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00:17 16.06.2018
Schulleiterin Rosemarie Paech der Grundschule Luthe geht im Sommer in Pension. Quelle: Rita Nandy
Luthe

Zum Schuljahr 1998/99 kam Rosemarie Paech als Schulleiterin an die Grundschule Luthe. Im Sommer verabschiedet sich die 62-Jährige in den Ruhestand. Aufgewachsen ist sie in Salzgitter, studierte in Osnabrück, unterrichtete an einer Grundschule ihres Heimatortes und zog später der Liebe wegen nach Hannover. Als Konrektorin arbeitete sie an einer Wennigser Grundschule, bevor sie nach Luthe wechselte. Ihre Nachfolgerin wird die derzeitige Konrektorin Heike Pätzold.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Schultag in Luthe?

Ja, ich wurde nicht mit offenen Armen empfangen, eher das Gegenteil. Die Schule war wie Dornröschen, sehr verschlafen, aber eigentlich ein Schloss.

Wie haben Sie die Schule wach geküsst?

Aus dem Rektorzimmer habe ich einen Bulli voll alter Dinge ausgemistet, die ganze Schule erst einmal gründlich aufräumen lassen. Damit habe ich mir keine Freunde gemacht. Aber das war auch nie mein Ziel. Jetzt sind meine Regale bereits leer. Dabei habe ich auch meinen Spickzettel zur Vorstellung an der Schule wiedergefunden. Meine genannten Ziele habe ich konsequent verfolgt.

Die Leseförderung war Ihnen schon damals wichtig...

Ja, es gab kein Tablet, kein Smartphone. Man hätte nicht gedacht, dass sich unser Leben so schnell ändern wird. Die Lesefertigkeit brauchen wir aber auch in Zukunft. Darum ärgert es mich, dass die öffentliche Bücherei an unserer Schule geschlossen wurde. Ich spare dadurch doch kein Geld. Am Hölty-Gymnasium gibt es eine. Dort gehen Kinder zur Schule, die alle lesen können, und deren Eltern sich um Lesestoff kümmern. An der Otto-Hahn-Schule würde eine benötigt.

Über die Abschaffung der Schullaufbahnempfehlung sind Sie hingegen nicht traurig?

Nein, ich bin sehr froh. Die Eltern waren eh frei in ihrer Entscheidung, viele haben ihre Kinder auch ohne Gymnasialempfehlung ans Hölty geschickt. Die Schule müsste sich überlegen, einen Eignungstest einzuführen.

Wie ist Ihr Kontakt zu den Eltern?

Die Luther Eltern sind eine große Stütze. Es gibt zwar immer auch Querulanten, aber die sind meistens nicht oft in der Schule. Die Erziehungsweise hat sich geändert. Frauen sind berufstätig, Väter übernehmen mehr Verantwortung. Als ich an die Schule kam, gab es auch keinen Förderverein. Er ist ein Segen, hat viel für die Schule getan.

Und zu den Lehrern?

Der Lehrerberuf ist sehr vielfältig und fordernd. Das bleibt auch noch nach vielen Berufsjahren so. Vieles ist in Gesetzen und Erlassen geregelt, vieles aber auch nicht. Als Rektorin kann man sich die Lehrerinnen und Lehrer nicht aussuchen. Für mich sind die Kinder das Wichtigste. Wenn es schwierig wurde, hat mir dieser Grundsatz immer geholfen.

Was brauchen Schüler heutzutage?

Der kreative Bereich fällt viel zu kurz aus. Ernährung und Hauswirtschaft gibt es nicht mehr. Den Bereich Bewegung und Sport habe ich ausgebaut. Die Kinder haben drei Sportstunden, obwohl nur zwei Pflicht sind.

Haben sie sich im Laufe der Jahre verändert?

Die Kinder sind so wie immer. Was sich verändert hat, ist die Welt, in der sie leben. Bei allem Handygedaddel: Wenn Fara und Fu als Handpuppen wach werden, sind die Kinder begeistert. Und wenn sie im Werken ein Stück gesägt haben, sind sie immer noch stolz auf das Ergebnis. Sie haben zum Teil heutzutage weniger Erfahrung im Umgang mit Werkzeugen, sind daher ungeschickter.

Was werden Sie im Ruhestand vermissen, Ihre Chorarbeit?

Das weiß ich noch nicht. Aber ich habe endlich Zeit für mein Hobby Geocaching und werde sicherlich auch öfter nach Namibia reisen. Mein Mann arbeitet schon seit sechs Jahren nicht mehr, verbringt dort viel Zeit. Ich habe Kontakt zur deutschen Schule und könnte sofort einsteigen.

Von Rita Nandy

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