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Julian Baruth (rechts) erläutert den Ausschussmitgliedern die Schwierigkeiten und Hindernisse beim umfangreichen Umbau der denkmalgeschützten Glashütte in Steinkrug zu einem modernen Grafikbüro.

Julian Baruth (rechts) erläutert den Ausschussmitgliedern die Schwierigkeiten und Hindernisse beim umfangreichen Umbau der denkmalgeschützten Glashütte in Steinkrug zu einem modernen Grafikbüro.
 © Ingo Rodriguez

Bredenbeck-Steinkrug

Industriedenkmal ist jetzt ein modernes Grafikbüro

Denkmalgeschützter Industriebau mit neuer Vorbildfunktion für Leerstandsbeseitigung: Im 1856 errichteten Gemäuer der jüngeren Glashütte in Steinkrug ist nach umfangreichen Umbauarbeiten seit etwa einem Jahr ein modernes Grafikbüro untergebracht.

Bredenbeck-Steinkrug.   Es ist ein 161 Jahre altes Gemäuer – mit altehrwürdigen Steinbögen, kargen Steinwänden und mit abgeblättertem Putz: Die 1856 errichtete Glashütte in Steinkrug genießt als Zeugnis lokaler Industriegeschichte nicht ohne Grund Denkmalschutz. Trotzdem ist in dem historischem Bau seit etwa einem Jahr ein hochmodernes Grafikbüro untergebracht – mit hellen Glaselementen, neuem Fußboden, neuer Decke und Heizung. Um die zuletzt leer stehende Industriebrache zu einem Vorbildprojekt für erfolgreiche Leerstandsbeseitigung zu entwickeln, haben die Freiherrn Knigge als Eigentümer sowie Geschäftsmann Julian Baruth als neuer Mieter viel Mut und Kapital aufgebracht.

Die Mitglieder des kommunalen Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen der Gemeinde Wennigsen haben die beeindruckende Nachnutzung des Industriedenkmals am Deisterrand jetzt zum Anlass für einen Informationsbesuch genommen. „Es ist erstaunlich, wie es gelungen ist, den historischen Charme zu erhalten und mit modernen Elementen zu verknüpfen“, sagte die Ausschussvorsitzende Hannelore Nimmrich gleich nach ihrer Ankunft  und blickte staunend umher.

Großen Anteil am Gesamtprojekt hatte auch der kommunale Wirtschaftsförderer Christian Mainka. Bis vor drei Jahren sei in dem Gebäude mit riesigem Freigelände noch ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb untergebracht gewesen. Zuletzt habe der leer stehende Bau etwa ein Jahr lang in seiner Immobiliendatenbank gestanden, berichtete Mainka. „Kein schnelles Internet, draußen verwahrlost, drinnen nichts – eine Spezialimmobile: Es wurde viel Mut aufgebracht und viel investiert, um in diesem Bau Visionen umzusetzen“, lobte Mainka die Entwicklung.

Quelle: Ingo Rodriguez

Der Geschäftsmann Baruth und seine Frau Ulrike haben sich mit dem Umzug ihrer kleinen Firma von Völksen ins benachbarte Steinkrug aber dort nun auch einen Traum erfüllt – inklusive zukunftsweisender Expanison. Sie haben das Industriedenkmal gemeinsam mit den Eigentümern in eine  Unterkunft für ein hochmodernes Grafikbüro verwandelt – mit Kunden im Bereich Messebau, großformatigem Digitaldruck, Foliendruck, Fahrzeugbeschriftung, Textildruck, bis hin zum Komplettangebot mit Briefpapier. „Das alte Gemäuter wurde erhalten und auf die betrieblichen Bedürfnisse abgestimmt“, sagte Baruth. Bei einem Rundgang berichtete er von den aufwändigen Planungen und Arbeiten, um den umfangreichen Auflagen für Denkmal-, Brand- und Naturschutz gerecht zu werden. Die Fortschritte des etwa eineinhalbjährigen Umbauprojekts bis zur Eröffnung im Januar 2017 hat er in einem Internetblog unter dem Titel „Vom Ladengeschäft ins Industriedenkmal“ auf www.graphikexpansion.de dokumentiert.

Von Ingo Rodriguez


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