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Region Wennigsen Nachrichten Über den Sport zum Stipendium in den USA
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15:15 17.07.2018
Der Leichtathlet Leon Martin hat ein Stipendium bekommen und wird ab August in den USA studieren. Quelle: Malecha
Wennigsen

Bald heißt es für den 19-jährigen Leon Martin aus Wennigsen Koffer packen. Denn Anfang August fliegt der Leichtathlet als Stipendiat für zunächst neun Monate in die USA, um an der Cardinal Stritch University in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin Business Administration – ähnlich dem deutschen BWL – zu studieren.

Für den Abiturienten ist das Stipendium ein Jackpot: Denn neben dem Studium kann er in den USA auch seinen Leistungssport weiter betreiben. Für vier Jahre könnte dann Milwaukee seine Heimat sein. „Das Stipendium ist auf die Dauer des Studiums angelegt – ich muss mir aber nach dem ersten Semester überlegen, ob ich das komplett durchziehe“, sagt der 19-Jährige, der in diesem Sommer sein Abitur an der KGS Wennigsen gemacht hat. Denn für ihn steht fest: Entweder es wird eine nette aber auf ein Semester begrenzte Erfahrung, oder er bleibt die vollen vier Jahre in den USA an der Uni. „Nur einige Semester zu bleiben bringt nichts, weil es schwer ist, sich das hier anrechnen zu lassen“, sagt er.

Nachricht kam per Facebook

Wie er an das Stipendium der Jomi Sport Scholarships gekommen ist, kann er sich selbst nicht so genau erklären. Die Agentur, die Sportstipendien in die USA vermittelt und somit jungen Sportlern hilft, Studium und Sport optimal miteinander zu verbinden, habe ihm per Facebook eine Nachricht geschickt. „Die habe ich aber erst Monate später gesehen“, sagt Martin, der nicht gezielt nach Stipendien gesucht hatte. „Ich dachte immer, man muss dafür herausragende Leistungen bringen, zu den besten Sportlern gehören“, sagt der bescheidene Athlet.

Der Leichtathlet Leon Martin hat ein Stipendium bekommen und wird ab August in den USA studieren. Quelle: Abromeit

Auch wenn er sich selbst nicht zu den Besten zählt, so hat er doch schon einiges erreicht. Bei der deutschen Meisterschaft schaffte er es über 1500 Meter auf Platz 14, in der Staffel stand er mit seinem Team schon mehrfach auf dem Treppchen, und auf Landesebene konnte er sich schon häufig über den zweiten oder dritten Platz freuen. „Das war aber alles noch im Jugendbereich – jetzt bei den Männern ist es deutlich anspruchsvoller.“

Seit rund zehn Jahren ist Martin schon Leichtathlet, doch als Kind habe er den Sport noch nicht ganz so ernst genommen, sagt er. „Ich habe nebenbei auch noch Fußball beim TSV Wennigsen gespielt und auch eine Zeit lang JiuJitsu ausprobiert.“ Doch schon früh habe ihm sein damaliger Jiu-Jitsu-Trainer ans Herz gelegt, sich lieber auch nur eine Sache zu konzentrieren. „Also habe ich erst mit dem Kampfsport und dann vor fünf oder sechs Jahren auch mit dem Fußball aufgehört“, sagt Martin und fügt lachend hinzu: „Beim Fußball war ich eh nicht sonderlich gut, das habe ich gemacht, weil es jeder macht.“ Doch Leichtathletik habe ihn direkt fasziniert. „Auch wenn alle immer denken, man läuft ja nur.“ Denn es sei ein Sport, bei dem man sich Ziele steckt und immer wieder auf neue Bestzeiten hinarbeitet. „Das erfordert viel Disziplin, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen“, sagt Martin. Zudem sei das Training wesentlich facettenreicher als viele annehmen. „Es geht auch viel um Koordinations- und Krafttraining“, sagt der 19-Jährige, der fünf- bis sechsmal die Woche trainiert. „Das ist gar nicht so einfach, den Sport mit der Freizeit und den Freunden unter einen Hut zu bringen.“ Denn mal eben eine Woche mit den Kumpels in den Urlaub fahren, ist bei Martin nicht drin. „Ich kann das Training in der Saison nicht unterbrechen.“

Professionelle Bedingungen in den USA

Das Studium in den USA ist für ihn eine große Chance, sagt Martin. „Dort wird der Sport ganz anders gefördert.“ In Deutschland sei es sehr schwer, neben der Uni noch professionell Sport zu betreiben. Denn eine Sportkarriere zu finanzieren und dabei die berufliche Zukunft nicht aus den Augen verlieren, ist eine kaum zu bewältigende Herausforderung. „Das funktioniert fast nur, wenn man im Bundeskader ist.“ In den USA locken die Universitäten hingegen mit professionellen Bedingungen. In Milwaukee wird Martin jeden Tag neben den Vorlesungen trainieren müssen. „Mal sehen, ob ich das Durchhalte.“

Doch selbst wenn nicht, so sei der Aufenthalt eine tolle Erfahrung, bei dem er ein anderes Land kennenlernen kann, sagt der 19-Jährige, der aus dem Elternhaus in die weite Welt zieht und für den der berufliche Werdegang dennoch an erster Stelle steht. „Ob ich wirklich auf professionellem Niveau in Deutschland mithalten kann, das wird sich zeigen – deshalb muss man die normale Berufslaufbahn immer im Auge behalten“, sagt Martin. Daher sieht er das Stipendium auch eher locker, will sich natürlich im sportlichen Bereich verbessern, aber eben auch einfach die Gelegenheit nutzen, um neue Erfahrungen zu sammeln.

Von Lisa Malecha

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