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Region Wunstorf Nachrichten Immer öfter stören Gaffer die Feuerwehr
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17:44 12.09.2018
Besuch bei der Feuerwehr Wunstorf: Rolf-Axel Eberhardt und Sebastian Lechner besichtigen die Gerätschaften auf dem neuen Hilfeleistungsfahrzeug der Feuerwehr Wunstorf. Quelle: Kathrin Götze
Wunstorf

Sie fotografieren und filmen bei Unfällen, stören Rettungsarbeiten oder beschimpfen die Helfer sogar: Immer wieder hat auch die Feuerwehr Wunstorf mit Zeitgenossen zu tun, denen es offenbar an Respekt und Wertschätzung für die freiwilligen Helfer mangelt. Der Landtag wolle jetzt gegensteuern, berichtete der CDU-Abgeordnete Sebastian Lechner am Dienstagabend bei einem Informationsbesuch im Wunstorfer Gerätehaus.

Die Wunstorfer Nothelfer sind um gute Ideen nicht verlegen, haben schon vor Jahren mit selbst entwickelten Gafferschutz-Planen für Einsätze auf der Autobahn Schlagzeilen gemacht und viele Nachahmer gefunden. Zuvor hätten immer mehr Autofahrer offenbar nichts dabei gefunden, schwer verletzte oder gar tote Unfallopfer im Vorbeifahren mit dem Handy zu filmen, berichtet Marvin Nowak vom Presseteam der Feuerwehr. „Nicht gaffen, Mitglied werden“, ließ die Feuerwehr auf Planen drucken, die sie fortan als Sichtschutz vor Einsatzstellen ausbreitete. „Das gab viel Zuspruch, aber auch Kritik – wir wollen ja nicht die Gaffer bei uns haben“, sagte Nowak.

In der Landespolitik sind derweil andere Ideen im Gespräch, um die Hilfskräfte vor Störungen bei der Arbeit zu schützen. Lechner fragte, was die Praktiker um Stadtbrandmeister Martin Ohlendorf und seine Stellvertreter Ralph Nellesen und Sven Möllmann etwa von Kameras auf Einsatzfahrzeugen oder gar an der Einsatzkleidung halten würden. Mit einer so genannten Dashcam auf dem Armaturenbrett könne man möglicherweise Verkehrssünder überführen, die Rettungsgassen verstopfen, so die einhellige Meinung. Weiter gehende Kamerabegleitung sehen die Wunstorfer aber eher skeptisch – auch, weil damit das Vertrauen in die Helfer Schaden nehmen könnte, das deutlich höher sei als etwa gegenüber der Polizei.

Personalmangel bei den Ordnungshütern sehen die Feuerwehr-Führungskräfte als größeres Problem an. Vielfach müssten die Rettungskräfte in Einsätzen nachts oder am Wochenende lange auf die Polizei warten, wenn sie nicht deren Aufgaben mit übernehmen wollten. „Das haben wir verstanden“, sagt Lechner. Die Landesregierung habe mehr Stellen bei der Polizei geschaffen, für die es auch ausreichend Bewerber gebe. „Ehrlicherweise müssen wir aber sagen, dass es ein paar Jahre dauern kann, bis sie auch in der Fläche ankommen“, sagte der Christdemokrat.

Von Kathrin Götze

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