Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Algen könnten auf Bergbau folgen
Region Wunstorf Nachrichten Algen könnten auf Bergbau folgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 26.09.2018
Die Algenproduktion könnte eine möglich Zukunftsperspektive für Sigmundshall sein. Quelle: K+S
Bokeloh

Werden im Bokeloher K+S-Werk Sigmundshall nach dem Ende des Kali-Bergbaus demnächst Algen für die Lebensmittelindustrie gezüchtet? Werksleiter Gereon Jochmaring betont zwar, dass sich die künftigen Nutzungen wohl erst im nächsten Jahr genauer entscheiden werden. Zumindest gibt es aber schon eine Pilotanlage im Werk, die gut funktioniert.

Die Entwicklung von neue Ernährungsmöglichkeiten für die Weltbevölkerung ist Teil einer neuen Strategie des Kasseler Konzerns. „Ob man hier größer etwas daraus macht, steht noch in den Sternen, aber mit dem Kraftwerk und ausreichend Platz haben wir hier gute Voraussetzungen.“ Eine andere Option ist, die Gebäude für innovative Formen des Pflanzenanbaus zu nutzen, dem sogenannten Vertical Farming.

Eine Schwierigkeit dabei ist, dass die Umnutzung rechtlich kompliziert ist, weil die entsprechenden Teile aus dem Bergrecht „ausgelöst“ werden müssen und künftig unter die Gewerbeaufsicht fallen. Im nächsten Jahr soll ein Areal am Rand als Testfall dafür dienen. Für den Herbst dieses Jahres ist ein runder Tisch mit allen relevanten Behörden zur weiteren Entwicklung geplant. „Es sind uns aber alle sehr positiv gestimmt, wir spüren keine Widerstände“, betont der Werksleiter.

Der Kaliabbau endet am 31. Dezember 2018. Quelle: Sven Sokoll

Auch Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt sagt: „Es ist in unserem Sinne, wenn wir dort Nachfolgenutzungen finden.“ Für ihn die Frage noch offen, ob sich die Wärme aus der Tiefe nicht dauerhaft weiter nutzen lässt, doch dazu hat K+S schon vor längerer Zeit abgewunken.

Die Werksleitung legt aber auch Wert darauf, dass die Nachbarschaft keine zusätzlichen Belastungen erfahren soll. Sie sieht Sigmundshall bei den Menschen in der Umgebung stark verwurzelt. „Besonders beeindruckend war, als beim Schützenfest in Hagenburg das Steigerlied gespielt worden ist“, sagt Henning Korte, der die Produktion unter Tage leitet.

Wie am Jahresende des Ende der Abbaus gewürdigt werden soll, dazu ist eine Planungsgruppe gegründet geworden. Sie besteht bewusst sowohl aus Mitarbeitern, die an andere Standorte wechseln müssen, wie auch aus Sigmundshallern, die weiter im Werk bleiben können. „Es soll auf jeden Fall einen würdigen Abschluss geben“, sagt K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Auch wenn es kein freudiger Anlass sein wird: „Wir sollten unsere gemeinsame Erinnerung an den Standort Sigmundshall feiern“, wünscht Werksleiter Jochmaring sich.

Nach dem Ende des Abbaus müssen 1,8 Millionen Kubikmeter Hohlraum unter der Erde in den nächsten vier Jahren wieder verfüllt werden, nachdem alle Fahrzeuge und Maschinen, unter anderem 25 Kilometer feste Förderbänder, wieder herausgeholt worden sind. Das Material für die Verfüllung steht am Standort zur Verfügung. Geplant ist, Anfang 2023 dann mit dem langsamen Fluten zu beginnen, das gesetzlich vorgeschrieben ist, um die Druckverhältnisse wieder ins Lot zu bringen.

Die Tienberg-Siedlung will K+S am Werk Sigmundshall weiter nutzen.. Quelle: Sven Sokoll

Tienberg soll weiter genutzt werden

Auch wenn der Wohnstandort Tienberg künftig weniger benötigt wird, will K+S ihn vorerst behalten. Die Werkssiedlung besteht aus 17 Häusern mit 67 Wohneinheiten. „Durch die Umzüge wird es dort zunächst mehr Leerstand geben. Wir werden sie aber weiter betrieblich nutzen“, sagte Werksleiter Gereon Jochmaring, der während der Woche auch eine Wohnung dort nutzt. Für den allgemeinen Wohnungsmarkt sei der Standort direkt am Kaliberg wohl auch nicht geeignet.

Eine Überlegung ist, das in Bokeloh künftig ein Ausbildungsverbund mit externen Partnern angesiedelt wird und die Lehrlinge dann auf dem Tienberg untergebracht werde können. Auch wenn Sigmundshall zum Standort von konzerninternen Forschungsvorhaben wird, ließen sich die daran Beteiligten dort unterbringen. Sprecher Ulrich Göbel berichtet, dass an anderen Standorten schon Werkssiedlungen aufgegeben wurde, was man dann später bereute.

Von Sven Sokoll

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Tafel Wunstorf will sich am Mittwoch, 3. Oktober, mit einem großen Hoffest bei ihren Unterstützern und ehrenamtlichen Mitarbeitern bedanken. Gleichzeitig lädt der Vorstand zu einem Tag der offenen Tür ein.

29.09.2018

Wegen Bauarbeiten auf der Autobahnauffahrt Kolenfeld in Richtung Dortmund wird sie ab Freitag, 28. September, für drei Tage gesperrt.

26.09.2018

Mit einer Befragung will der Seniorenbeirat der Samtgemeinde Sachsenhagen nicht nur den Anrufbus für Hagenburg voranbringen, sondern auch das Meinungsbild zu anderen Themen einholen.

29.09.2018