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Region Wennigsen Nachrichten Soll Kastration bei Katzen Pflicht werden?
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00:16 13.10.2018
Müssen Halter ihre freilaufenden Katzen künftig kastrieren lassen? Quelle: picture alliance / dpa
Wennigsen

Grüne und Tierschützer fordern die Einführung einer kommunalen Katzenschutzverordnung. Sie soll eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen vorsehen und gegen das Katzenelend und die unkontrollierte Vermehrung der Katzen helfen.

Die gewünschte Verordnung sieht vor, dass Halter Katzen, die Freigang haben, von einem Tierarzt kastrieren und etwa mit einem elektronischen Chip kennzeichnen lassen müssen. Die Katzen müssen überdies in einem Haustierregister angemeldet werden. Zwischen 60 Euro für Kater und 90 Euro für Katzen – ohne Komplikationen, ohne Nachsorge – sieht die Gebührenordnung der Tierärzte für die Mini-OP vor. Die Tiere müssen zudem gechipt und in einem Haustierregister angemeldet werden, heißt es in dem Antrag der Grünen. Für Zuchtkatzen könnten im Einzelfall Ausnahmen von dieser Verpflichtung gemacht werden, sagte Fraktionssprecherin Angelika Schwarzer-Riemer, die den Antrag gemeinsam mit den Tierschützerinnen Anne Wallat, Karin Barnstorf und Doris Meyer im Argestorfer Ortsrat vorstellte. Die Frauen informieren derzeit jeden Ortsrat über ihr Anliegen.

Schon im Herbst 2017 hat das Land eine sogenannte Subdelegationsverordnung erlassen, die es den Kommunen ermöglicht, ge­gen das Katzenelend vorzugehen. Tierschutzorganisationen fordern schon lange einen solchen Erlass, da sich nicht kastrierte, freilaufende Katzen schnell vermehren – und der Nachwuchs sehr oft auch verwahrlost. „Katzen sind domestiziert, in freier Wildbahn leiden sie häufig unter Verletzungen sowie Infektionskrankheiten und haben insgesamt eine geringere Lebenserwartung“, argumentieren die Tierschützerinnen. „Sie schlagen sich mehr schlecht als recht durch.“ Mit der Verordnung könnten sie uneinsichtige Besitzer von der Kennzeichnung und Kastration überzeugen, erhofft sich Wallat.

In Wennigsen gibt es laut der drei Tierschützerinnen definitiv ein Katzen-Problem – wenn auch keine Plage. „Und die gibt es nur nicht, weil wir vom Tierschutz seit Jahren aktiv sind“, sagt Wallat die zudem argumentierte, dass eine Verordnung auch dafür sorgen würde, dass die Gemeinde Geld spart. „Denn für Fundkatzen zahlt die Gemeinde rund 7 Euro täglich ans Tierheim“, sagt sie. Die Verordnung würde dafür sorgen, dass es eben von diesen Fundkatzen weniger gibt. Die Verwaltung der Gemeinde sieht hingegen keinen Bedarf für eine neue Verordnung und geht davon aus, dass diese ohnehin ins Leere laufen würde, da eine Kontrolle und Umsetzung schwer möglich sei.

Wennigsen ist nicht die einzige Kommune, in der zur Zeit über ähnliche Anträge und Probleme gesprochen wird. Seit März 2017 besteht in Niedersachsen laut Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Möglichkeit für Gemeinden, aus Gründen des Tierschutzes die Kastration von Katzen vorzuschreiben. Unter anderem müssen Katzenhalter in Hannover künftig frei laufende Tiere registrieren und kastrieren lassen. In Barsinghausen gibt es sogar schon seit 2013 eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht.

Von Lisa Malecha

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