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Nachrichten Jugendparlament: Mehrheit will aus Frust aufhören
Region Wennigsen Nachrichten Jugendparlament: Mehrheit will aus Frust aufhören
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16:05 29.11.2018
Frustriertes Gremium: Die Mehrheit der amtierenden Mandatsträger im Jugendparlament Wennigsen will bei den Neuwahlen im Mai nicht wieder kandidieren. Quelle: Privat: Gemeinde Wennigsen
Wennigsen

Die unzähligen Verzögerungen und das endlose Vertrösten haben Spuren hinterlassen: Die Mitglieder des Jugendparlaments sind enttäuscht. Bei den Neuwahlen im Mai wollen die Nachwuchspolitiker mehrheitlich nicht erneut kandidieren. „Es will kaum jemand weitermachen. Bei den meisten sitzt der Frust wegen der immer noch nicht gebauten Skateranlage zu tief“, weiß der kommunale Jugendpfleger Christoph Knoke. Auch in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend und Integration teilte Knoke dies den Kommunalpolitikern in seinen Mitteilungen noch einmal schonungslos mit. Denn: Für die Neuwahlen zum achten Jugendparlament gibt es deshalb bislang kaum Kandidaten.

Dass Knoke auch vom unmittelbar bevorstehenden Beginn der konkreten Planungen für die sehnlich gewünschte Skateranlage berichtete, ändert an der Haltung der Jugendlichen offenbar wenig. Auch, dass der für 2019 geplante Baubeginn nun immer näher rückt, kommt für die Mehrheit der amtierenden Abgeordneten des Jugendparlaments zu spät. „Wir fühlen uns hingehalten und nicht ernst genommen. Unser Vertrauen in die Politik schwindet“, hatte die Jugendbürgermeisterin Rebekka Theis schon im Mai im Rat gesagt. Inzwischen hat sie ihr Amt wegen eines Auslandsaufenthaltes an ihren zum Nachfolger gewählten Bruder Cornelius übergeben.

Projekt mit vielen Hindernissen

Schon seit mehr als 15 Jahren wünschen sich Jugendliche in Wennigsen sehnlich eine Skateranlage. Bereits mehrere Generationen von Nachwuchspolitikern haben sich seit 2013 als Mandatsträger im Jugendparlament der Gemeinde Wennigsen für die Planungen und einen baldigen Bau eingesetzt. Doch immer wieder wurden die Jugendlichen vertröstet. Ihr Projekt wurde zugunsten anderer Maßnahmen hinten angestellt und geriet in eine endlose Warteschleife. Hintergrund der jüngsten Aufschübe waren in jüngerer Vergangenheit ein fehlendes Hamstergutachten für das Baugrundstück neben dem Elan-Parkplatz auf einem Feld gegenüber dem Wasserpark am Bröhnweg. Anschließend waren Planungen für eine künftige Regenwasserrückhaltung ein Verzögerungsgrund. Die Gesamtkosten für die Skate- und BMX-Anlage schätzt die Gemeindeverwaltung auf 130.000 Euro. Die Region Hannover hat bereits einen Zuschuss von fast 50.000 Euro gewährt.

Im Bauausschuss im September hatte auch Jakob Peter als Vertreter des Jugendparlaments noch einmal heftige Kritik geübt. Das Nachwuchsparlament werde in der Öffentlichkeit einerseits als Aushängeschild kommunalpolitischer Beteiligung verkauft. „Andererseits werden unsere Projekte auf die lange Bank geschoben“, sagte Peter und berichtete von zunehmendem Politikverdruss unter Jugendlichen. Inzwischen werde das Jugendparlament in Wennigsen unter Gleichaltrigen teilweise auf das Versagen in Sachen Skateranlage reduziert.

Für die Jugendpflege Wennigsen beginnt nun eine intensive Kandidatensuche. Am 26. Mai soll am Tag der Europawahl auch ein neues Jugendparlament gewählt werden. „Bislang gibt es aber erst drei Bewerber und einen möglichen Rückkehrer“, berichtete Jugendpfleger Knoke im Ausschuss. Nun will die kommunale Jugendpflege mit den scheidenden Parlamentsmitgliedern im Frühjahr in der KGS sowie in der Waldorfschule und weiteren Einrichtungen in der Umgebung intensiv um neue Kandidaten werben. Zur Wahl stellen dürfen sich laut Gemeinde alle Jugendlichen mit Erstwohnsitz in Wennigsen, die zum Stichtag am 19. Mai das 14. Lebensjahr bereits vollendet und das 19. noch nicht vollendet haben. „Benötigt werden für die Wahlen zu den insgesamt elf Mandaten mindestens zwölf Bewerber“, sagte Knoke. Sollten jedoch weniger Kandidaten antreten, könne der Jugendausschuss der Gemeinde notfalls diese Bewerber ohne Wahl als neue Mandatsträger einsetzen. „Damit es weiterhin ein Jugendparlament gibt – wenn auch mit kleinerer Besetzung“, erläuterte Knoke die Regelung. Dies sei in den vergangenen 15 Jahren seit der Wahl des ersten Wennigser Jugendparlaments aber bislang nur einmal geschehen.

Hohe Wahlbeteiligung erwünscht

Die zweijährige Amtsperiode des derzeitigen siebten Wennigser Jugendparlaments ist im vergangenen April extra um acht Monate verlängert worden. Die ursprünglich für September 2018 geplanten Wahlen wurden auf den 26. Mai 2019 verschoben. Ziel sei es, durch eine Koppelung an die gleichzeitigen Europawahlen eine höhere Wahlbeteiligung zu erreichen, sagt Jugendpfleger Christoph Knoke. Bei der jüngsten Wahl zum siebten Jugendparlament war es 2016 durch die Zusammenlegung mit den Kommunalwahlen zu einer deutlichen Steigerung der Stimmabgaben von 33,1 Prozent im Jahr 2014 auf 36,7 Prozent im Jahr 2016 gekommen – auch wegen einer räumlichen Verlagerung der Wahllokale von der KGS und dem Jugendhaus in die Wahllokale in den Ortsteilen.

Von Ingo Rodriguez

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