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Nachrichten Winterpause: Heimatmuseum renoviert für die neue Ausstellung
Region Wennigsen Nachrichten Winterpause: Heimatmuseum renoviert für die neue Ausstellung
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00:17 21.12.2017
Lucy Lange-Kaluza (links) verschenkt ihren schmiedeeisernen Tannenbaum-Leuchter an Marlena Haacks.  Quelle: Jennifer Krebs
Wennigsen

  Im Wennigser Heimatmuseum geht es erst am 8. April weiter, wenn die neue Frühjahrsausstellung nach den Osterferien eröffnet. „In unserer neuen Sonderausstellung soll es um Geräte im vorelektronischen Haushalt gehen“, erzählt Museumsleiter Harro Lange. Im Moment sei das aber erst ein Arbeitstitel.

Das Heimatmuseum will die drei Monate, die nun geschlossen ist, auch nutzen, um notwendige Reparaturen zu erledigen. Der Treppenaufgang soll renoviert werden. Es soll auch in allen Ecken gründlich sauber gemacht und aufgeräumt werden. „Im laufenden Betrieb lässt sich das immer schlecht bewerkstelligen“, sagt Lange.

Pro Jahr kommen bis zu 3000 Besucher zu den verschiedenen Ausstellungen in das Wennigser Heimatmuseum. Das Heimatmuseum befindet sich in der Oberen Mühle, einem um 1700 erbauten Fachwerkhaus. Die Obere Mühle, die zuletzt als Sägewerk genutzt wurde, war eine der drei Wennigser Wassermühlen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die Gemeinde hat es gekauft und dem Museumsförderkreis 1975 zur Verfügung gestellt. 

Museumsplatz wird neu gestaltet

Der Platz vor dem Heimatmuseum soll neu gestaltet werden. Die Beetumrandungen aus Waschbetonplatten sind kaputt, die Wurzeln drücken nach oben. Die Gemeinde will die drei Beete neu einfassen und könnte sich optisch Sandstein gut vorstellen. Auch dem Heimatmuseum selbst, das wie der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) in die Planungen eingebunden ist, würde dieses Material gefallen, „um an den alten Charakter zu erinnern“, sagt Museumsleiter Harro Lange. Hinter dem Museum gibt es sogar noch eine alte Mauer aus Sandstein, die allerdings kaputt gemacht werden musste, als das Haus auf dem Nachbargrundstück abgerissen wurde.

Der Platz vor dem Heimatmuseum ist einer der letzten Bausteine des Gesamtkonzeptes Grünes W, das die Gemeinde im Zuge der Gartenregion Hannover 2009 erarbeitet hat. Die 1000 Quadratmeter große Fläche war ursprünglich ein Holzlagerplatz und die Mühle diente als Sägewerk. Jetzt finden hier die Feste des Heimatmuseums statt. Der Platz ist ein beliebtes Fotomotiv bei Trauungen, seit man in der alten Mühle auch heiraten kann. Der Mühlendammweg mit Betriebsgraben, an dem das Heimatmuseum liegt, ist sogar ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Die neuen Beeteinfassungen sollen auch deutlich größer werden, damit die Bäume genug Platz haben. Umweltexperte Jürgen Reinecke von der Gemeindeverwaltung sprach im Bauausschuss von vier Mal vier Meter. Er betonte, dass trotz größerer Pflanzbeete die Konzeption des Platzes funktioniere und sichergestellt sei, dass Zufahrten frei bleiben. Eine bittere Pille müsse aber wohl geschluckt werden, sagte Reinecke und kündigte an, dass die Eiche und die beiden Linden gefällt werden sollen. Norbert Bohnenstengel (Grüne) schlug als Ersatz im Ausschuss einen gelbblühenden Blasenbaum vor, der als ökologisch wertvolles Bienen-Nährgehölz gilt. 

Über zwei Stockwerke wird im Museum an die Geschichte der Landwirtschaft, Wohnkultur, Handwerke, Schule und des Kohlenbergbau im Deister erinnert. Zusätzlich gibt es die verscheidenen Sonderausstellungen. Am Sonntag endete die aktuelle Weihnachtsausstellung. Es war ein Rundumschlag von A bis Z mit tollen Leihgaben von Wennigsern aus ihren eigenen Wohnstuben. Das Heimatmuseum hatte von der Minikrippe im Schmucketui bis zum wirklich hässlichsten Engel, der je gebastelt wurde, ein Sammelsurium an festlichen und kuriosen Fundstücken ausgestellt. Stufe für Stufe war hoch in den ersten Stock sogar eine Engelstreppe aufgebaut.

Lucy Lange-Kaluza vom Heimatmuseum, die die Ausstellung mit vorbereitet hatte, liebt Engel. Etwa 130 Stück besitze sie, erzählt die Ehefrau vom Museumsleiter. Ohnehin möge sie eigentlich fast alles, was irgendwie mit Weihnachten zu tun hat. Nur bei so einer großen Sammelleidenschaft würden die meisten Dinge inzwischen in Kartons im Keller lagern, bedauert sie. „Und das ist doch schade.“

Deswegen kam Lange-Kaluza auf eine Idee und verschenkte am Sonntag einige ihrer Weihnachtssachen. Auf alles, was sich die Besucher mitnehmen durften, klebte ein roter Punkt. Die Wennigserin Marlena Haacks holte sich einen schmiedeeisernen Tannenbaum mit roten Kerzen ab, den sie sich schon bei der Ausstellungseröffnung drei Wochen vorher reserviert hatte. Der Leuchter werde jetzt einen schönen Platz in ihrem Wohnzimmer bekommen, sagte Haacks. 

Auch wenn es mit der neuen Museumssaison erst im April weiter geht, „den Besuch der ständigen Ausstellung für Gruppen und standesamtliche Trauungen bieten wir auch in der Zeit dazwischen weiter an“, betont der Museumsleiter. Harro Lange ist für Anfragen telefonisch unter (05103) 7636 zu erreichen.

 

Von Jennifer Krebs

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