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Region Wennigsen Nachrichten Gästeführer für das Calenberger Land gesucht
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00:17 16.12.2017
Constanze Kanz führt eine Besuchergruppen auf den „Kalimandscharo“ in Ronnenberg. Schließen Quelle: Ulrich Kanz
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Wennigsen

 Die Heimat mit anderen Augen sehen und ihre Geheimnisse Besuchern erklären: Das können Menschen aus der Region ab Februar 2018 beim Qualifizierungskurs zum Gästeführer lernen.

„Jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder beim Spaziergang gehen und fahren wir an Orten vorbei, die wir seit Jahren zu kennen glauben“, sagt Constanze Kanz vom Arbeitskreis Gästeführund im Calenberger Land. „Die alte Kirche, die schon immer im Kern des Heimatortes steht, ein alter Friedhof oder ein Denkmal mitten im Wald: All diese Dinge sind für uns selbstverständlich – doch kennen wir wirklich alle Geheimnisse, die diese Orte bergen?“ 

Falls nicht, können Teilnehmer diese bei der Ausbildung zum Gästeführer erfahren. Geleitet wird sie von Constanze Kanz, die selber seit 18 Jahren Gäste durchs Calenberger Land führt.

Gästeführungen gibt es seit 20 Jahren

Der Arbeitskreis Gästeführung im Calenberger Land besteht seit 20 Jahren. Die Ländliche Erwachsenenbildung Hannover (LEB) unterstützt ihn und fördert die Ausbildung der Gästeführer. Derzeit sind 29 von ihnen zwischen Deister und Leine unterwegs und bieten zahlreiche Führungen an. Zum Calenberger Landsommer erscheint jedes Jahr ein Programm mit mehr als 50 geführten Touren unterschiedlichster Themenbereiche. In diesem Jahr gehörten sieben Führungen in Wennigsen ­zum Angebot. Bei drei der Routen standen die historischen Räume des Klosters und die Klosterkirche im Mittelpunkt. Einmal schloss sich sogar eine Pilgerandacht im Deister an. Eine weitere Tour führte in den Klostergarten, um die Anwendung und Heilwirkung von Kräutern zu vermitteln. In Bredenbeck und Argestorf begaben sich die Teilnehmer einer Gästeführung auf die Spuren von Georg Ludwig Friedrich Laves. Der königliche Baumeister aus Hannover unterstützte Wilhelm Karl Freiherr Knigge bei industriellen Entwicklungen in Bredenbeck, plante Wegenetze und errichtete Gebäude im Stil des Klassizismus. Laut Gästeführerin Constanze Kanz werden alle Wennigser Touren und Führungen des Vorjahresprogrammes auch in der Neuauflage angeboten.

Kanz ist 1990 mit ihrer Familie von München nach Bredenbeck an den Deister gezogen. Doch so richtig kennengelernt hat sie ihre neue Heimat erst neun Jahre später, als sie per Zufall in der Zeitung einen Artikel über eine Gästeführerin aus Barsinghausen las. Kanz jüngste Tochter war damals gerade eingeschult worden, sie selbst hatte neben der Familie wieder mehr Zeit und sehnte sich nach einer Aufgabe. In dem Zeitungsartikel erfuhr sie von der Ausbildung zur Gästeführerin und war begeistert. Die damals 39-Jährige absolvierte den Qualifizierungskurs zur Gästeführerin und wurde Teil des Arbeitskreises „Gästeführung im Calenberger Land“. Über die Jahre erweiterte sich ihr Repertoire stetig, inzwischen führt sie Besuchergruppen auf den „Kalimandscharo“ in Ronnenberg, informiert über die Geschichte der Halde und ihre Renaturierung, lässt Gäste das Kloster Wennigsen bei Kerzenschein erleben oder geht mit Besuchern auf Entdeckertour im Deister. „Ich habe in meiner Zeit als Gästeführerin viele Orte kennengelernt, an denen ich in den neun Jahren zuvor immer blind vorbeigelaufen bin“, sagt Kanz. „Seitdem gehe ich jetzt mit ganz anderen Augen durch die Heimat.“

Seit 2006 bildet Constanze Kanz in Kooperation mit der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) selbst Gästeführer aus. Im Frühjahr 2018 startet ein neuer Qualifizierungskurs: Von Februar bis August werden in rund 140 Unterrichtsstunden Grundlagen zu Aufbau, Organisation und Grundtechniken einer Führung sowie reichlich Fachkenntnis vermittelt. 16 Experten geben ihr Wissen aus Bereichen wie Baustilkunde, Landwirtschaft, Landes-, Siedlungs- und Kirchengeschichte weiter, hinzu kommen ein zweitägiger Rhetorikkurs sowie Exkursionen. Am Ende des Kurses steht eine erste eigene Führung – und nach erfolgreicher Ausbildung werden die neuen Gästeführer nicht nur in den Arbeitskreis „Gästeführung im Calenberger Land“ aufgenommen. Sie dürfen auch eigene Führungen im „Calenberger Landsommer“ anbieten, der mit einer Auflage von 10 000 Stück erscheint.

Von Stephanie Zerm

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