Navigation:
Wennigsens Wirtschaftsförderer Christian Mainka verlässt das Rathaus.

Wennigsens Wirtschaftsförderer Christian Mainka verlässt das Rathaus.
© Jennifer Krebs

Wennigsen

Mainka hinterlässt eine Vorzeige-Kommune 

Wennigsens Wirtschaftsförderer Christian Mainka verlässt das Rathaus und kümmert sich ab Januar in einer Agentur in Berlin um die Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung.  Seine Stelle soll schnell neu besetzt werden, weil das aufgebaute Fördermittelmanagement längst unverzichtbar ist für die Kommune.

Wennigsen.  Seine Bilanz kann sich sehen lassen: Über 9 Millionen Euro Zuschüsse hat Wennigsens Wirtschaftsförderer Christian Mainka (38) für die Gemeinde eingeworben oder abgerechnet. Wennigsen ist Vorzeige-Kommune. Mainka baute ein zentrales Fördermittelmanagement auf, das andere Städte inzwischen adaptieren. Mainka will Projekte nach vorne bringen, und im Grunde genommen sei das auch keine Frage der Geldes, sondern der Umsetzung, sagt der Betriebswirt. Fördertöpfe gebe es genug. Mainka hat Newsletter von Ministerien abonniert, um gut informiert zu sein. Er betreibt viel Recherche. Und er ist ein Netzwerker.  

Nach seinem Studienabschluss fing Mainka 2009 bei der Gemeinde Wennigsen als Referent für Wirtschaftsförderung und Projektsteuerung an. Seine Stabsstelle war zunächst umstritten. Bürgermeister Christoph Meineke entschied damals auch gegen einige Widerstände aus den Reihen der Kommunalpolitiker. 

Was ist gut für den Ort?

Strukturelle Probleme ließen sich nur lösen, wenn man sie ganzheitlich betrachtet, sagt Mainka. Was ist wichtig und gut für den Ort? „Darum geht es“, sagt er. Wennigsen hat eine hohe Kaufkraft und mit 25 Prozent der Beschäftigten die inzwischen dritthöchste Akademikerquote in der Region. Auch das ehrenamtliche Engagement ist hoch. „Es ist schon schön, was sich alles mit Bürgerbeteiligung und zusammen mit Ehrenamtlichen entwickeln lässt“, sagt Mainka und zählt das Dorfgemeinschaftshaus in Bredenbeck und das Hohe Feld in Wennigsen auf, für das Wennigsen sogar den ersten Platz des bundesweiten Preises für Onlinepartizipation erhielt. Ein Konzept für den Wasserpark in Abstimmung mit dem Betreiberverein soll kommen.

Kein Leerstand mehr auf der Hauptstraße

Mainka begriff seinen Job nie nur als rein klassische Wirtschaftsförderung. Obwohl: An der Hauptsraße gibt es keinen Leerstand mehr und auch die Hafa-Hallen sind inzwischen alle verkauft oder vermietet. Lasse man große Gewerbegebiete mit Einzelhandel auf der grünen Wiese zu, verlagere sich die Kaufkraft, sagt Mainka und spricht von einem Geflecht, wo eins ins andere greift. Zwischen Heitmüller und Müller gibt es mit Rossmann nur einen Filialisten. Der Rest ist inhabergeführt. Entsprechend wichtig sei es gewesen, Edeka als Magneten an der Hauptstraße zu halten, sagt Mainka. Er betont, dass es den gleichen positive Effekt rund um den neuen Rewe und Aldi an der Degerser Straße gebe. Und inzwischen sei ja auch der NP in Bredenbeck auf einem guten Weg. Die alte Gaststätte Seidensticker ist an einen Investor verkauft und soll demnächst für die Supermarktvergrößerung abgerissen werden. 

Stelle soll schnell neu besetzt werden

Bürgermeister Christoph Meineke lässt seinen Wirtschaftsförderer nur ungern gehen: „Christian Mainka hat hervorragende Arbeit geleistet und sich als Querdenker einen Namen gemacht.“ Nachbarkommunen eifern Wennigsen nach und richten Stellen mit ähnlichem Zuschnitt ein – Stichwort Fördermittelmanagement. Jüngstes Beispiel ist hier Pattensen.

Ziel sei es, sagt Meineke, die Stelle des Wirtschaftsförderers schnell neu zu besetzen, weil zahlreiche Fördermittelfristen in der zweiten Jahreshälfte laufen und der Nachfolger bis dahin eingearbeitet sein sollte. Anfang 2018 soll die Stelle ausgeschrieben werden – aus Gründen der Haushaltskonsolidierung aber etwas verschlankt um eine Entgeltgruppe niedriger, kündigt der Verwaltungschef an.

Wennigsens Bürgermeister war es wichtig, die Stelle eng mit der Politik abzustimmen. Denn grundsätzlich sei die Wirtschaftsförderung und das Einwerben von Fördermitteln eine freiwillige Leistung, betont er. Auf zwei Sitzungen des Verwaltungsausschusses wurde deswegen darüber beraten. Auch die Wirtschaftliche Interessensgemeinschaft Wennigsen (WIG) wurde nach ihren Wünschen und Vorstellungen für die Wirtschaftsförderung gefragt. 

 

Mainkas Stelle im Wennigser Rathaus soll schnell nachbesetzt werden. Im Januar geht er zur Beratungsgesellschaft City & Bits nach Berlin, die Regionen, Städte und Kommunen auf dem Weg ins Digitale unterstützt. Digitalisierung werde das große Thema sein in den nächsten Jahren, sagt Mainka, der in diesem Bereich schon seit zwei Jahren nebenberuflich als Berater gearbeitet hat. Pendeln will der digitale Treiber – und wie sollte es auch anders sein – natürlich nicht. Er bleibt mit seiner Frau in Bredenbeck wohnen – und richtet sich ein Home-Office ein.

Von Jennifer Krebs


Anzeige

Wennigsen ist ...

  • ... eine Gemeinde im Calenberger Land mit acht Ortsteilen und 14.000 Einwohnern.
  • ... direkt am und im Deister gelegen. Ausflugstipps? Hier klicken.
  • ... in die deutsche Geschichte eingegangen, weil dort 1945 die SPD wiedergegründet wurde.
  • ... Heimatort von Adolph Freiherr Knigge.
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Wennigsen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.