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Region Wunstorf Nachrichten Neuer Streit: Was darf Bauland kosten?
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14:03 11.09.2018
Ortstermin im Wahlkampf 2017: Hendrik Hoppenstedt (von links), Sebastian Lechner, Klaus Neitzel, Harald Brand und Olaf Meyer mit Brands Plan für Bauland in Großenheidorn. Quelle: Kathrin Götze (Archiv)
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Großenheidorn

Die Nachfrage nach Bauland steigt, die Stadt will sie bedienen – doch bei den Verhandlungen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Das zeigt sich auch bei einem Streit zwischen Stadt und Grundbesitzern in Großenheidorn. Seit Jahren will ein Kreis von Euigentümern um den Zimmerer Harald Brand seine Flächen im Süden der Ortschaft (nahe Schaers Grasweg) auf den Markt bringen. Doch die Verhandlungen mit Verwaltung und Politik, die das Ackerland dafür zu Bauland umwidmen müssten, scheitern immer wieder an unterschiedlichen Preisvorstellungen.

Nach einem kürzlich erschienenen Bericht über den Mangel an Bauland in Wunstorf meldet sich Brand erneut zu Wort: Es liege nicht an den Verkäufern, dass aktuell zu wenig Bauland angeboten werde. Auch zweieinhalb Jahre nachdem er im Ortsrat Pläne für die Entwicklung der Fläche vorgestellt habe, und auf offene Ohren gestoßen sei, sei noch nichts passiert.

Letztendlich scheitere es am Geld, stellt Brand fest und findet: „Wenn einem als Verkäufer ein Preis von 23 bis 25 Euro pro Quadratmeter angeboten wird, so ist das nicht fair.“ Die Stadt Wunstorf selbst bekomme über eine Infrastrukturabgabe bis zu 30 Euro pro Quadratmeter Bauland von dem Kuchen ab, sagt Brand. Das sei mehr als das, was der Verkäufer bekomme, „das geht nicht.“ Er lädt für Montag, 17. September, 19 Uhr, zu einem „Info-Diskussionsabend“ auf seinem Betriebsgelände, Gartenstraße 4 in Großenheidorn ein.

Ortsbürgermeister Martin Ehlerding sieht das anders. Schließlich solle das Geld nicht irgendwo verschwinden, sondern sei für wichtige Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Feuerwehren gedacht. Dass den Verkäufern nicht mehr geboten werde, liege am gewünschten Endpreis. Den größten Anteil daran haben die Erschließungskosten, also Geld für Straßen und Leitungsbau. Diese lägen etwa bei 70 oder 80 Euro pro Quadratmeter Grundstück.

Rat und Verwaltung arbeiten gern mit bewährten Trägern zusammen, wie etwa den Entwicklungsgesellschaften von Stadtsparkasse oder Volksbank. Doch auch andere haben Chancen, wenn sie mit realistischen Plänen aufwarten. „Es ist zum Beispiel wichtig, dass für Straßen, Seitenräume und Entwässerung genug Platz gelassen wird, auch wenn diese Flächen keinen Verkaufserlös einbringen“, sagt Ehlerding.

Erst kürzlich habe man sich mit den Gruppenpartnern von Grünen und FDP geeinigt, die Grundstückspreise nicht beliebig in die Höhe wachsen zu lassen. Sie sollen, je nach Ortschaft und Lage, bei öffentlichen Projekten bei rund 160 Euro gedeckelt werden. Sonst könnten sich die so oft zitierten jungen Familien, die sich jeder als neue Dorfbewohner wünsche, die Grundstücke gar nicht mehr leisten. Die Verkäufer dächten oft nicht daran, dass ihre Flächen momentan als Ackerland gelten, fügt SPD-Fraktionssprecherin Kirsten Riedel hinzu. Die Stadt müsse auf den Preis schauen, wenn beispielsweise in Hagenburg erschlossene Grundstücke für 120 Euro zu haben seien.

Auch Christiane Schweer (CDU) meint, die Preise müssten niedrig gehalten werden. „Ich kann die Eigentümer ja verstehen, aber die Zeiten, als man sich mit Bauland gesund stoßen konnte, sind vorbei“, sagt sie. Sie sei nicht sicher, ob Brands Vorgehensweise sehr klug sei. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt jedenfalls hat dem Verwaltungsausschuss am Montag von Brands Vorwürfen berichtet. „Das ist bei den Beigeordneten auf einhelliges Kopfschütteln gestoßen“, sagt er, und fügt hinzu: „Man kann nicht Druck ausüben, um einen Bebauungsplan zu bekommen, das geht in Wunstorf nicht.“

Geeignete Flächen für zukünftige Baugebiete gibt es wohl in etlichen Ortschaften, öffentlich benennen mag sie keiner so recht. „Wir wollen ja nicht die Spekulationen anheizen“, sagt Riedel.

Von Kathrin Götze

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