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Wunstorf

Betrüger spähen Bankkarten aus

Eine international tätige Betrügerbande hat an einem Geldautomaten der Volksbank Kartendaten und Geheimnummern ausgespäht. Fachleute nennen diese Art des Betruges Skimming. Tatort: ein Geldautomat in der Hauptgeschäftsstelle, Lange Straße. In mindesten zehn Fällen ist es den Betrügern gelungen, mit den Daten neue Bankkarten herzustellen.

Damit haben sie von Mailand aus Geld von Kundenkonten der Volksbank abgehoben. Den Betrügern sind im Schnitt pro Konto etwa 3000 Euro in die Hände gefallen. Das Landeskriminalamt hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. Die Volksbank Nienburg habe sofort mehr als 400 Karten ihrer Kunden sperren lassen, sagte am Mittwoch der Sprecher des Vorstandes, Knud Petersen.

Damit soll weiterem Missbrauch ein Riegel vorgeschoben werden. Für die Kunden seien die Sperrungen zwar ärgerlich, aber der Schaden müsse begrenzt werden. „Wir haben alles unternommen, um die betroffenen Kunden telefonisch über die Sperre und das weitere Vorgehen zu informieren“, sagte Petersen. Die Telefonaktion galt jenen, die etwa in der Zeit vom 22. bis 31. Januar den Automaten in der Hauptgeschäftsstelle genutzt haben. Denjenigen, von deren Konten die Betrüger Geld abgehoben haben, werden die Schäden umgehend ersetzt, versprach Petersen. „Auch die Ersatzkarten sind bereits bestellt und werden den Kunden kostenlos ausgehändigt“, fügte der Vorstandssprecher hinzu.

Auch Kunden, die ihre Konten nicht bei der Nienburger Volksbank haben, sind Opfer der Skimmer-Attacke geworden. Die Hannoversche Volksbank zum Beispiel hat auch zugesagt, den Schaden schnell zu regulieren. Die Polizeidirektion Hannover sagte am Mittwoch Abend auf Anfrage, dass noch nicht detailliert gesagt werden könne, wie die Täter es geschafft haben, den Volksbank-Automaten auszuspähen. Es seien noch genauere Untersuchungen nötig, sagte eine Sprecherin. Volksbank-Vorstand Petersen bedauerte den Vorfall, der trotz moderner Technik an den Automaten möglich gewesen sei. Die Bank hatte die Automaten mit Anti-Skimming-Modulen ausrüsten lassen. Der Schaden habe damit sicher begrenzt, aber nicht verhindert werden können. Sprecher anderer Banken sagten, die Automaten der Institute seien auf neuestem Stand. Das sind die spezialisierten Betrüger allerdings auch.

Skimming

Der hundertprozentige Schutz ist nicht möglich Beim Skimming lesen Betrüger mittels technischer Geräte die Daten aus den Magnetstreifen aus. Gleichzeitig verschaffen sie sich etwa mit Minikameras die dazugehörige PIN-Nummer. Die Daten werden dann auf Kartenrohlinge aufgebracht. In Deutschland sind die Fälschungen nach Angaben von Fachleuten kaum zu gebrauchen, deshalb operieren die Betrüger international. Zwar gelten die Ant-Skimming-Module als sehr sicher, ganz verhindern können sie den Betrug nicht. Die Polizei rät zur Vorsicht. Bei der Eingabe der PIN sollte man mit einer Hand die Tastatur des Bankautomaten abschirmen. Im Fall Volksbank fragt die Polizei: Wer hat in den letzten Januartagen eventuell Merkwürdiges beobachtet? Hinweise nehmen alle Polizeidienststellen entgegen.
von Albert Tugendheim


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Wunstorf ist ...

  • ... eine Stadt westlich von Hannover mit 14 Stadtteilen und 43.000 Einwohnern
  • ... bekannt für seine Lage am Steinhuder Meer
  • ... westlichster Zipfel des Calenberger Lands
  • ... Standort des größten fliegenden Verbands der Luftwaffe und einer großen psychiatrischen Klinik
  • ... mit der vielleicht schönsten historischen Altstadt in der Region ein lohnenswertes Ausflugsziel
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