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Region Wunstorf Nachrichten LTG 62 übernimmt fliegende Intensivstation
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00:18 03.08.2018
Intensivbetten, Labor, Ultraschall, Defibrillatoren: Der Airbus A400M kann innerhalb von drei bis vier Stunden zur Intensivstation umgerüstet werden. Bis zu sechs Intensiv-Patienten können in der Luft medizinisch versorgt werden. Quelle: dpa
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Wunstorf

Das Lufttransportgeschwader LTG 62 hat eine neue Aufgabe: Es gehört ab Mittwoch zur medizinischen Notfall- und Evakuierungseinheit der Bundeswehr. Täglich steht eine Maschine mit Besatzung für zwölf Stunden in Bereitschaft, um verletzte Soldaten in den Einsatzgebieten der Bundeswehr und der Nato einzusammeln, in der Luft medizinisch zu versorgen und nach Hause zu fliegen. Der A400M ist am Dienstag in Berlin-Tegel in der Version als „fliegende Intensivstation“ vorgestellt worden.

Für solche Einsätze hat die Bundeswehr bisher nur einen Airbus 310, stationiert am Flughafen Köln-Bonn. Er ist rund um die Uhr in Bereitschaft und kann bis zu 44 Patienten liegend betreuen und ausfliegen. Der am Dienstag präsentierte A400M in Wunstorf dient als Ergänzung im Notfall- und Evakuierungskonzept der Streitkräfte. Er kann jederzeit alarmiert werden und muss innerhalb von zwölf Stunden einsatzbereit sein. Zur Grundbesatzung gehören mindestens ein Arzt, ein Lademeister und drei Mann Besatzung. Die „Medical Crew“ wird bei Alarmierung aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen und setzt sich aus Fachärzten, Fachpflegekräften und Rettungsassistenten zusammen.

Zur fliegenden Intensivstation kann jede der 19 Maschinen werden, die bisher an die Luftwaffe ausgeliefert worden sind. Denn die notfall-medizinischen Geräte und bis zu sechs Patientenbetten werden als Module aus den Lagerräumen des Fliegerhorstes in den Airbus geschoben, verankert und angeschlossen. Werden weniger als sechs Intensivbetten benötigt, können deutlich mehr Patienten transportiert werden. „Die Ausstattung an Bord richtet sich immer nach der Art der Verletzungen, wir sind sehr flexibel“, sagt Sandro Müller aus der Pressestelle der Luftwaffe. Die maximale Ladezeit liegt bei drei bis vier Stunden. Zur Ausstattung zählen unter anderem Beatmungsgeräte, Defibrillatoren, Überwachungsgeräte für das Herz-Kreislauf-System, Blutgasanalyse- und Ultraschallgeräte, EKG und Infusionspumpen.

Je nach Einsatz, wird zusätzliches medizinisches Personal bundesweit zusammengezogen. Wer auf dem Airbus 310 in Köln-Bonn geschult ist, soll sich auch auf dem A400M zurechtfinden. Die Module sind derzeit noch baugleich. Langfristig sollen für den A400M eigene Module konstruiert und gebaut werden, sagt Müller.

Die Intensivstation des LTG 62 soll vornehmlich eingesetzt werden für Soldaten der Bundeswehr und der Nato-Streitkräfte. „Wenn die Maschine angefordert wird, wird sie im Katastrophenfall natürlich auch zivile Personen versorgen“, sagt Müller. Ein Beispiel von vielen: Die Besatzung des A310 holte schwer verletzte deutsche Staatsangehörige nach dem Tsunami 2004 aus Südost-Asien zurück nach Deutschland.

Von Markus Holz

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