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Nachrichten Bauverein Wunstorf wird für Sicherheitskonzept ausgezeichnet
Region Wunstorf Nachrichten Bauverein Wunstorf wird für Sicherheitskonzept ausgezeichnet
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17:15 11.03.2018
Geprüfte Sicherheit: Die Plakette „Zuhause sicher“ für den Bauverein Wunstorf. Quelle: Markus Holz
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Wunstorf

 Für Michael Nickel von der Zentralstelle Technische Prävention der Polizeidirektion Hannover und für die Polizei vor Ort ist es immer ein kleines Fest: Eine Immobilie trägt die Plakette „Zuhause sicher“. Plaketten gibt es viele. Aber diese spart der Polizei Arbeit und raubt Einbrechern wertvolle Zeit. Das Mieterobjekt des Bauvereins Wunstorf an der Albrecht-Dürer-Straße 1 in der Barne ist fertig und nach modernen Regeln des Einbruchschutzes gebaut. Das Landeskriminalamt (LKA) hat Pate gestanden. Am Donnerstag wurde dem Verein die Plakette überreicht.

Der Bauverein hatte vor einigen Jahren Kontakt mit dem LKA, als er mit seinen rund 300 Wohnungen in der Oststadt dem Netzwerk „Sicher zu Hause“ beitrat. Bei „Sicher zu Hause“ geht es eher um Verhaltensregeln. Bei „Zuhause sicher“ geht es um technischen Schutz. Das LKA stand wieder Pate.

Netzwerk Zuhause sicher – was ist das?

Das Netzwerk Zuhause sicher ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, gegründet im Jahr 2005 von der Polizei Nordrhein-Westfalen. Hauptziel: Bürger für Einbruchschutz und Brandschutz sensibilisieren und sie beraten. Im Netzwerk sind Polizei, Kommunen, Handwerksorganisationen und Unternehmen organisiert. 

Die Zentralstelle Technische Prävention der Polizeidirektion Hannover bietet einmal im Monat eine Informationsveranstaltung am Dienstsitz, Marienstraße 34–36 in Hannover, an. Termine sind unter Telefon (05 11) 1 09 11 14 zu erfahren. Unter dieser Nummer können Interessierte auch ihren Rückrufwunsch hinterlassen. Die Beratung ist kostenlos. Die Zentralstelle ist außerdem per E-Mail an tech-praevention@pd-h.polizei.niedersachsen.de zu erreichen. Mehr Infos gibt es auf www.zuhause-sicher.de. Zum Netzwerk gehören geprüfte Handwerksbetriebe und Dienstleister. Sie bilden die Schutzgemeinschaft Hannover. Fragen zu Dienstleistungen und Betrieben beantwortet die Glaserinnung Niedersachsen unter Telefon (0 50 66) 9 01 69 16 oder nach einer E-Mail an info@glaser-niedersachsen.de.

Ungebetene Gäste werden am Hauseingang erkannt

Wer vor der zentralen Haustür steht, wird per Videokamera erfasst. Das Licht am Eingang geht automatisch an. Die Kamera überträgt das Bild zu dem Mieter, bei dem geklingelt wird. Via Gegensprechanlage können beide miteinander kommunizieren, ohne sich zu nahe zu kommen. Ist der Besucher im Haus, schaltet sich Licht auf den Fluren ein, auf denen sich der Besucher bewegt. 

Jede Wohnungstür hat einen Türspion und einen Riegel – ähnlich den früher üblichen Ketten, nur wesentlich widerstandsfähiger. Der Riegel lässt sich mit dem Wohnungsschlüssel von außen öffnen. Das ist wichtig, falls ein Mieter in der Wohnung verunglückt, und der Partner oder die Hausverwaltung die Tür öffnen müssen. Wer seine Wohnungstür, Sicherheitsklasse RC 2, abschließt, kann sicher sein: Da kommt so schnell keiner rein. Gleiches gilt für alle von außen schnell erreichbaren Fenster.

