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Kian Pourian (links) und Suse Wessel beraten vor dem Publikum, was sie mit dem platten Kaninchen machen sollen.

Kian Pourian (links) und Suse Wessel beraten vor dem Publikum, was sie mit dem platten Kaninchen machen sollen.
© Ingo Rodriguez

Bredenbeck

Neues Stück soll Kindern Werte vermitteln

Das Theater zwischen den Dörfern hat mit seinem neuen Kinderstück „Das platte Kaninchen“ eine gelungene Premiere gefeiert. Zum Auftakt spielten die Akteure in Bredenbeck vor ausverkauftem Haus.

Bredenbeck.  Ein offenbar platt gefahrenes Tier – leblos, unbeweglich, völlig verformt zurück geblieben, aber trotzdem beachtet und wertgeschätzt. Und genau darauf kommt es  an. Der Inhalt des neuen Kinderstücks am Theater zwischen den Dörfern in Bredenbeck lässt sich im Grunde schnell zusammenfassen. Wie man Kinder und Jugendliche mit so einer Geschichte in den Bann ziehen und dabei auch noch unterschwellig pädagogisch wertvolle Botschaften übermitteln kann, das haben jetzt die beiden Schauspieler Kian Pourian und Suse Wessel gezeigt. Bei der Premiere ihres neuen Programms „Das platte Kaninchen“ spielte das Duo vor genau 22 Besuchern – und in dem kleinen Dorftheater bedeutet das: ausverkauft.

Seit 2005 schon werden in dem früheren Landschulheim der Region Hannover Theaterstücke für Kinder und Jugendliche angeboten. Die Produktionen – einmal pro Jahr gibt es ein neues Programm – werden sogar von der Region Hannover aus einem Budget für Kulturförderung bezuschusst. Die beiden ausgebildeten Schauspieler und Regisseure Wessel und Pourian verdienen damit ihren Lebensunterhalt – ebenso wie Wessels Ehemann Fabian, der als Techniker und Bühnenbildner im Team mitwirkt. Und ganz nebenbei wohnen die Wessels auch noch in dem Haus am idyllisch gelgenen Steinkrüger Weg – nur einen Steinwurf vom Deisterrand entfernt.

Deutlich schlechter ist in dem neuen Stück des Theaters die Lage des platt gefahrenen Kaninchens. Es wird zwar nicht ausgesprochen, dass das Tier –offensichtlich nach einem Autounfall - das Zeitliche gesegnet hat. Die flache Teppichsilhouette mit den Konturen des Langohrs lassen aber auch keine Zweifel zu – selbst bei Kindern vermutlich nicht. Gleichwohl: Von wesentlich größerer Bedeutung als der vermeintliche Wildunfall ist in der Geschichte die Rolle der lebenden Tiere: Eine Ratte und ein Hund, die von Wessel und Pourian verkörpert werden. Beide schenken dem verblichenen Hasenkörper nach der Entdeckung äußerst viel Beachtung, Aufmerksamkeit und Zuwendung  – bis hin zu einer Himmelsbestattung mithilfe eines selbst gebauten Drachens.

Bereits vor der Premiere hatte Suse Wessel über die Botschaft der Geschichte gesprochen, die auf der Buchvorlage eines isländischen Autoren und Zeichners basiert. „Es ist eine Geschichte über respektvolle Zuwendung und Wertschätzung, über Mut und Phantasie, die auffordert zum Mitdenken, Mitfühlen und zum Handeln“, so Wessel. Es gehe darum, deutlich zu machen, dass man im Alltag nicht vor Dingen die Augen verschließen und stattdessen die Welt mit allen Sinnen wahrnehmen solle. „Auch wenn man nicht immer sofort für alle Probleme eine Patenlösung hat.“ So beschrieb Wessel die Hintergünde des Stücks, das den jungen Theaterbesuchern mithin auch wichtige Werte vermitteln soll.

Zu den Gästen der Premiere zählten auch drei Akteure der Wennigser Klosterbühne, die derzeit bei den Proben für ihr neues Stück zum ersten Mal mit Suse Wessel als Coach zusammenarbeiten. Anja Fahrenbach, Betinna Borchert, die achtjährige Amelie und Suasanne Manz waren aber aus einem anderen Grund zur Premiere gekommen. „Wir hatten einfach Lust auf das Stück“, so Fahrenbach.

Die Geschichte „Das platte Kaninchen“ ist geeignet für Kinder ab vier Jahre und wird im Theater zwischen den Dörfern am Steinkrüger Weg 62 in Bredenbeck noch zweimal aufgeführt: Am Sonnabend, 16. Dezember, um 15 Uhr und am Sonntag, 17. Dezember, um 11 Uhr. Weitere Informationen gibt es hier

Von Ingo Rodriguez


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