine engen Gassen und über die gepflasterten Plätze mit den lebendigen Cafés schlendert, entdeckt kleine Hinterhöfe und hübsche Brunnen, prachtvolle Anwesen und Gewölbekeller – und natürlich das Schloss und die Stiftskirche, die zu den Highlights dieser Stadt zählen. Vor allem ein nächtlicher Spaziergang auf den Schlosshügel darf nicht fehlen; denn wer über Treppen und Kopfsteinpflaster oben am Château ankommt, kann auf einer Bank pausieren, auf der wohl schon Balzac saß, um mit seiner Angetrauten einen lauschigen Abend zu verbringen.

Am Tag und in der Dunkelheit: Das Schloss der Stadt ist ein beliebtes Ziel – auch nachts sollte man einmal dorthin spazieren. Quelle: Switzerland Tourism/Markus Buehler-Rasom

Wer ein bisschen länger in Neuchâtel bleibt, sollte sich ein Fahrrad mieten und eine Tour in die nahe gelegenen Dörfer wie St. Blaise oder Hautrives, Bouldry oder Auvernier machen. Hier erwarten den Radler neben schmucken Örtchen nette Bars, gute Restaurants und bekannte Winzer, die regelmäßig ihre Keller zum Probieren öffnen. Liebhabern von Schweizer Uhren, Architekturbegeisterten und allen, die es werden wollen, sei ein Ausflug nach La Chaux-de-Fonds ans Herz gelegt. Im Geburtsort Le Corbusiers befinden sich nicht nur wunderbare Belle-Epoque- Gebäude und die ersten Häuser des weltberühmten Architekten, er gilt auch als Wiege der Uhrmacherei, wovon das karreeartig angelegte Straßenbild und die Architektur auf beeindruckende Weise Zeugnis ablegen: Leben und Arbeiten waren eng miteinander verbunden und komplett auf die Uhrmacherei ausgerichtet. Die großen Fenster der Fabriken und Wohnhäuser zeugen von der immensen Bedeutung des Tageslichts für die Arbeiter. Die Verbundenheit großzügiger Uhrenpatrons zur Bevölkerung sorgte dafür, dass aus dem kleinen Dorf auf 1000 Metern Höhe ein urbanes Zentrum mit Schulen, öffentlichen Gebäuden und einem bunten kulturellen Angebot wurde.

BASEL

Basel in der Dämmerung: Blick auf die Mittlere Rheinbrücke, die Wettersteinbrücke und den Roche-Tower. Quelle: Andreas Gerth

Die Basler lieben ihren Rhein, der nicht nur den Kölnern gehört. An seinen Ufern sieht man Spaziergänger und Kaffeetrinker, Eisesser und Sonnenanbeter, Studenten und Radfahrer – und im Sommer viele Schwimmer im mit roten Bojen abgegrenzten Bereich am Kleinbasler Ufer. Mit von der Partie ist hier meist auch der Wickelfisch, der nicht auf den Teller gehört, sondern ein wasserdichter Badesack ist, der dafür sorgt, dass man seine Siebensachen mitnehmen und am Ziel trocken wieder auswickeln kann. Ein empfehlenswertes Ziel in der Stadt mit der höchsten Museumsdichte des Landes ist die Fondation Beyeler (mit Auto oder Straßenbahn erreichbar), die als eines der schönsten Museen weltweit gilt. Das liegt nicht nur an ihren außergewöhnlichen Kunstwerken, sondern auch an dem von Renzo Piano geschaffenen Bau, der Architektur, Natur und Kunst auf einzigartige Weise verbindet. So wie dort trifft man in der ganzen Stadt auf viele moderne Gebäude von international renommierten Architekten wie Herzog & de Meuron, Mario Botta oder Richard Meyer. Im Südosten der Stadt entsteht nach dem städtebaulichen Konzept der Elbphilharmonie- Architekten gerade ein neues Quartier auf dem Dreispitz- Areal, das Gastronomie, Bildung, Freizeit und Wohnen vorsieht.

Spaßige Erfrischung: Im Sommer genießen die Baseler das kühle Nass des Rheins. Immer mit dabei: Der Wickelfisch, ein wasserdichter Badesack. Quelle: Andreas Zimmermann

Doch natürlich sind es auch die historischen Wahrzeichen der Stadt, die einen spannungsvollen Kontrast zur Moderne bewirken. Da ist das aus rotem Sandstein gebaute und reich verzierte Rathaus am großen Marktplatz oder das spätromanisch-gotische Münster mit seinen Zwillingstürmen, von denen man einen Rundumblick auf die Stadt am Dreiländereck hat. Basel macht es einem wirklich leicht, sich wohlzufühlen. Das „Trämli“ kutschiert einen durch die ganze Stadt, und wo es nicht fährt, da will man ohnehin viel lieber zu Fuß unterwegs sein: in den schmalen Gassen vom linksrheinischen Großbasel mit den hübschen Geschäften, die heimische Designer, Basler Leckerli und Trödel verkaufen, oder auch in denen von Kleinbasel mit den vielen Bars und Restaurants auf der anderen Rheinseite, die früher mal als No-go-Area der Stadt galt, woran heute nur noch ein paar rote Laternen und leicht bekleidete Damen erinnern.

LUZERN

Luzern sieht ein bisschen aus wie im Bilderbuch. Es liegt am Vierwaldstättersee, der grün wie dunkle Tannen ist und fjordartig verzweigt. Der Mittelpunkt der Region misst an seiner tiefsten Stelle über 200 Meter, weit mehr als 150 Kilometer seine Uferlinie, an der die vielen kleinen Orte liegen, deren Seeblick so viele Menschen lieben. Ein absolutes Muss ist daher eine Schifffahrt über den See. Durch den Schutz der Berge, die ihn umgeben, wie Rigi oder Pilatus, die Hausberge der Stadt, gedeihen hier Zypressen, Feigen und Palmen. Und auch die Stadt ist reich an Besonderheiten: das direkt am See gelegene, weltberühmte Kultur- und Kongresszentrum KKL von Stararchitekt Jean Nouvel zum Beispiel, dessen Konzertsaal eine phänomenale Akustik hat, die in der Welt ihresgleichen sucht. Oder die Wahrzeichen der Stadt wie die Kappelbrücke, die älteste Holzbrücke Europas, und der achteckige Wasserturm, der als das am meisten fotografierte Gebäude der Schweiz gilt. Lohnenswert ist auch ein Gang über die Museggmauer, die mit ihren neun Türmen zur historischen Stadtbefestigung gehört. Bei einem Rundgang durch Luzern sollte man es allerdings bei allem Charme der Altstadt nicht versäumen, diese gen Südwesten zu verlassen, um durch das Szeneviertel „Bruch“ zu schlendern. Bis 1971 noch wurden hier Rinder verkauft, heute findet man hier handgenähte Hosenträger, Läden im Vintage-Style und angesagte Bars und Restaurants.

Ein besonderes Highlight ist das jährlich im Frühjahr stattfindende ComicfestivalFumetto“. Gestartet 1992 als kleines regionales Event ist es heute das Festival für Comics und artverwandte Medien in Europa mit über 50 000 Besuchern, dessen Ausstellungsorte über die ganze Stadt verteilt sind.

Weitere Infos

www.fumetto.ch

Anna Schütz