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Region Wunstorf Nachrichten Es ist der Bisam, nicht der Biber
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15:19 05.10.2018
Am Regenrückhaltebecken am Blumenauer Kirchweg (Wohngebiet Am Bruche) hat es sich eine fünfköpfige Bisamfamilie gemütlich gemacht. Die Tiere sind sehr aktiv, darunter leidet aber der Schilfgürtel und Seerosenbestand in dem Gewässer. Quelle: Christiane Wortmann
Blumenau

Es ist der Bisam, nicht der Biber: Die munteren Nagetiere, die es sich seit einigen Monaten im Regenrückhaltebecken am Blumenauer Kirchweg gemütlich machen, werden oft mit ihren ähnlich aussehenden Artgenossen verwechselt. Ein sichtbarer Unterschied ist der dünne, am Ende spitz zulaufende Schwanz. Den landläufig bekannten Namen „Bisamratte“ hat das Tier aber zu unrecht. Mit den kleineren Nagern sei es nicht verwandt, betont Nabu-Vorsitzender Karl-Heinz Nagel.

Wie lange sich die Bisams schon am Rande des Wohngebietes „Am Bruche“ tummeln, kann auch Nagel nicht mit Sicherheit sagen. „Pro Quadrameter Wasserlauf gibt es eine Bisamfamilie. Sie leben bei uns auch an der Westaue, am Düendorfer Graben und in anderen kleineren Gewässern. In Wunstorf haben wir etwa 100 Familien. Die Anzahl der Tiere liegt wohl im dreistelligen Bereich“, schätzt der Experte.

Auch Spaziergänger haben die putzigen Nager schon entdeckt. „Ich dachte auch erst, es handelt sich um einen Biber“, sagt Anwohnerin Claudia Mohr. Aufgefallen seien ihr die Tiere schon länger und auch, dass das Schilfgras und die Seerosen arg gelitten haben. Es liege ja mittlerweile alles kreuz und quer im Wasser. Das bestätigt auch Tierschützer Nagel: „Bisams fressen fast alles. Außerdem brauchen sie viel Material für ihre Bauten“, sagt der Nabu-Fachmann.

Auffällig ist, dass sich Menschen den Nagern am Regenrückhaltebecken bis auf einen halben Meter nähern können. Vor allem die Jungtiere lassen sich beim ausgiebigen Putzen und beim Suchen von Nahrung nicht stören. Die Eltern dagegen tauchen ab, sobald ihnen jemand zu nahe kommt. Dafür hat Nagel eine Erklärung: „Der Bisam-Nachwuchs hat mit Menschen wohl noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Für Greifvögel sind sie dagegen leichte Beute, auch Hunde können ihnen schon mal gefährlich werden“, weiß Nagel aus Erfahrung.

Dass sich die Bisams sprichwörtlich wie die Ratten vermehren, ist für den Wunstorfer Bereich nicht wirklich ein Problem. Anders sieht es an den Dämmen zum Schutz vor Hochwasser aus. „Bisams sind mittlerweile flächendeckend an allen Gewässern vertreten. Aufgrund der Schäden, die sie an den Küstendeichen anrichten können, werden sie dort intensiv bekämpft“, berichtet Karl-Heinz Nagel.

Vortragsabend über den Biber

Fischotter, Nutrias, Biber oder doch Bisamratte? Um ungeübten Naturbeobachtern zu helfen, die unterschiedlichen Nager in unseren Gewässern zu erkennen, lädt der Naturschutzbund Wunstorf für Mittwoch, 17. Oktober, zu einem Vortragsabend ein. Zu Gast im Hotel Wehrmann, Kolenfelder Straße 86, ist Biberberater Holger Machulla. Er hat auch den Vorsitz beim Angelsportverein Neustadt. Unter dem Titel „Der Biber kehrt zurück“ informiert er die Zuhörer über die Lebensweise, das Vorkommen und die Erkennungsmerkmale der Tiere, die vor wenigen Jahren auch das erste Mal wieder in Wunstorf aufgetaucht sind. Beginn ist um 19.30 Uhr. Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Von Christiane Wortmann

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