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Region Wunstorf Nachrichten Diakonie: Günstige Wohnungen fehlen
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14:54 28.08.2018
Berichten über die Arbeit der Diakonie: Superintendent Michael Hagen (von links), Janet Breier (Familienarbeit), Sozialarbeiter Reiner Roth und Diakoniepastor Harald Gerke. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf/Neustadt

Der Mangel an günstigem Wohnraum ist nach den Eindrücken der Diakonie ein großes Problem. „Die zulässigen Grenzen sind eng gesteckt, aber passende Wohnungen gibt es kaum“, beschreibt Reiner Roth, Kirchenkreissozialarbeiter für Wunstorf und Neustadt. Oft verlangen Vermieter Bürgschaften oder wollen Mieter wegen Schufa-Einträgen nicht nehmen. „Es gibt eine sehr starke Privatisierung des Wohnraums, während öffentlich geförderter fehlt. Die Folgen merken wir“, unterstrich Superintendent Michael Hagen bei der Vorstellung des Jahresberichts für den Diakonieverband Hannover-Land.

75 Prozent der Gespräche, die Roth in seiner allgemeinen Sozialberatung führt, sind Neuanfragen. Oft kann er schnell zu geeigneten Institutionen vermitteln, die bei den individuellen Problemen helfen können. Ein häufig gehörter Punkt bei finanziellen Problemen sind auch die Kosten für den Schulbedarf der Kinder. „Die Kinder werden dann versorgt, aber das verschiebt dann nur die Lücken“, sagte Hagen.

Bei der Schwangerenkonfliktberatung gab es im hannoverschen Umland ein Plus von 17 Prozent bei den Beratungen, was aber zu einem großen Teil darauf zurückzuführen ist, dass in Burgdorf eine neue Stelle geschaffen worden ist. Es zeigt sich aber auch, dass die Beratung immer komplexer wird. Bei der Kurenberatung stellen die Mitarbeiter fest, dass bei den Widerspruchsverfahren rund zwei Drittel der Ablehnungsbescheide der Kassen sich als fehlerhaft erweisen. „Das ist schon ein Skandal“, sagt Hagen.

In der Schuldnerberatung hat es im Bereich des Kirchenkreises einen personellen Wechsel gegeben, Thomas Franzen ist jetzt für die Anfragen aus Wunstorf und Neustadt zuständig. Die Integrationsarbeit ist außerdem nach wie vor eine wichtige Aufgabe für die Einrichtungen der Diakonie und wird es auch vorerst weiter bleiben.

Bei einem Etat von 4,32 Millionen Euro, die der Diakonieverband Hannover-Land im vergangenen Jahr zur Verfügung hatte, stammte etwa ein Drittel aus eigenen Mitteln der Kirche, die über Steuern und Spenden eingenommen werden. „In manchen Bereichen könnten wir mehr machen“, betont Diakoniepastor Harald Gerke, doch oft fehlen die entsprechenden Ressourcen.

Nicht bei allen sozialen Problemlagen gibt es rechtliche Ansprüche auf staatliche Unterstützung, dann ist die Diakonie als Bittsteller unterwegs. Wenn sie Zuschüsse erfolgreich einwirbt, sind die oft nur projektbezogen. Zumindest gab es in diesem und dem vergangenen Jahr Großspenden von der Drogeriekette DM und über die NDR-Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“.

Ehrenamtliche unterstützen Familien

„Bin da!“, so heißt es neues Projekt, das die Diakonie bei ihre Familienarbeit seit Jahresbeginn auch im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf anbietet. Familien mit kleinen Kindern, die mit besonderen Belastungen zurechtkommen müssen, können darüber Hilfe von Ehrenamtlichen bekommen. Diese werden mit Schulungen auf ihre Aufgaben vorbereitet.

„In unserem sozialen Netzwerk haben unsere Partner sich sehr über dieses Projekt gefreut“, sagt Koordinatorin Janet Breier. Und auch bei den Ehrenamtlichen kommt es gut an: 15 machen in den beiden Städten bereits mit, und elf Familien profitieren schon von ihrer Arbeit.