Doppelt abschließen will erst gelernt sein

„Wir mussten als Mieter erst lernen, mit den Vorkehrungen umzugehen, aber es macht alles Sinn“, sagt Peter Steinort. Wenn er beim Nachbarn klingelt und hört, dass dieser den Schlüssel zwei Mal dreht, weiß er: Die Botschaft ist angekommen. „Wer nicht oder nur einmal abschließt riskiert, dass jemand von außen mit einem Draht den Riegel zurückdrückt. Die Polizei hat uns gezeigt, wie schnell das geht“, sagt Steinort.

Architekten erweitern ihren Erfahrungsschatz

Michael Nickel ist glücklich, wenn er von solchen Fortschritten hört. Kathrin Tietz vom Bauverein auch. Denn was nützt die beste Investition in den Objektschutz, wenn sie nicht benutzt wird. Der Bauverein hat rund zwei Prozent der Bausumme in Sicherheit investiert. Die Zentralstelle Technische Prävention war von Beginn an in die Gebäudeplanung eingebunden. 

Eberhardt: „Das Trauma wird man schwer wieder los“

Es gibt noch einen Akteur in diesem Netzwerk, der die Sicherheit im Fokus hat: Wunstorfs Bauverwaltung legt jedem Bauherren die Broschüre auf den Tisch und rät, sich von den Experten beraten zu lassen. Der Impuls, den Hinweis fest in den Genehmigungsprozess einzubauen, kam von Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt. Er und seine Frau hatten einen Einbruch beim Nachbarn fast miterlebt, haben sich danach zusammen mit den Nachbarn beraten lassen und aufgerüstet. Wunstorf ist, wie Garbsen und Neustadt, Partner im Netzwerk „Zuhause sicher“. „Ich kann das nur empfehlen“, sagte Eberhardt am Donnerstag, „das Gestohlene ist ersetzbar. Aber das Trauma nach einem Einbruch wird man nur schwer wieder los.“ 

Nachgefragt bei Michael Nickel: „Einbruchsopfer haben höchste Priorität“

Michael Nickel, Zentralstelle Technische Prävention. Quelle: Markus Holz

Herr Nickel, die Polizeidirektion hat in acht Jahren 1211 Plaketten in der Region Hannover verliehen. Wie viele sind es in Wunstorf?

Das rechnen wir nicht aus. Aber es sind in jedem Fall zu wenige. Das hat nichts mit Wunstorf zu tun. Das gilt für die gesamte Region. Es könnten mehr sein. Darum sind wir froh über jeden Partner, der uns einlädt, so wie hier die Stadt Wunstorf und der Bauverein.

Technische Prävention kann für Hausbesitzer teuer werden. Gibt es dafür auch öffentliche Zuschüsse?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert solche Vorhaben. Für die ersten 1000 Euro an Kosten übernimmt die KfW 20 Prozent. Von Summen darüber zehn Prozent.

Die Polizei kann die Nachfrage nach Beratungen kaum decken. Wie lange muss jemand auf einen Termin warten?

Das lässt sich schwer sagen. Einbruchsopfer haben höchste Priorität. Wir versuchen, spätestens einen Tag nach der Tat vor Ort zu sein, damit die Betroffenen nicht unbedacht anfangen, mit Sachen aus dem Baumarkt nachzurüsten. Neubau- und Sanierungsobjekte haben auch Priorität. Alle anderen werden von uns zu Informationsveranstaltungen eingeladen und hinterlassen dort einen Terminwunsch.

Wie gut sind eigentlich die hiesigen Architekten über Einbruchschutz informiert?

Einbruchschutz ist keine gesetzliche Vorschrift, und es kommt in der Ausbildung auch nicht vor. Alle kennen sich sehr gut mit Energiesparen aus, aber die wenigsten mit Einbruchschutz. Das ist bei Fertighausherstellern ähnlich. Hier beim Bauverein hatten wir allerdings sehr aufgeschlossene Architekten.

Von Markus Holz

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