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Vereinsvorsitzender Jürgen Stegen (von links), Pressewart Matthias Fetköther und der Stellvertretende Vorsitzende Reinhard Narten weisen die Kritik von sich.

Vereinsvorsitzender Jürgen Stegen (von links), Pressewart Matthias Fetköther und der Stellvertretende Vorsitzende Reinhard Narten weisen die Kritik von sich.
© Marcel Sacha

Wennigsen

Nach Spartenauflösung: TSV-Vorstand weist Vorwürfe zurück

Es war ein Paukenschlag: Der TSV Wennigsen muss zum Jahresende seine Leichtathletiksparte auflösen. Vorwürfe wurden laut, der Verein habe der Entwicklung tatenlos zugesehen. Dem widerspricht Vorsitzender Jürgen Stegen. Auch der Vorstand habe sich stets für den Erhalt eingesetzt, sagt er.

Wennigsen.  Als der TSV Wennigsen Anfang November sein 125-jähriges Bestehen feierte, war die Zukunft der Leichtathletik-Sparte noch nicht entschieden. Von einer Krisenstimmung war dementsprechend nichts zu spüren. Nur einen Tag später erfolgte der Paukenschlag: Die rund 150 Mitglieder der Erfolgssparte müssen sich für das Jahr 2018 einen neuen Verein suchen, sofern sie weiterhin um Podiumsplätze und Medaillen kämpfen wollen. Denn: Zum Ende des Jahres wird die Sparte aufgelöst, da niemand die Nachfolge von Spartenleiterin Heike Zündorf antreten wollte.

Was folgten, waren Vorwürfe der Leichtathleten, der Vereinsvorstand hätte sich nicht ausreichend darum bemüht, den Exodus abzuwenden. Nun hat sich erstmals der Vereinsvorsitzende Jürgen Stegen zu der Situation geäußert. Er könne die Kritik nicht nachvollziehen, sagte er. „Wir hätten die Sparte liebend gerne behalten.“ An Unterstützung hätte es nicht gemangelt. „Ganz im Gegenteil.“ Er habe im Laufe des Jahres persönlich aus seiner Sicht geeignete Kandidaten angesprochen, ob sie dazu bereit wären, die Spartenleitung zu übernehmen, sagte Stegen. Leider hätte niemand genügend Interesse signalisiert, trotz einer angekündigten Unterstützung der scheidenden Spartenleiterin Zündorf ein solches Ehrenamt auszuführen. 

Dass der Vereinsvorstand sich sogar heimlich über die Spartenauflösung freuen würde, da ihm der Leistungssport, wie er in der Leichtathletik beim TSV betrieben wurde, ein Dorn im Auge gewesen sei, wies Stegen ausdrücklich zurück. „Wir waren stets stolz auf die Leistungen der Leichtathleten und haben im Rahmen unserer Möglichkeiten die Sportler immer unterstützt“, sagte er. Als Beleg führte der Vereinsvorsitzende unter anderem die Anschaffung einer neuen Hochsprung- sowie Flutlichtanlage auf dem Trainingsgelände der KGS an. Auch die anderen Sparten hätten die Leichtathleten immer wieder unterstützt, beispielsweise durch die freiwillige Abgabe von ohnehin schon begrenzten Hallenzeiten. „Das macht man ja nicht, wenn man jemanden loswerden will“, sagte Stegen.

Die Mehrheit der aktiven Athleten wird im nächsten Jahr jedoch nicht ohne Verein dastehen. Bis auf wenige Ausnahmen haben sie sich nun der SG Bredenbeck angeschlossen. Auch im Trainingsalltag wird sich für die Sportler nichts ändern. Der komplette Trainerstab wechselt zum neuen Jahr zur SGB und auch die Trainingszeiten bleiben identisch.

Dennoch: Für den TSV Wennigsen ist die Auflösung der Leichtathletiksparte laut Vorsitzendem Stegen ein „Alptraum“ – nicht nur aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen, sondern auch wegen des Verlustes eines Aushängeschildes des Vereins. Dass in Zukunft auch in TSV-Trikots wieder Medaillen in Leichtathletikdisziplinen eingefahren werden, hält Stegen allerdings nicht für gänzlich ausgeschlossen. Dies könne jedoch nur geschehen, wenn sich Leute finden lassen, die ehrenamtlich Verantwortung übernehmen wollen.

Von Marcel Sacha


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