Breier besucht zum Beginn alle Familien und erstellt einen Plan zum weiteren Vorgehen. In der Regel soll die kostenlose Begleitung dann etwa über ein Dreivierteljahr gehen. „Manchmal reicht es schon, wenn jemand zuhört. Vor allem sollen die Eltern aber bei den Aufgaben rund um das Kind entlastet werden, damit diese Auszeiten für andere Aufgaben bekommen“, beschreibt die Koordinatorin die Aufgaben.

Das Projekt wird von der Region Hannover gefördert. Informationen gibt Breier unter Telefon (0 50 32) 9 66 99 58 oder per E-Mail an janet.breier@evlka.de.

Woche der Diakonie ruft zum Zuhören auf

Die Woche der Diakonie wird im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf von vielen Veranstaltungen begleitet. „Unerhört! #zuhören“ ist in diesem Jahr das Motto, das dazu aufruft, jede Lebensgeschichte zu respektieren und Menschen nicht an den Rand der Gesellschaft zu drängen.

Der Auftakt ist am Sonnabend, 1. September, die Feier „Endlich 18“ im Laden Kurze Wege, Barnestraße 52 in Wunstorf. Märchen im Garten von Liebfrauen liest am Montag, 3. September, 15 Uhr Alfred Schröcker am Haus der Kirche, An der Liebfrauenkirche 5-6, in Neustadt. Beim Frauenfrühstück in Bokeloh, An der Kreuzkirche 11, gibt es am Dienstag, 4. September, ab 9 Uhr einen Dialog über Migration mit Sami Aiyoubi und Kirchenkreissozialarbeiter Reiner Roth.

Zu einem Grillfest lädt der Tagestreff für Obdachlose Nachbarn und andere Interessierte für Dienstag, 4. September, 15 Uhr in den Garten des Diakonisch-Kirchlichen Zentrums in Wunstorf, Albrecht-Dürer-Straße 3, ein. In einem Themenvormittag beschäftigt sich das Mama-Café am Donnerstag, 6. September, ab 9 Uhr in der Wunstorfer Corvinusgemeinde, Arnswalder Straße 20, mit Ängsten bei Kindern. Referentin Stefanie Everwien kommt von der Familienberatung der Region. Anmeldungen sind unter Telefon (0 50 32) 9 66 99 58 notwendig.

„Unerhört! Was ihr so alles macht!“ – unter diesem Titel stellen die Pastoren Kirsten Kuhlgatz und Volker Milkowski beim Café K der Stiftsgemeinde am Donnerstag, 6. September, die Arbeit und Geschichte der Diakonie vor. Beginn ist um 14.30 Uhr an der Stiftstraße 5b in Wunstorf. Über seine Begegnungen mit Menschen in seiner Arbeit berichtet Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes am Donnerstag, 6. September, ab 20 Uhr in der Wunstorfer Stadtkirche.

Grundsätze der Hospizarbeit stellt Pastorin Annedore Wendebourg am Freitag, 7. September, im Bordenauer Gemeindehaus, Am Kampe 3, vor. Bei einem Diakonie-Frühstück im Laden Kurze Wege, Barnestraße 52, soll am Sonnabend 8. September, auf Einladung der Wunstorfer Stadtkirchengemeinden dann ab 9 Uhr eine Bilanz der Diakoniewoche gezogen werden. Eine Zugabe gibt es dann aber noch in Schloß Ricklingen: Dort erzählt Karl-Robert Zöllner am Donnerstag, 13. September, ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus an der Voigtstraße von seiner ehrenamtlichen Arbeit im Wunstorfer Tagestreff für Wohnungslose.

An den Sonntagen 2., 9. und 16. September werden in Gemeinden des Kirchenkreises außerdem Gottesdienste mit der Diakonie als Schwerpunkt gefeiert.

Von Sven Sokoll

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