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Region Wennigsen Nachrichten Andreas Kolmer liegt die Heimat zu Füßen
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00:17 01.09.2018
In der Aussicht in Richtung Hannover fährt die S-Bahn wie ein Spielzeugzug vorbei. Quelle: privat
Linderte

Gern lässt Andreas Kolmer seinen Blick in die Ferne schweifen. Am liebsten beobachtet er den Sonnenuntergang oder versucht bei guter Sicht, in der Ferne den Brocken ausfindig zu machen. Der 50-Jährige lebt seit 1999 in Linderte und muss keine weiten Strecken in Kauf nehmen, wenn er in die Landschaft schauen möchte. Sein Lieblingsplatz liegt direkt vor seiner Haustür: im südlichsten Zipfel des Stadtgebiets von Ronnenberg am Linderter Weg direkt vor den Toren von Lüdersen. „Das ist bislang eine Art Geheimtipp“, meint Kolmer.

Der Verkehrsingenieur hat schon früher mit seiner Familie, als die beiden Töchter noch kleiner waren, den rund 30-minütigen gemütlichen Aufstieg in Angriff genommen. Sanft steigt der Weg von Linderte aus an, vorbei an der Wolfsquelle hinauf bis zu dem Waldstück, hinter dem Lüdersen und damit das Gebiet der Stadt Springe beginnt. Überhaupt überschreitet man als Wanderer schnell die kommunalen Grenzen. Innerhalb weniger Meter kann man von Holtensen (Wennigsen) über Lüdersen (Springe) und Linderte bis nach Hiddestorf (Hemmingen) gelangen. Die zu erwartende Aussicht führt den Besucher aber viel weiter.

„Auf rund 130 Metern Höhe hat man einen wundervollen Ausblick auf ganz Ronnenberg“, schwärmt Kolmer. Der Blick schweift im Norden bis zum Benther Berg, der mit seinen rund 170 Metern als einziger im Stadtgebiet noch höher hinaus ragt. Zu seinen Füßen liegt das Calenberger Land, und auch Hannovers Silhouette – von den drei Schornsteinen des Heizkraftwerks Linden, im Volksmund „warme Brüdern“ genannt, bis zum Fernmeldeturm Telemax in Groß-Buchholz – ist deutlich zu erkennen. Wie eine Modellbahn schlängelt sich zudem die S-Bahn-Strecke der S5 auf ihrem Weg nach Hannover durch das Panorama und verstärkt den Eindruck einer Bilderbuchlandschaft.

Nach Süden ist der Blick frei, über Hildesheim hinaus, und bei sehr guten Wetterverhältnissen ist auch der über 90 Kilometer entfernte Harz zu sehen. „Für mich ist das mein Lieblingsort, weil sich dort oben unsere Heimat wie auf einem Präsentierteller zeigt und man in ruhiger Abgeschiedenheit deren ganzen Schönheit genießen kann“, sagt Kolmer.

Unzählige Male hat der 50-Jährige, der in seinem Heimatdorf die Jugendfeuerwehr leitet, mit seiner Familie den Weg hier herauf gemacht. Seinen beiden Töchtern war es dabei allerdings nicht immer ganz wohl zumute. Grund war ein weiteres Kleinod, das nur wenige Schritte von dem Aussichtspunkt aus zu finden ist. Es ist ein echtes Hexenhaus – aus Holz gebaut, und mit Motiven aus Grimms Märchen „Hensel und Gretel“ verziert. Nicht jedes Kind traut es sich, den Klingelknopf mit der Aufschrift „Hexe“ zu drücken. Was man danach zu hören bekommt, sollte jeder vor Ort selbst einmal ausprobieren.

Auf halbem Weg zurück nach Linderte kommen die Spaziergänger an der Wolfsquelle vorbei. Hier schaut Kolmer mit dem Feuerwehrnachwuchs zweimal im Jahr nach dem Rechten und sammelt mit den Kindern liegengebliebenen Müll ein. Die Linderterin Edda Bode erinnert sich, wie sie in jungen Jahren hier das Osterwasser geholt hat. Auf dem gesamten Weg zurück durfte damals kein Laut über ihre Lippen kommen. Noch heute stamme das Taufwasser der Kapellengemeinde aus dieser Quelle. Die Verbindung mit der Quelle untermauert die Gemeinde einmal im Jahr mit einem Gottesdienst vor Ort unter freiem Himmel. Als Kirchenschiff dient dann die umliegende Vegetation. Ein besonderes Ereignis, dass am Sonntag, 2. September, um 10 Uhr wieder zu erleben ist.

Im Anschluss haben die Besucher die Möglichkeit, mit wenigen Schritten auf den Wolfsberg, den wunderbaren Rundblick selbst zu genießen.

Von Uwe Kranz

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