Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Messerattacke auf 73-Jährige: Was Sie jetzt wissen müssen
Region Wunstorf Nachrichten Messerattacke auf 73-Jährige: Was Sie jetzt wissen müssen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 14.05.2016
HIER KOMMT DER 36-JÄHRIGE HER: Das Maßregelvollzugszentrum Niedersachsen steht in Moringen, hier war der Täter vor seinem untergebracht.
Anzeige
Wunstorf

Herr Hesse, was muss ich mir hinter dem Begriff "Probewohnen" eigentlich vorstellen?

Es handelt sich um die letzte therapeutische Stufe, in der der Patient intensiv ambulant betreut wird. Probewohnen kann in eigener Wohnung, aber auch in Nachsorgeeinrichtungen, z.B. Heimen erfolgen. Es dient dazu, dem Betroffenen nach der erwarteten Entlassung aus der Maßregel ein soziales Umfeld zu bieten, in das er sich noch begleitet durch Mitarbeiter des Maßregelvollzuges einleben kann, um so potentiellen Krisen entgegenwirken zu können.

Wie eng werden Teilnehmer am Probewohnen noch von professioneller Seite betreut? Von wem?

Von Mitarbeitern der Maßregelvollzugseinrichtung und/oder der örtlich zuständigen Forensischen Institutsambulanz, ggf. ergänzt durch ambulante Betreuung durch niedergelassene Ärzte oder Psychologen. Wie engmaschig die Betreuung durchgeführt wird, hängt vom Einzelfall ab.

Wie kommt jemand dazu Probewohnen zu dürfen? Welche Gremien entscheiden das? Was muss der Betreffende dafür tun/können?

Die Entscheidung fällt die Vollzugsleitung. Ausschlaggebend sind der Behandlungsverlauf und eine angemessene Entlassungsvorbereitung.

Wieso kommt es bei der Arbeit in dem Bereich zu Fehlern? Lügen Menschen einfach zu gut?

Man versucht, rückfallgefährdende Situationen möglichst gut zu antizipieren und Voraussetzungen zu schaffen, die nach fälligen Entlassung erneuter Straffälligkeit möglichst gut vorbeugen können. Leider ist nicht völlig auszuschließen, dass sich Konstellationen ergeben, die nicht antizipiert werden konnten und dann ein erneutes Rückfallrisiko generieren. Das kann sowohl an Persönlichkeitseigenschaften der Patienten wie an unerwarteten äußeren Ereignissen liegen. Aus jedem einzelnen Zwischenfall müssen Konsequenzen gezogen werden, um derartige Ereignisse künftig zu verhindern.

Wie lassen sich Fehler besser vermeiden?

Man kann versuchen, aus aktuellen Ereignissen Kriterien zu identifizieren, die bei zukünftigem Vorgehen berücksichtigt werden müssen, um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen. Das Sozialministerium hat gestern wie bereits erläutert Maßnahmen ergriffen, mit denen Fehleinschätzungen in den Einrichtungen entgegen gewirkt werden soll, so gibt es eine neue Meldepflicht für alle Fälle, in denen ein Richter anordnet, dass die Reststrafe im Maßregelvollzug verbüßt werden soll. Am kommenden Dienstag sind außerdem die Leitungen der Maßregelvollzugseinrichtungen ins Sozialministerium eingeladen. Seit vergangenem Monat läuft zudem eine Überprüfung des Lockerungs-Prozederes.

Halten Sie den Einsatz von Fußfesseln für ein adäquates Mittel der Gewaltprävention?

Eine Tat verhindern lässt sich mit diesen in der Regel nicht. 

Müssen Menschen in Wunstorf bzw. anderswo Sorgen machen, wenn Suchtkranke oder psychisch Kranke in Ihrer Umgebung wohnen? Sollte man auf etwas besonders achten?

Nein, grundsätzlich nicht. Alle Beteiligten arbeiten mit großer Intensität daran, maximal mögliche Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger herzustellen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Kinder- und Jugendzentrum Der Bau-Hof an der Maxstraße ruft ein neues Angebot für die Sommerferien ins Leben. Vom 18. bis 22. Juli bieten Mitarbeiter und Ehrenamtliche erstmals eine Sprachwoche für Kinder im Alter von sechs bis 12 Jahren an.

14.05.2016

Nach dem Angriff eines Freigängers auf eine Wunstorferin hat die KRH-Psychiatrie in einem Schreiben an die Stadt betont, dass der 36-Jährige bisher nicht bei ihr in Behandlung war. Dass er probehalber in einer Wohnung in Wunstorf untergebracht war, geschah unabhängig von der hiesigen Einrichtung.

14.05.2016

Regionsversammlung, Rat und zehn Ortsräte: Damit die Mandate für diese Gremien am 11. September neu verteilt werden können, sucht die Stadt Bürger, die sich in den Wahlvorständen freiwillig engagieren wollen. Sie sollen dafür sorgen, dass in 29 Wahl- und vier Briefwahllokalen alles gut klappt.

14.05.2016
Anzeige