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In ähnlichen Rohren werden die Erdkabel für den Südlink verlegt.

In ähnlichen Rohren werden die Erdkabel für den Südlink verlegt.
© Roland Weihrauch

Ronnenberg

Südlink: Die Region ist weiter im Spiel

Spät hatte das Land Thüringen einen Alternativvorschlag zur Südlinktrasse gemacht. Demnach sollte die Stromautobahn weit im Westen an der Region Hannover vorbei führen. Die Bundesnetzagentur hat diesen jetzt abgelehnt. Demnach werden die Erdkabel bis 2025 durch Teile der Region verlegt.

Ronnenberg.  Die sogenannte Stromautobahn Südlink von Wilster (Schleswig-Holstein) nach Grafenrheinfeld (Bayern) beschäftigt Behörden, Planer und Bürger schon seit einigen Jahren – auch im Calenberger Land. Derzeit ist die Bundesnetzagentur in der Bundesfachplanung mit einem möglichen Trassenverlauf des umstrittenen Erdkabels befasst. Dazu hatte das Land Thüringen im vergangenen Sommer einen Alternativ Vorschlag vorgelegt, der westlich an der Region Hannover vorbei führt. Diesen Vorschlag hat die Agentur jetzt verworfen. 

Damit beschäftigt sich die Genehmigungsbehörde nur noch mit zwei Trassenmöglichkeiten, von denen eine durch das Ronnenberger Stadtgebiet sowie Teile von Gehrden und Wennigsen führt. Der andere, von den Netzbetreibern Tennet und Transnet erarbeitete, Vorschlag verläuft östlich von Hannover, in der Region vornehmlich durch die Gemeinde Uetze.

„Der Thüringer Vorschlag ist fachlich fundiert. Er weist aber eine deutlich höhere Anzahl an Konfliktstellen auf als der Trassenkorridorvorschlag von Tennet und TransnetBW. Daher wird er im Genehmigungsverfahren nicht weiter verfolgt", erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. 

 „Die wesentlichen Gründe für das schlechtere Abschneiden des Thüringer Vorschlags sind eine deutlich höhere Anzahl an erheblichen naturschutzfachlichen Konflikten, höhere Anteile von sensiblen Flächen innerhalb der etwa 1000 Meter breiten Korridore“, erklärt die Agentur in einer Meldung. Dazu kämen einzelne Konfliktstellen, die eine Realisierung der Leitung nicht oder nur unter einem extremen technischen und wirtschaftlichen Aufwand in dem Korridor zuließen, wie beispielsweise die Querung des Spessart im weiteren Verlauf nach Süden. Es seien daher keine weitergehenden Untersuchungen zu diesem Alternativvorschlag vorgesehen. Das Gutachten zur Prüfung des thüringer Alternativvorschlags ist im Internet unter netzausbau.de/beteiligung3-c abrufbar.

Keinen Einfluss hat diese Entscheidung offenbar auf die Empfehlung der Netzbetreiber Tennet und Transnet, die beiden verbliebenden Trassenvarianten durch die Region Hannover betreffend. Favorisiert wurde dabei die östliche Variante, die einen deutlichen Bogen um das Calenberger Land macht. „Der endgültige Trassenkorridor wird erst am Ende des ergebnisoffenen Genehmigungsverfahrens feststehen“, bekräftigte Homann allerdings.

Der Südlink, durch den an Land und auf See erzeugten Windstrom aus dem Norden nach Bayern und Baden-Württemberg transportiert werden soll, war zunächst als Freilandleitung geplant, wurde dann aber nach Bürgerprotesten als Erdkabel konzipiert. Doch auch diese Technik ist vielerorts – vor allem bei Landwirten – unstritten. Die Inbetriebnahme ist ab 2025 geplant. 

Von Uwe Kranz


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