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Region Wennigsen Nachrichten Bahn will unbeschrankten Übergang schließen
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00:16 18.01.2019
Wichtige Gleisquerung für Landwirte und Radfahrer: Die Deutsche Bahn will erneut versuchen, den unbeschrankten Übergang in der Feldmark zwischen Vörie und Holtensen zu schließen. Quelle: Ingo Rodriguez
Vörie/Holtensen

Die Deutsche Bahn unternimmt einen neuen Versuch, den unbeschrankten Bahnübergang in der Feldmark zwischen Vörie und Holtensen zu schließen. Das haben beim Neujahrsempfang in Vörie Ortsvorsteher Jörg Schmidt und Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms mitgeteilt. Laut Ortsvorsteher will die Bahn den technisch veralteten Übergang aus Kostengründen stilllegen. Dieses Argument hatte das Unternehmen schon einmal vor zehn Jahren genannt.

Demnach müsste an der Gleisquerung aus Sicherheitsgründen für eine langfristige Betriebsgenehmigung eine modernere Lichtzeichenanlage oder eine inzwischen gesetzlich erforderliche Schranke für rund 200.000 Euro installiert werden. Eine für die Bahn kostengünstige Stilllegung des Überganges mit Rückbau wäre laut Schmidt für Landwirte aus Vörie und Holtensen folgenreich: Sie müssten lange Umwege fahren, um in die Feldmark auf der anderen Seite der S-Bahn-Linie zu gelangen. Außerdem wird auch der Klärschlamm vom Evestorfer Klärwerk über Vörie abgefahren. Durchtrennt würde zudem eine von zahlreichen Radfahrern genutzte Verbindung über den landwirtschaftlichen Feldweg.

Ortsvorsteher Schmidt war in jüngerer Vergangenheit von mehreren Bürgern auf Vermessungsarbeiten am Übergang angesprochen worden. Daraufhin habe er sich bei der Stadt erkundigt und vom neuen Vorstoß erfahren. In Vörie wird schon seit 2009 eine seitens der Bahn gewünschte Stilllegung des Übergangs befürchtet. Das Einrichten einer Ersatzverbindung sei an fehlender Verkaufsbereitschaft der Grundstückseigentümer gescheitert. Die Stadt hatte zudem stets darauf gepocht, dass der Übergang für Landwirte erhalten wird.

Landwirt Eckehardt Baumgarte aus Vörie vermutete beim Neujahrstreffen, dass in Kürze eine erweiterte Betriebsgenehmigung für den Übergang erlischt. Beim ersten Vorstoß habe es seitens der Bahn geheißen, die veraltete Sicherungsanlage aus den Sechzigerjahren genieße nur noch Bestandsschutz. Nach Informationen der Stadt soll nun ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, damit alle privaten und öffentlichen Einwände berücksichtigt werden könnten, berichtete Schmidt. Er erwarte, dass die Stadt die Interessen für einen Erhalt der Querung bündele.

Bürgermeisterin Harms hatte zum Empfang gute Nachrichten mitgebracht. An dem Verfahren sei auch das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser beteiligt. Diese Behörde habe der Stadt vor wenigen Tagen ihre ablehnende Haltung mitgeteilt, berichtete Harms. „Von den Plänen sind aus Sicht der Behörde die Kommunen Ronnenberg und Wennigsen betroffen und einzubeziehen“, sagte Harms. „Einschätzungen soll auch die Landwirtschaftskammer liefern.“

Nun warte man auf die Reaktion der Bahn. „Wir sind gut vernetzt und werden die Gegenargumente strategisch bündeln“, versprach die Bürgermeisterin. Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Liebelt sicherter in Vörie ihre Unterstützung zu. Sie sei Mitglied der parlamentarischen Gruppe Bahn und wolle die Interessen der Vörier positiv begleiten.

Nach tödlichem Unfall flammt Diskussion neu auf

Im Januar 2009 wurden zum ersten Mal die Pläne für eine Stilllegung des unbeschrankten Überganges in der Feldmark zwischen Vörie und Holtensen bekannt. Neuen Zündstoff für eine Diskussion über die Sicherheit an dieser Gleisquerung lieferte im September 2009 ein schwerer Unfall. Beim Zusammenstoß mit einer S-Bahn wurde dort der 69-jährige Fahrer eines Rübenlastwagens getötet. Diskutiert wurde anschließend auch über eine mögliche Kostenbeteiligung der Stadt Ronnenberg im Fall einer technischen Aufrüstung der veralteten Lichtzeichenanlage. Die Bahn argumentierte mit dem Eisenbahnkreuzungsgesetz. Demnach müssten die Kosten gedrittelt werden – zwischen der Bahn, dem Bund und dem Straßenbaulastträger, in diesem Fall die Stadt Ronnenberg. Die Stadt pochte aber stets darauf, dass der Bahnübergang wegen des landwirtschaftlichen Verkehrs offen bleibt. Beim Neujahrsempfang berichtete Ortsvorsteher Jörg Schmidt, dass das Einsenbahnkreuzungsgesetz rechtlich in Vörie keine Anwendung mehr finde. Der Feldweg sei bis zum Übergang und kurz dahinter öffentlich und damit Eigentum der Stadt, etwas weiter hinten in Richtung Holtensen beginne aber Privatbesitz.

Bei der Kollision eines Lastzuges mit einer S-Bahn am unbeschrankten Bahnübergang in Vörie wird der LKW-Fahrer getötet, mehrere Fahrgäste der S-Bahn werden leicht verletzt. Quelle: Tim Schaarschmidt

Von Ingo Rodriguez

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