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Region Wunstorf Nachrichten Zukunft von Syncreon in Wunstorf ungewiss
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19:39 26.02.2019
Syncreon ist Mieter in der Logistikhalle in der Lise-Meitner Straße. Quelle: Archiv/Sokoll
Wunstorf

Modernste Lagerhallen-Technik auf 40 000 Quadratmeter-Fläche könnten in Wunstorf bald leer stehen. Aus dem Umfeld des Unternehmens heißt es, es habe im Januar eine Betriebsversammlung gegeben, bei der den Angestellten verkündet wurde, dass der Vertrag mit Audi zum Jahresende ausläuft. Das internationale Logistik-Unternehmen Syncreon beschäftigt am Standort Wunstorf aktuell rund 300 Beschäftigte. In einer der Redaktion vorliegenden E-Mail des Automobilherstellers heißt es: „Der aktuelle Dienstleistungsvertrag zwischen Audi und Syncreon endet mit dem 31.12.19.“

Syncreon bietet an dem Wunstorfer Standort das sogenannte Completly-knocked-down (CKD) Verfahren an. Dabei werden einzelne Autoteile verpackt und für die Verschiffung nach Übersee vorbereitet. In der Logistikhalle an der Lise-Meitner Straße sind das vor allem Komponenten von Audi und Volkswagen, die nach Südostasien verschickt werden, wo sie später zusammengesetzt werden. Der Grund, warum sich Automobilkonzerne für dieses Verfahren entscheiden, sind unter anderem die hohen Einfuhrzölle für fahrbereite Fahrzeuge und das mangelnde Know-how für eine Gesamtproduktion an ausländischen Standorten.

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt betätigte diese Information. Er habe bereits Gespräche mit Vertretern von Syncreon über das Vertragsende mit Audi geführt. Eberhardt: „Audi und VW haben die Verträge mit Syncreon nicht verlängert. Das Unternehmen befindet sich bereits mit Konzernen in Verhandlung, um den CKD-Service hier weiter anzubieten.“ Man habe Eberhardt versichert, dass das Unternehmen alle Beschäftigte am Standort halten wolle. „Ich habe keine Sorge, dass die gesamte Mannschaft zusammenbleibt. Aber in einem Vierteljahr weiß ich mehr“, sagt Eberhardt.

Syncreon muss neue Kunden für Standort Wunstorf gewinnen

Wirtschaftsförder Uwe Schwamm erklärt: „Wir sind im guten Kontakt mit Syncreon und arbeiten an einer Lösung, um neue wirtschaftliche Nutzungen in die Halle zu bekommen.“ Das Unternehmen sei konkret auf der Suche nach neuen Kunden. Schwamm sieht in Syncreon einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region, von dem auch viele Handwerker aus der Umgebung profitiert hätten. Der Wirtschaftsförderer betont jedoch auch die optimalen Voraussetzungen der Halle. Diese sei erst 2011 errichtet worden und sei ohne Probleme „drittverwendungfähig“. „Gerade vorgestern habe ich jemandem den Standort angeboten“, sagt Schramm optimistisch. Jetzt müsse man abwarten, ob die Kundenakquisition erfolgreich verlaufe. Gelingt es dem Unternehmen nicht, seine Dienstleistungen einem anderen Autohersteller anzubieten, ist ein Rückzug des Unternehmens aus Wunstorf wahrscheinlich, wie man in Fachkreisen schätzt.

Bei Syncreon wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt niemand zu dem Vertragsende mit Audi äußern.

Von Marleen Gaida

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