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Die Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther (von links), Jörn Wedemeier und Mike Schmidt streben eine Fusion an.

Die Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther (von links), Jörn Wedemeier und Mike Schmidt streben eine Fusion an.
© Roger Grabowski

Hagenburg

Fusion? Bürgernähe ist der Maßstab

Politiker aus der Samtgemeinde Sachsenhagen haben eher skeptisch auf die Pläne reagiert, auf eine Fusion mit Nenndorf und Lindhorst hinzuarbeiten. Sie sind aber offen für Gespräche.

Hagenburg.  Begeisterung ruft die geplante Fusion der Samtgemeinden Nenndorf, Sachsenhagen und Lindhorst bei den Bürgermeistern in der Samtgemeinde Sachsenhagen und den Fraktionsvorsitzenden im Samtgemeinderat nicht hervor. Aber alle sind gewillt, über das Thema zu reden, Vor- und Nachteile auszuloten.

Kurt Blume (SPD), Bürgermeister von Auhagen, ist im Prinzip „nicht für große Lösungen.“ Aber dies sei ein spezieller Fall, wo es vom Land finanzielle Unterstützung gebe. Blume zum Projekt: „Darüber muss man zweimal nachdenken.“ Die Mitgliedsgemeinden sollten auf jeden Fall so erhalten bleiben, wie sie sind.

Der Sachsenhäger Bürgermeister Ralf Hantke (SPD) hält die Fusion persönlich nicht sofort für gut: „Es fühlt sich nicht so toll an bei der ersten Draufsicht.“ Schließlich sei in Politik und Verwaltung die Nähe zum Bürger das Entscheidende. Viele Sachen, die den Bürger direkt betreffen, hätten mit der Samtgemeinde zu tun. Außerdem könne er sich schlecht vorstellen, wie ein eventueller Ratsherr aus Wölpinghausen über Angelegenheiten in Suthfeld mitentscheide.

Wölpinghausens Bürgermeister Joachim Schwidlinski (SPD) geht das Projekt neutral an: „Wir wollen uns zunächst einmal einen Überblick über die Situation in den einzelnen Samtgemeinden verschaffen.“ Dazu gehörten Fragen wie die nach der Ausstattung von Kindergärten und Schulen sowie das Durchleuchten der jeweiligen finanziellen Lage. Der Bürgermeister: „Das ist ein bisschen wie bei einem Koalitionsvertrag.“

Erst einmal mit „gemischten Gefühlen unterwegs“ ist Martin Golombiewski, Fraktionsvorsitzender der SPD im Sachsenhäger Samtgemeinderat. Wichtig sei es, eine zukunftssichere Verwaltung zu haben. Andererseits müsse die Bürgernähe beibehalten werden. Ihre Aufgaben habe die Samtgemeinde Sachsenhagen in den vergangenen Jahrzehnten gut erledigt. In puncto Kindergärten, Schulen und Feuerwehren sei man gut aufgestellt – und man habe relativ wenig Schulden. Nun müsse man erst mal die Eckdaten der anderen Samtgemeinden ansehen und dann entscheiden, ob man in die Sache tiefer einsteigen will. Auf jeden Fall sei man offen für das Gespräch.

„Wir sind dabei, uns eine Meinung bilden“, sagt Monika Tautz, Fraktionsvorsitzende des Bündnisses 90/Die Grünen im Samtgemeinderat. Im Prinzip sei ein Zusammengehen nicht schlecht. Sie sei aber in diesem Fall „sehr skeptisch“, weil es in einem neuen großen Samtgemeinderat zu einem Ungleichgewicht zugunsten Nenndorfs kommen könnte. Die Samtgemeinde würde bei einer Fusion mit Sachsenhagen und Lindhorst die Hälfte der Einwohner aufweisen und hätte damit bei 39 Sitzen im neuen Rat 20 Mandate, also etwa die Hälfte.

Dieter Eidtmann (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Hagenburg, findet es gut, sich über zukunftsfähige Verwaltungsgebilde Gedanken zu machen. Ob eine große Samtgemeinde auch für die Gemeinde Hagenburg am äußersten Nordrand des Landkreises die beste Variante sei, werde sich während der Gespräche herausstellen. Eidtmann: „Ich werde offen sein für Verbesserungen, die der Gemeinde Hagenburg zugutekommen.“ Zweifel hegt Eidtmann daran, „ob sich die kleine Gemeinde am Ende darauf einlassen kann, sich zu Themen wie Grundschule und Kinderbetreuung von einem Ausschuss vertreten zu lassen, in dem kein ortsansässiger Gewählter mehr vorhanden ist“.

„Das Ausloten ist wichtig“, sagt Klaus-Dieter Drewes, Sprecher der Mehrheitsgruppe CDU und WGSH im Samtgemeinderat. Man solle sich einfach dem Prozess stellen, sich „in Ruhe und sachlich“ mit den Kernfragen einer Fusion auseinandersetzen – ohne Vor-Festlegung. Einen Vorteil der größeren Einheit sieht Drewes darin, dass so auf einen größeren Anteil an Spezialisten zurückgegriffen werden könne. Andererseits werde es im größeren Gremium anonymer. Drewes: „Es wird noch sehr interessant. Ich bin gespannt.“

Von Vera Skamira und Andreas Ohler


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