Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Wohin mit der Doppelhelix?
Region Wennigsen Nachrichten Wohin mit der Doppelhelix?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 31.03.2018
Zu wenig Platz: An der Kreuzung von Hauptstraße und Argestorfer Straße soll ein Verkehrskreisel entstehen. Die vom Feinmechanikermeister Erich Pollähne 1993 gestiftet Doppelhelix (rechts im Bild) soll deshalb aus Platzgründen versetzt werden. Quelle: Ingo Rodriguez
Anzeige
Wennigsen

 Es ist ein markantes Wennigser Wahrzeichen – doch nun soll die beliebte und bekannte Doppelhelix aus Platzgründen einem neuen Verkehrskreisel weichen. Seit 1993 schon steht das von dem Feinmechanikermeister und Ehrenbürger Erich Pollähne gestiftete Kunstwerk direkt vor dem Rathauszugang – gut sichtbar und viel beachtet von Ausflüglern und Spaziergängern. Der 2005 gestorbene Pollähne hat die mehr als vier Meter hohe und sich drehende Doppelspirale nach Plänen des Handwerker-Philosophen Hugo Kükelhaus hergestellt. Sie versinnbildlicht – in Anlehnung an die Erbanlagen des Menschen – den Lauf des Lebens.

Ausgerechnet dieses stetige Voranschreiten der Dinge macht es nun erforderlich, dass das Kunstwerk in absehbarer Zeit seinen Platz räumen muss. Notwendig wird dies, weil bei der bevorsteheden Umgestaltung des Ortskerns und der Hauptstraße an der Kreuzung zur Argestorfer Straße ein kleiner Kreisverkehr eingerichtet werden soll. Im Januar hatte in der jüngsten Sitzung der Arbeitsgruppe (AG) Hauptstraße das mit der Generalplanung beauftragte Ingenieurbüro genau dies nach Auswertung einer Verkehrszählung als ideale Lösung genannt, um künftig die Verkehrsströme an der Heitmüller-Kreuzung flüssig weiterzuleiten.

Die vom Feinmechanikermeister Erich Pollähne gestiftete Doppelhelix steht seit 1993 vor dem Rathaus und soll nun aus Platzgründen einem geplanten Verkehrskreisel weichen. Quelle: Ingo Rodriguez

Doch dafür wird zusätzlicher Platz benötigt. Aber wohin mit der Doppelhelix? Es muss „ein neuer Standort gefunden werden. Durch den Umbau der Kreuzung kann der jetzige Standort nicht erhalten werden“, so lautet in den Gestaltungsvorschlägen des Generalplaners der Handlungsauftrag, mit dem sich in der nächsten Woche die kommunale Planungsgruppe Hauptstraße beschäftigen soll. Am Dienstag, 3. April, steigt das Gremium in die Detailplanung für die Sanierung der Ortsmitte ein. Die Mitglieder haben nun von der Gemeindeverwaltung ausführliche Unterlagen erhalten, um für verschiedene Standorte im Sanierungsgebiet Einzelheiten besprechen zu können.

Als mögliche Alternativstandorte werden in den Entwürfen gleich sechs Standorte ins Spiel gebracht – inklusive der Auflistung von Vor- und Nachteilen. Favorisiert wird offenbar – weil es die erstgenannte Variante ist – eine Stelle gegenüber der Gemeindebücherei innerhalb einer gerundeten Mauer in Verlängerung der Straße Klosteramthorf. Vorteilhaft ist laut Entwurfsplanung der großzüge Platz. Dagegen werde die Nutzung des Forges-les-Eaux Platzes als Veranstaltungsort sowie der Halbkreismauer als Sitzmöglichkeit deutlich eingeschränkt. Weitere Varianten: Nördlich der gerundeten Steinmauer oder gegenüber der Bäckerei an der Argestorfer Straße, direkt am geplanten Kreisel. Außerdem kommen Standorte gegenüber der Rossmann-Filiale sowie auf einer Grünfläche in der Diagonalen zwischen den beiden Bushaltestellen an der Hauptstraße infrage.

 Es fehlen Kostenschätzungen

Schon vor der Sitzung hat AG-Mitglied und FDP-Ratsherr Hans-Jürgen Herr hartnäckige Nachfragen angekündigt. Schließlich haben die Kommunalpolitiker das letzte Wort bei den Umgestaltungsdetails. Herr übt deshalb auch Kritik: Denn: Für keinen der bislang vorgelegten Gestaltungsvorschläge im gesamten Sanierungsgebiet seien Kostenschätzungen mitgeliefert worden – anders als es in der jüngsten Sitzung vereinbart worden war. Das gilt auch für Vorschläge hinsichtlich der Bepflasterung sowie eines möglichen zweiten neuen Kreisverkehrs mit gleich vier Zebrastreifen an der Kreuzung von Bröhnweg und Bährenkampstraße. „Ohne Kostenschätzungen und Gegenüberstellung von möglichen Investitionen können und werden wir nichts entscheiden“, sagt der FDP-Ratsherr. Das Sanierungsgebiet erstreckt sich insgesamt über eine Fläche von rund 11,3 Hektar. Die geschätzten Gesamtkosten von rund 4,7 Millionen Euro werden vom Bund und vom Land über ein Städtebauförderprogramm jeweils zu einem Drittel übernommen. Das Jahr 2018 soll der weiteren Planung vorbehalten sein.

An der Kreuzung von Bröhnweg und Bährenkampstraße soll laut Entwurfsplanung und Vorschlagsliste ein zweiter neuen Kreisverkehr mit gleich vier Zebrastreifen eingerichtet werden. Quelle: Grafik: Generalplaner und Gemeinde

Ebenfalls diskutiert werden soll in der AG-Sitzung über die geplante Reduzierung der Fahrbahnbreite der Haupstraße. „Die Maße werden kleiner, aber der Verkehrsfluss soll besser werden, weil die Parkplätze künftig nur neben den Fahrspuren angeordnet werden sollen“, verrät Herr.

Die Fahrbahnbreite der Haupstraße soll zwar reduziert werden. Dafür versprechen die Vorschläge der Planer aber trotzdem einen bessereren Verkehrsfluss, weil auf der Fahrbahn künftig keine Parkplätze mehr angelegt werden sollen, sondern nur neben den Fahrspuren. Quelle: Ingo Rodriguez

Die Sitzung der Arbeitsgruppe Hauptstraße beginnt am Dienstag, 3. April, um 18.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.

Von Ingo Rodriguez

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Quartiersmanagerin der Wennigser Mark, Catharina Weißenborn, sucht  ehrenamtliche Helfer, die eine kindgerechte Freizeit gestalten möchten.

31.03.2018

Winfried Gehrke und Fritz Lauenstein haben pünktlich zum Beginn der Wanderzeit eine neue Route durch den Deister erarbeitet. Die Flyer mit einer Karte und Infos liegen im Tourismusbüro aus. 

30.03.2018

Das Theater zwischen den Dörfern bringt im Mai gemeinsam mit einer Schulklasse ein interaktives Stück für Jugendliche auf die Bühne. Den Verlauf der Geschichte soll auch das Publikum mitbestimmen. Das anspruchsvolle Projekt wird von der Kulturförderung der Region mit einem hohen Zuschuss gewürdigt.

30.03.2018
Anzeige