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Region Wunstorf Nachrichten Wo hängt für den Notfall ein Defibrillator?
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17:09 05.10.2018
Der Defibrillator im Foyer der Stadtsparkasse Wunstorf. Quelle: Markus Holz
Wunstorf

In Wunstorfs Altstadt fehlen offenbar Defibrillatoren, die 24 Stunden lang zugänglich sind und im Notfall Leben retten können. Wie viele Defibrillatoren es insgesamt in Wunstorf gibt und wo genau diese sich befinden, ist nicht bekannt. Die HAZ/NP Wunstorf würde das gerne ändern und bittet um Mithilfe ihrer Leser.

Niemand kennt Zahl und Standorte

Defibrillatoren müssen nicht gemeldet werden. Darum wissen weder Stadtverwaltung noch Notärzte, Rettungsleitstelle oder Johanniter, wo sich die Geräte befinden und zu welchen Zeiten sie erreichbar sind – ganz zu Schweigen von Ersthelfern, die das Gerät im Notfall einsetzen könnten. „Es fehlt auch ein vollständiges bundesweites Kataster, in dem alle Geräte mit ihren Standorten verzeichnet sind“, sagt Detlef Rother, Fachbereichsleiter Erste Hilfe des Landesverbandes Niedersachsen des DRK. Es gebe zwar im Internet verschiedene Seiten, die Standorte der sogenannten Defis auflisten. Diese seien jedoch unvollständig. Darum hatte das DRK 2017 versucht, ein bereits bestehendes Kataster mit aktuellen Daten zu bestücken – allerdings ohne Erfolg. „Wir haben nur eine sehr geringe Rückmeldung bekommen“, bedauert Rother. „Ein bundesweit einheitliches System fehlt.“

Bürgerbüro, Stadtsparkasse, Bauverein

Dabei wäre es so wichtig, weil es im Zweifel lebensrettend sein kann. Nach ersten Recherchen der HAZ/NP Wunstorf sind im Bereich der Kernstadt drei Geräte in Bereitschaft. Die Stadtverwaltung hält seit 2012 einen Defi vor im Bürgerbüro im Rathaus-Innenhof – das Geschenk der Stadtsparkasse liegt in einem Tresor. Das zweite Gerät ist fest an der Wand im Foyer der Stadtsparkasse Wunstorf an der Stadtkirche installiert. Beide Geräte können nur während der Öffnungszeiten des Bürgerbüros und der Stadtsparkasse zum Einsatz kommen. Außerhalb dieser Zeiten sind die Apparate nicht erreichbar. Zum Vergleich: In Laatzen stellt die Stadtverwaltung alleine sieben Geräte.

Das dritte Gerät im Bereich Kernstadt ist Eigentum des Bauvereins. Es hängt im Flur der Verwaltung an der Lange Straße 79. „Zu den Öffnungszeiten ist der Defi in der Verwaltung im Erdgeschoss zugänglich. Mehrere Teammitglieder sind in der Anwendung eingewiesen. Aber eigentlich ist das Gerät selbsterklärend“, schreibt Geschäftsführer Michael Nahrstedt. Defi Nummer vier ist auf dem Betriebshof des Bauvereins an der Industriestraße 6 installiert. Das fünfte Gerät steht in der BBS an der Marienburger Straße zur Verfügung – ebenfalls nur zu Zeiten, in denen die Berufsschule besetzt ist. Defi Nummer sechs kann bei Notfällen vom Bäderpersonal im Wunstorf Elements eingesetzt werden. Ein siebtes Gerät soll bei der Tourist-Info in Steinhude bereit stehen, näheres war am Freitag nicht zu erfahren.

Geben Sie uns Tipps für eine Karte

Selbstredend sind das Krankenhaus und Rettungsdienste wie die Johanniter mit Defibrillatoren ausgestattet, möglicherweise auch einige Arztpraxen. Niemand kennt die genaue Zahl und die Standorte. Die HAZ/NP Wunstorf will alle Standorte in einer Karte veröffentlichen, zusammen mit Tipps über die Handhabung. Wir wären unseren Lesern sehr dankbar, wenn sie uns dabei unterstützen würden. Wenn Sie einen weiteren Defi-Standort kennen, senden Sie bitte eine E-Mail an wunstorf@haz.de oder informieren Sie uns über unsere Facebook-Seite www.facebook.com/HAZWunstorf. Vielen Dank.

Falsche Bedienung ist ausgeschlossen

Bei der Benutzung eines öffentlich aushängenden Defibrillators können Laien nichts falsch machen. Denn die Schockgeber sind automatisiert und leicht zu bedienen. Über eine eingebaute Sprachfunktion geben die Geräte an, welche Handgriffe in welcher Reihenfolge zu erledigen sind. Je nach Modell helfen dabei zusätzlich ein kleiner Bildschirm oder aufgedruckte Zeichnungen. Eine falsche Bedienung ist ausgeschlossen. Denn die Geräte führen zunächst ein EKG durch und erkennen so selbstständig, ob und wann ein Schock ausgelöst werden muss.

Generell sollte beim Auffinden einer hilflosen Person zuerst ein Notruf an 112 abgesetzt werden. Stellt man nach einer Kontrolle fest, dass der Betreffende nicht mehr atmet, sollte die Herz-Lungen-Wiederbelebung per Hand gestartet werden (30 Brustkompressionen und zwei Beatmungen). Denn meist ist ein Defibrillator nicht sofort verfügbar. Sobald ein Gerät vor Ort ist, wird die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch den Defi ergänzt.

Von Markus Holz und Stephanie Zerm

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